Nordeifel - Naturschutzbund sieht keinen Grund zum Feiern im Nationalpark

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Naturschutzbund sieht keinen Grund zum Feiern im Nationalpark

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Nordeifel. Seit fünf Jahren besteht der Nationalpark Eifel: Während in Einruhr am Mittwoch das kleine Jubiläum gemeinsam mit Umweltminister Eckhard Uhlenberg gefeiert wurde, sieht der Naturschutzbund NRW (Nabu) keinen Anlass zu freudigen Verlautbarungen.

Die positive Bilanz des Umweltministeriums und der Nationalparkleitung sei aus Sicht des Nabu NRW „nicht nachvollziehbar”.

„Die fortgesetzte Jagd auf Hirsche und Rehe, die mangelnde Besucherlenkung und Wegekontrolle und die geplante Anlage eines Wisentgeheges im Nationalpark sind nur einige Punkte, die im eklatanten Widerspruch zum Nationalparkgedanken stehen, Natur Natur sein lassen”, übt Dr. Manfred Aletsee, Nationalparkexperte des Nabu-NRW-Eifelteams, heftig Kritik an der aktuellen Situation. Nach wie vor fehlten klare Vorgaben, die der Natur im Nationalpark absoluten Vorrang vor jeglichen anderen Interessen einräumten.

Das zurzeit geplante Wisentgehege bei Mariawald sei da nur die Krönung einer langen Reihe von Fehlentscheidungen, die im Laufe der letzten fünf Jahre die Entwicklung des Nationalparks Eifel nachhaltig negativ beeinflusst hätten. „Die Einrichtung eines Wisentgeheges im Nationalpark-Waldgebiet bedeutet konkret die Einrichtung einer Waldweide und steht damit im krassen Widerspruch zum erklärten Schutzziel des Parks”, erklärt Aletsee.

Dem Nabu sei völlig unverständlich, dass die hierdurch entstehenden Beeinträchtigungen an der natürlichen Vegetation plötzlich aus Sicht der Nationalparkverwaltung und des Umweltministeriums hinnehmbar seien und andererseits im umgebenden Nationalparkwald frei lebende Rothirsche und Rehe abgeschossen würden, weil sie angeblich für das Ökosystem eine Gefahr darstellten. Zudem vermittelte ein solches Gehege im Nationalpark den Besuchern ein völlig falsches Bild von der Funktion eines solchen Schutzgebietes. „Ein Nationalpark ist kein Zoo”, kritisiert Aletsee.

Um den Einfluss des Menschen auf die Entwicklung der Ökosysteme im Nationalpark endlich zu minimieren und den Nationalpark doch noch das werden zu lassen was er sein sollte, nämlich ein Gebiet zum Schutz der Natur und ein Raum für natürliche Entwicklungsprozesse, sei eine Perspektive für eine zukünftige Minimierung solcher nicht nationalparkkonformer Eingriffe daher dringend erforderlich, so der Nabu-Nationalparkexperte.

Auch ein positiver Aspekt

Positiv bewerte der Nabu die Laubwaldentwicklung im Nationalpark. Noch dominierten zwar Nadelbäume das Bild. Doch die Maßnahmen zur Reduzierung von Douglasie und Fichte führten langfristig auf größeren Flächen zur Entwicklung eines naturnahen Buchenwaldes.

„Bis man da von einem Buchen-Urwald sprechen kann, ist aber noch viel Zeit und vor allem schwindender menschlicher Einfluss erforderlich”, so Aletsee. Diesen Gedanken stellt im übrigen auch die Nationalpark-Forstverwaltung bei der Feierstunde in Einruhr heraus.
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