Heimbach - Nationalpark Eifel: Ein Erfolgsprojekt auf Abwegen?

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Nationalpark Eifel: Ein Erfolgsprojekt auf Abwegen?

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
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Von Heimbach aus geht es direkt in den Nationalpark Eifel. Dort sollen jetzt Fehlentwicklungen korrigiert werden. jedenfalls hat das die neue NRW-Koalition in ihren Koalitionsvertrag geschrieben.

Heimbach. Dr. Harro Höger, Fraktionschef der SPD im Rat von Heimbach, hat offenbar den Koalitionsvertrag genau gelesen, den jüngst in Düsseldorf die Sozialdemokraten mit den Grünen geschlossen haben. In diesem Koalitionsvertrag findet sich der Satz: „Fehlentwicklungen im Nationalpark Eifel werden korrigiert.”

Höger fragte im Rat nach, was das denn wohl zu bedeuten habe und welche „Fehlentwicklungen” gemeint sind. Die Sache muss in Heimbach interessieren, schließlich liegen weite Gebiete, die zur Stadt gehören, im Nationalpark.

Die Heimbacher Verwaltung hatte den Koalitionsvertrag aber noch nicht studiert und versprach, sich zu informieren. Dürens grüner Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer war maßgeblich an der Aufstellung des Koalitionsvertrages beteiligt und bestätigte den „Nachrichten” auf Anfrage: „Ich habe den Satz in den Koalitionsvertrag hineingeschrieben.”

Krischer teilte sodann mit, im Kern geht es darum, dass der Nationalpark Eifel nur dann ein Erfolgsprojekt bleiben werde, wenn der Schutz der Natur und damit der Nationalparkgedanke oberste Priorität habe. Es fehle die konsequente Umsetzung des Nationalparkgedankens „Natur Natur sein lassen”. Deshalb sei „auf Dauer das Tourismuskonzept zum Scheitern verurteilt”.

Ein Harvester im Kermeter

Ein Beispiel gibt Krischer: „Heute können Besucher leider jederzeit mitten im Kermeter einem Harvester, also einem Großgerät zum automatisierten Holzeinschlag begegnen, und die fragen sich, was das mit Nationalpark zu tun hat.” Besucher merkten es, wenn die Natur im Park nicht die oberste Priorität hat. „Die werden nicht wiederkommen”, so Krischers düstere Prognose.

In den letzten fünf Jahren habe die abgewählte schwarz-gelbe Landesregierung dem Schutz der Natur im Nationalpark nicht in der notwendigen Weise Rechnung getragen und Entwicklungen zugelassen, die der Nationalpark-Idee abträglich seien. Das zuständige Umweltministerium habe sich damals „schlichtweg nicht für die Naturschutzinteressen im Nationalpark eingesetzt”. Allem Anschein nach sei sogar von Seiten des Ministeriums „in der Vergangenheit Druck ausgeübt worden, weitere Nutzungen zuzulassen.”

Die Kritik der Grünen betrifft vor allem folgende Punkte: Holzeinschlag und Abtransport mit Großgeräten selbst in der Kernzone des Nationalparks, keine natürliche Waldentwicklung. Krischer: „Hier ist das Problem, dass das Nationalparkforstamt immer noch Teil des Landesbetriebes Wald und Holz ist.”

Schafe auf der Dreiborner Hochfläche

Weitere Kritikpunkte: Auf der Dreiborner Hochfläche finde immer noch eine Schafbeweidung statt, wo eigentlich die Natur sich selbst überlassen bleiben sollte. Auch gebe es Holzeinschlag bei Fichten und anderen Nadelhölzern an vielen Stellen im Park, was oft fragwürdig im Sinne des Naturschutzes sei wegen des Abtransport des Holzes.

Weiter moniert der Bundestagsabgeordnete nicht nationalparkverträgliche Baumaßnahmen wie zum Beispiel die Urftseebrücke und monströse Felssicherungsmaßnahmen am Urftseerandweg. Auch die Planung einer Ortsumgehung Dreiborn auf der Grenze zum Nationalpark hält Krischer für überflüssig. Massenhafter Autoverkehr auf den Straßen im Nationalpark mit riesigen Lärmemission seien die Folge. Gegenüber früher sei zudem die Ausübung der Jagd kaum reduziert worden.

Ein Wisent-Gehege, zu viele Wanderwege, zu viele Straßen und deshalb zu kleine Ruheräume für Tiere, das sind weitere Missstände, die es zu beheben gilt.
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