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Nationalpark: Mehr als 1800 bedrohte Arten

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Der Blauschillernde Feuerfalter gehört zu den zu schützenden Arten im Nationalpark Eifel. Beim Aktionstag in Gemünd wird auf das weltweite Artensterben hingewiesen. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/Dr. A. Pardey

Nordeifel. Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt weist der Nationalpark Eifel auf seine über 1800 bedrohten Tier- und Pflanzenarten unter den bisher bekannten 7850 Arten hin, die in dem Großschutzgebiet einen Lebensraum gefunden haben.

Nicht nur Wildkatze, Biber, viele Fledermausarten, Mauereidechse oder Schlingnatter zählen nach Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders streng geschützten Arten im Nationalpark und genießen den Schutz durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union. Auch die Biotope, die sie besiedeln, sind Gegenstand der FFH-Richtlinie. Diese Buchen-, Auen-, Moor- und Schluchtwälder, Bäche, Tümpel, kleinen Moore, Felsen und artenreiche Wiesen sind an vielen Stellen im Nationalpark zu finden.

Zehn Jahre intensiver Untersuchungen der Tier- und Pflanzenwelt konnten deutlich machen, dass der Nationalpark Eifel ein Refugium zahlreicher, auch hochgradig gefährdeter und seltener Arten ist. Allein unter den 1340 bisher gefundenen Pilzarten sind 22 Neufunde für die Eifel oder Nordrhein-Westfalen und 106 hochgradig seltene, als verschollen geglaubte oder vom Aussterben bedrohte Arten.

Neue Erkenntnisse

Die für die nächsten Jahre geplanten Forschungsaktivitäten lassen weitere interessante Funde erwarten. So konnten bei Stichproben an der Urfttalsperre drei für die Eifel seltene Schneckenarten festgestellt werden, darunter die auf der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestufte Quell-Blasenschnecke. Die Funde belegen, dass die Urfttalsperre auch für andere Arten als dem bekannten Kormoran oder verschiedenen Amphibien- und Fischarten Lebensräume bietet. Weitere Arten werden bei den zukünftigen Untersuchungen bisher unzureichend erfasster Artengruppen der Pilze, Käfer, Schmetterlinge oder Fliegen erwartet.

Neue Erkenntnisse werden auch Forschungen im Rahmen des bundesweiten Verbundprojektes „Edaphobase“ bringen, das sich mit den in Böden lebenden Tieren beschäftigt. Im Nationalparkgebiet werden dazu seit diesem Jahr drei Fichten-, drei Buchen- und drei wärmeliebende Trauben-Eichenwälder untersucht. Das Projekt, an dem unter anderem die RWTH Aachen und das Aachener Institut gaiac beteiligt sind, hat den Aufbau einer Datenbank zu Bodenorganismen unterschiedlicher Lebensräume zum Ziel. Dabei werden Regenwürmer, Kleinringelwürmer, Fadenwürmer, Hornmilben, Raubmilben, Springschwänze, Hundertfüßer und Doppelfüßer erfasst.

Einen umfassenden Überblick über die Forschertätigkeiten im Nationalpark Eifel der vergangenen zehn Jahre erhalten Interessierte in der öffentlichen Vortragsveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Jubiläums am Samstag, 30. August, von 10 bis 17.30 Uhr im kleinen Kursaal im Kurhaus in Schleiden-Gemünd. Die verschiedenen reich bebilderten Beiträge erläutern auch für nicht fachlich versierte Teilnehmer die biologische Vielfalt der Pflanzen-, Pilz- und Tierwelt. Der Eintritt ist frei.

Der internationale Tag der biologischen Vielfalt wurde im Jahr 2000 durch die UNO eingeführt. Der Tag erinnert an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde. Es wurde inzwischen von mehr als 190 Vertragsstaaten unterzeichnet und gilt als eines der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Ziel des Aktionstages ist es unter anderem, auf das weltweite Artensterben hinzuweisen, Aufmerksamkeit für den Naturschutz zu erregen und das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Artenvielfalt in der Natur zu schärfen.

Nach der aktuellen „Rote Liste der gefährdeten Arten in NRW“ sind rund 42 Prozent der Säugetierarten, etwa 42 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen, mehr als 50 Prozent der Vogelarten, gut 55 Prozent der Schmetterlingsarten, rund 60 Prozent der Moose, ungefähr 71 Prozent der Kriechtiere sowie circa 52 Prozent der Wildbienen und Wespen akut gefährdet oder bereits ausgestorben.

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