Hellenthal - Narzissenfest ohne Narzissen

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Narzissenfest ohne Narzissen

Von: Elvira Hilgers
Letzte Aktualisierung:
Vorwiegend verbühte Narzissen
Vorwiegend verbühte Narzissen fanden die Besuchergruppen vor, die anlässlich des Narzissenfestes am vergangenen Samstag durch das Tal der Olaf spazierten. Foto: E. Hilgers

Hellenthal. „Wenn Loki Schmidt heute unter uns wäre, würde sie sicherlich ein Glas Rotwein mit uns trinken”, sagte Professor Wolfgang Schumacher beim Narzissenfest am Samstag. Im Gedenken an die im vergangenen Jahr gestorbene Ehefrau von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der die Narzissenwiesen ein besonderes Anliegen waren, erhob man am Stein, der auf den „Loki-Schmidt-Weg” hinweist, das Glas.

Der Büllinger Bürgermeister Friedhelm Wirtz hatte wie in den Vorjahren den Wein mitgebracht. Auch dies ist ein Zeichen für die gute, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, ohne die sich das Narzissengebiet nicht zu dem hätte entwickeln können, was es heute ist.

Fichtenwald statt bunte Wiesen

Wie das Gebiet im Oleftal heute aussehen könnte, wenn Schumacher und seine Studenten nicht ab Ende der 1970er Jahre mit der Entfichtung begonnen hätten, demonstrierte dieser den Besuchern des Festes, darunter auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel, anhand dreier Fichten auf der Narzissenwiese. Diese hat man damals nicht entfernt, inzwischen sind sie fast 20 Meter hoch - und wären ohne Schumachers Arbeit Bestandteil eines ausgedehnten Fichtenwalds, der kaum Spaziergänger locken würde.

Dass das Gebiet im deutsch-belgischen Naturpark mit seiner Narzissen-pracht sich inzwischen überregionaler Beliebtheit erfreut, sieht Schumacher nicht alleine als sein Verdienst an: „Ohne Loki Schmidt wäre hier nicht viel passiert. Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass sie damals mehr botanischen Sachverstand hatte als mancher Biologielehrer.” Und er setzte noch einen drauf: „Heute würde ich sagen, dass Loki mehr Biologiewissen hatte als die Hälfte aller Biologie-Professoren, weil die meisten in nur einem Gebiet hoch spezialisiert sind.”

Beim Narzissenfest war die Besucherschar ein wenig kleiner als in den Vorjahren. Dies war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass das Gros der Narzissen schon verblüht ist. Neben Minister Remmel und zahlreichen deutschen wie belgischen Naturfreunden waren auch der Leiter des Nationalpark-Forstamts, Henning Walter, der ehemalige Staatssekretär Thomas Griese, Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki-Schmidt-Stiftung, und als „Hausherr” Forstdirektor Holger Hoffmann vom arenbergischen Forstamt dabei.

Nach der Wanderung fand das eigentliche Fest auf dem Parkplatz Hollerather Knie statt. Manch einem Besucher gefiel die Verlegung, die auf Anregung der NRW-Stiftung zustande gekommen war, nicht so sehr. Doch Ralf Sawatzki von der Stiftung erklärte, dass man so Betriebe und Vereine in das Fest einbinden könne.

Die AOK, die Berg- und Hüttenleute, die Gemeinde Hellenthal und das Nationalparkforstamt waren genauso mit von der Partie wie die niederländischen Gäste vom benachbarten Heidehof und die KEV Kall mit ihrem Elektroauto, das Bürgermeister Herbert Radermacher vorstellte. Darin machte er mit Minister Remmel gar eine Spritztour in Richtung Weißen Stein.

Remmel rief dazu auf, die Narzissenwiesen als Naturerbe zu schützen und zu sichern. Er lobte die vielen Helfer. Die öffentliche Hand sei gar nicht in der Lage, dies so umzusetzen wie Ehrenamtliche es können.

Über den Samstag verteilt fanden stündlich Wanderungen zu den Narzissenwiesen statt.

In diesem Jahr war das Narzissenfest Teil einer Jubiläumstour zum 25-jährigen Bestehen der Nordrhein-Westfalen Stiftung, die sich seit der Gründung für den Schutz der wild wachsenden Narzissen in der Eifel engagiert.
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