Neubau der Rettungswache Roetgen: Streit ist beigelegt

Von: Jutta Geese
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Das Provisorium hat bald ausge
Das Provisorium hat bald ausgedient, die Ausweich-Rettungswache an der Bundesstraße soll in einem Jahr in die Hauptstraße ziehen. Foto: Schepp

Roetgen. Der Streit zwischen der Städteregion Aachen, der Gemeinde Roetgen und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) um den Neubau der Rettungswache ist beigelegt. Damit kann nun endlich - mehr als drei Jahre nach den ersten Planungen - mit dem von allen Seiten als notwendig erachteten Bau begonnen werden.

Noch in diesem Jahr soll das alte Gebäude an der Hauptstraße abgerissen werden, an gleicher Stelle wird dann das neue Gebäude hochgezogen. Die Städteregion geht davon aus, dass die Rettungswache spätestens im Herbst 2013 bezugsfertig ist und das Provisorium an der Bundesstraße, in das das DRK im August 2010 gezogen ist, aufgegeben werden kann.

Deutlich länger als geplant mussten die Rettungsdienstmitarbeiter in ihrem Übergangsdomizil, einer ehemaligen Bäckerei, an der Bundesstraße ausharren. Verantwortlich dafür sind letztlich Differenzen um die Baukosten. Ursprünglich, erklärt Holger Benend von der Städteregion, wollte das DRK in Eigenregie an der Hauptstraße neu bauen und die Städteregion für den Bereich Rettungswache als Mieter nehmen.

Damit war der Städteregionstag auch einverstanden, legte jedoch eine Mietpreisobergrenze fest. Und die konnte das DRK nicht einhalten. Benend formuliert es so: „Nach umfassender Planung und Abstimmung aller Beteiligten - auch der für die Finanzierung wichtigen Krankenkassen - wurde die Planung vorgelegt. Dabei wäre die fixe Mietpreisbindung nicht einzuhalten gewesen.” Heißt im Klartext: Der Bau wäre zu teuer geworden.

Es musste also neu überlegt werde. Nun baut die Städteregion als zuständige Behörde für den Rettungsdienst die Rettungswache inklusive einiger Räume für die Vereinsarbeit vor Ort und vermietet letztere an das DRK. Denn sie kann preiswerter bauen, weil sie günstigere Kredite als das DRK erhält und weil sie den Bau länger abschreiben kann. „Hierzu hat es auch weitere intensive Abstimmungsgespräche gegeben”, sagt Benend und fügt an: „Es hat nun allerdings noch längere Zeit gedauert, bis sich alle Beteiligten auf dieses Vorgehen einigen konnten.”

Kernpunkte der Einigung sind: Die Gemeinde Roetgen verpachtet das Gelände an der Hauptstraße für 60 Jahre an die Städteregion. Die Städteregion übernimmt die Planungsvorleistungen des DRK für den Neubau, das Rote Kreuz bleibt also nicht auf seinen Kosten sitzen. Und die Städteregion vermietet Räume im Neubau an den DRK-Ortsverband Roetgen für dessen Vereinsarbeit.

Bleibt die Frage, ob man nicht schon 2010, vor dem Umzug der Rettungswache ins Provisorium, hätte wissen können, dass die Städteregion preiswerter als das DRK bauen kann, und so der ganze Ärger hätte vermieden werden können. „Stimmt schon”, meint Benend. Aber: „Damals stand nicht zur Debatte, dass die Städteregion baut.” Vielmehr habe es einen Beschluss gegeben, die Räume für die Rettungswache vom DRK zu einem festgelegten Preis zu mieten.

Rund 550.000 Euro investiert die Städteregion Aachen in den Bau an der Hauptstraße. Die Rettungswache wird 210 Quadratmeter Nutzfläche haben - zwei Fahrzeughallen sowie im Obergeschoss Umkleiden, Ruheräume, Büro und Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen. Der DRK-Ortsverein mietet im Erdgeschoss 110 Quadratmeter an. Ihm stehen dann Veranstaltungsraum, Büro, Teeküche und WC-Anlagen zur Verfügung.

Die politischen Beschlüsse stehen zwar noch aus. Doch es ist davon auszugehen, dass sowohl der Roetgener Gemeinderat als auch der Städteregionstag, der am 27. September tagen wird, der Lösung zustimmen wird.
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