Nähe Fringshaus: Altes Blausteinkreuz liegt in Stücken

Von: P. St.
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Hans-Jürgen Ender, langjähriger Vennführer, entdeckte die Kreuz-Fragmente am Straßenrand. Foto: P. Stollenwerk
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Nur noch Stückwerk: Das Offermannkreuz ist aus bislang unbekannter Ursache zerstört worden.
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So sah das Jahrhunderte alte Offermannkreuz früher aus.

Nordeifel. Die letzten Schneereste tauen in diesen Tagen weg, und die Natur bringt so manches zum Vorschein. Als Hans-Jürgen Ender aus Eicherscheid, ehemaliger Vennführer der Jugendherberge Hargard, jetzt mit dem Bus nach Aachen fuhr, vermisste er in der Nähe von Fringshaus ein seit Jahren vertrautes Bild.

Das sogenannte Offermannkreuz, ein nur gut 50 Zentimeter hohes Blausteinkreuz mit Inschrift, war nicht mehr an seinem Platz. Später schaute sich Hans-Jürgen Ender dann die Stelle aus der Nähe an und stellte fest, dass das historische Kreuz nur noch als Stückwerk vorhanden war.

Das fast 250 Jahre alte Kreuz befindet sich gut 300 Meter unterhalb von Fringshaus an der ersten Schneise unmittelbar an der Bundesstraße 258 in Richtung Aachen gesehen an der linken Seite. Wo einst das Kreuz stand, lag jetzt nur noch ein ungeordneter Haufen Steinfragmente.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei das Kreuz, das auf belgischem Gebiet steht, Opfer einer mutwilligen Attacke geworden oder auch vielleicht bei Rückearbeiten im Wald übersehen worden. Nicht ausgeschlossen werden kann auch ein Frostschaden. Noch liegen der zuständigen Forstverwaltung aber keinerlei Erkenntnisse über mögliche Ursachen vor.

Vennfreunde kümmern sich

Pascal Mertes, Leiter des Forstamtes in Eupen, kann sich nicht erklären wie das massive Steinkreuz zu Schaden gekommen ist. Erstmals festgestellt wurde die Zerstörung Ende des vergangenen Jahres. Dann deckte der Schnee für einige Monate die Eifel zu...

Pascal Mertes hat sich inzwischen mit den belgischen Vennfreunden (Amis de la Fagnes) in Verbindung gesetzt. Die bereits im Jahr 1935 gegründete Vereinigung hat zugesagt, den Schaden vor Ort einmal zu begutachten und dann zu entscheiden, ob das Kreuz trotz seines erheblichen Zerstörungsgrades wieder restauriert werden kann. „Wir hoffen, dass das möglich ist“, so der Eupener Förster.

In einem alten Vennführer ist nachzulesen, dass es sich um ein barockes Steinkreuz handelt, dass im Jahr 1774 zur Erinnerung an Cornelies Offermann aus Witzerath aufgestellt wurde. Im gleichen Jahr soll jener C. Offermann, der wahrscheinlich Postbote war, ganz in der Nähe auf dem früheren Weg Monschau-Aachen „jämmerlich ermordet worden“ sein. Dies verrät die Inschrift auf dem Kreuz. Fringshaus war zu diesem Zeitpunkt noch nicht errichtet.

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