Gemünd - Nazi-Kunst im Eifelforum Gemünd

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Nazi-Kunst im Eifelforum Gemünd

Von: Peter Stollenwerk
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Möchte mit der Ausstellung des 1984 gestorbenen NS-Malers Werner Peiner vor allem Aufklärungsarbeit leisten: Dieter Pesch, Leiter des Kunstforums in Gemünd mit einem Bild Peiners. Foto: Klein

Gemünd. Einer Austellung, die das Kunstforum Eifel für den Sommer 2012 in Gemünd plant, ist bereits ein Jahr vor der Eröffnung eine ziemliche Aufmerksamkeit gewiss. Eine Aufmerksamkeit allerdings, auf die das Kunstforum möglicherweise lieber verzichtet hätte.

Denn der 2000 gegründete Förderverein Maler der Eifel, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das künstlerische Werk von Eifelmalern lebendig zu halten, möchte im kommenden Jahr eine Werkschau des aus der NS-Zeit vorbelasteten Malers Werner Peiner zeigen, der 1984 starb. Peiner war Leiter der Hermann-Göring-Meisterschule in Kronenburg in der Eifel, an der propagandistische Blut-und-Boden-Malerei gelehrt wurde. Die bloße Ankündigung der Ausstellung von Werner-Peiner-Werken hat zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst.

Als erster meldete sich der in Roetgen lebende Kabarettist und Journalist Hubert vom Venn zu Wort, der die Peiner-Ausstellung für eine „sehr,sehr schlechte Idee” hält. „Sie werden damit Figuren anlocken, die Sie nicht haben wollen”, schimpft vom Venn in einem Brief an Dieter Pesch, den Leiter des Kunstforums in Gemünd und Kurator der Ausstellung.

Besser auf Vogelsang?

Der ehemalige Leiter des Freilichtmuseums Kommern, der nach eigenen Aussagen neben Widerspruch auch Zustimmung für das Projekt erhielt, will auf keinen Fall die Ausstellung in Frage stellen. „Es ist doch besser über die Kunst im Dritten Reich zu reden als darüber zu schweigen”, begründete Pesch am Montag gegenüber unserer Zeitung seine Haltung. Es gehe nicht darum. Werner Peiner durch die Ausstellung in ein positives Licht zu stellen.

Hubert vom Venn sieht hingegen die Gefahr, dass erst durch die Ausstellung der eigentlich relativ unbekannte Maler nun ins Bewusstsein der Menschen gerückt werde. Die geplante Werkschau sei „eine überaus peinliche und provokative Angelegenheit”.

Dieter Pesch hingegen betont, dass die Ausstellung vor allem als kunsthistorische Auseinandersetzung angelegt sei. „Es gibt fast genau so viel Peiner-Bilder wie dokumentarisches Material zu sehen.” Dabei solle am Beispiel Peiners die Kunstideologie des Nazi-Regimes hinterfragt und dargestellt werden. Unstrittig sei, sagt Pesch, dass der Maler mit seiner Kunst auch die Frevel des Hitler-Regimes überdeckt habe. Aber sei doch nicht verwerflich darzustellen, wie problematisch es sei, wenn Künstler sich in die Abhängigkeit von dikatorischen System begeben würden.

Schleidens Alt-Bürgermeister Alois Sommer, 82, steht der Aufregung einigermaßen verständnislos gegenüber. Er kenne Dieter Pesch als einen Mann „mit Augenmaß und Sachverstand”. Pesch werde auf jeden Fall den seinerzeit vom NS-Regime vereinnahmten Maler Werner Peiner in den richtigen Kontext stellen.

Hubert vom Venn könnte sich das Projekt eher als Dokumentation auf der thematisch gebundenen Burg Vogelsang vorstellen. Diesen Vergleich kann Pesch nun absolut nicht nachvollziehen: Auch im Kunstforum habe man „den ehrlichen Wunsch aufzuklären”. Dies sei ebenso in Gemünd wie auch in Vogelsang möglich.
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