Einruhr - Name für neues Rurseeschiff wird gesucht

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Name für neues Rurseeschiff wird gesucht

Von: Peter Stollenwerk
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Beliebt und gut frequentiert: Die „St. Nikolaus“ fährt ihre letzte Saison auf dem Obersee: Ab Frühjahr 2014 verkehrt ein neues und deutlich größeres Fahrgastschiff der Rurseeschifffahrt auf der Talsperre. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Die Tage der St. Nikolaus auf dem Obersee sind gezählt. Rund 60 Jahre lang verkehrte das kleine Fahrgastschiff zwischen dem Heimathafen Einruhr, Rurberg und der Urftseemauer: Ab der Saison 2014, die eine Woche vor Ostern beginnt, wird das vertraute Boot durch ein deutlich größeres Schiff ersetzt.

Aber wie soll das neue Fahrgastschiff heißen? Die Rurseeschifffahrt hatte bereits intern eine Idee entwickelt und wollte das Schiff „Seehnsucht“ taufen. Doch die Idee der kreativen Namensfindung, Begriffe und Emotionen zu verknüpfen, kam in Einruhr überhaupt nicht gut an.

Als der dortige Förderverein für Kultur und Heimatpflege Kenntnis vom geplanten neuen Namen erhielt, nahm man Kontakt zur Schifffahrt auf und bat darum, die Angelegenheit noch einmal zu überdenken. Ortsvorsteher Christoph Poschen und der 1. Vorsitzende Siegbert Heup sahen gar den Start des Schiffes „durch den Namen beeinträchtigt“, und schlugen daher Alternativen vor: Man möge doch den bisherigen Schiffsnamen aufgreifen und es in Anlehnung an den Pfarrpatron von Einruhr „St. Nikolaus II.“ taufen. Auch könne man sich in Einruhr mit dem Namen der zweiten Einruhrer Pfarrpatronin „St. Brigida“ anfreunden.

Das zweite Oberseeschiff, die „Eifel“, wird weiter planmäßig fahren. Mitte Oktober wird der Schiffs-Rohbau per Schwertransporter angeliefert. Zusammenbau und Innenausstattung erfolgen dann vor Ort.

Auch das Ortskartell Einruhr, das Montagabend zu einer Sitzung zusammenkam, unterstützte die Initiative, wie Ortsvorsteher Christoph Poschen auf Anfrage berichtet. „Einruhr hat die beiden Schiffe auf dem Obersee liebgewonnen und fühlt sich mit dem Namen verbunden.“ Man hoffe nun, dass der „freundliche Versuch“, die Rurseeschifffahrt umzustimmen, von Erfolg gekrönt werde. In diesem Zusammenhang weist Poschen darauf hin, dass der Name „Seehnsucht“ vor allen für ausländische Gästen schwierig zu deuten sei. Dagegen erkläre sich der Name „St. Nikolaus“ von selbst, zumal der heilige Nikolaus auch der Schutzpatron der Seefahrer sei.

Per Kran ins Wasser

Aufgrund der Initiative aus Einruhr ist die Rurseeschifffahrt nun zurückgerudert. Geschäftsführerin Waltraud Heuken möchte die Namensfindung auf ein breiteres Fundament stellen und ruft die Bevölkerung auf, ein Votum abzugeben. Waltraud Heuken: „Wir werden die Stimmung in der Bevölkerung dann bei der Namensgebung aufnehmen.“

Noch liegt das neue Schiff als Stahlskelett in einer Werft in Oberwinter am Rhein, ehe es dann in wenigen Wochen Richtung Rurberg geht, wo es vom Paulushofdamm aus per Kran zu Wasser gelassen wird. Der aus zwei Teilen (Ober- und Unterschiff) bestehende Stahlkörper wird dann nach Einruhr geschleppt und verschweißt. Hier erfolgt während der Wintermonate der individuelle Innenausbau. Überhaupt ist das neue Schiff ganz auf die Wünsche des neues Besitzers zugeschnitten worden.

Die durchgreifendste Neuerung ist der Einbau von Toiletten (auch für Behinderte), ein Service, den weder „ St. Nikolaus“ noch „Eifel“ vorhalten können. Damit komme man, so Waltraud Heuken, den Wünschen vieler Fahrgäste entgegen. Außerdem könne das neue Schiff dann auch für zusätzliche Abendfahrten auf dem Obersee genutzt werden.

Rund 250 Plätze bietet das neue Schiff, und kommt damit auch dem verstärkten Besucherandrang, den der Nationalpark Eifel in den zurückliegenden Jahren ausgelöst hat, entgegen. Das Elektroschiff mit zwei je 33 PS starken Elektroantriebsmotoren, ist mit 25 Metern zwar nur fünf Meter länger als die St. Nikolaus, aber mit 7,50 Metern fast doppelt so breit.

Auch für die St. Nikolaus gibt es eine Verwendung nach über einem halben Jahrhundert Eifelfahrten. Das wendige Elektroboot wird nächstes Jahr auf dem Wolfgangsee in Österreich seine Runden drehen.

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