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Nächste Buchenreihe steht zur Fällung an

Von: hes
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Erika Krebs und Dietmar Schütteler vom Ortsverband „Die Linke” möchten, dass die Bevölkerung diesmal frühzeitig über die Fällung einer Buchengruppe im Neubaugebiet Steinrötsch informiert wird. Zudem fordern sie eine genauere Untersuchung, wie es wirklich um die alten Bäume steht. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich. Groß war der Aufschrei vor wenigen Wochen in Imgenbroich, als im Neubaugebiet Steinrötsch eine markante Baumreihe alter Buchen der Motorsäge zum Opfer fiel. Auch wenn letztlich Verkehrssicherheitsgründe für das Entfernen der alten Bäume zwingend waren, wurden hinterher gewisse „Kommunikationsprobleme” eingeräumt, ohne die die Fällaktion vielleicht etwas verträglicher verlaufen wäre.

Aus diesem Grund hatten Dietmar Schütteler und Erika Krebs vom Ortsverband „Die Linke” nun zu einem Ortstermin eingeladen. Ort des Geschehens: erneut eine Baumgruppe im Imgenbroicher Neubaugebiet, diesmal Steinrötsch II, genau genommen: Peter-Schreiber-Weg.

Fünf mächtige Buchen bilden hier auf einem privaten Grundstück, aber direkt an der Erschließungsstraße gelegen, seit Jahrzehnten einen markanten Landschaftspunkt. Doch auch diese Bäume sollen nun weichen, „aus Verkehrssicherheitsgründen”, wie Erika Krebs der Vorlage für den Monschauer Planungsausschuss entnommen hat, der die Fällung in der öffentlichen Sitzung am Mittwoch (18 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) zum Thema hat.

Danach habe die Untere Landschaftsbehörde die Bäume einer Prüfung ihrer Standfestigkeit unterzogen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Verkehrssicherheit hier nicht mehr gewährleistet werden könne. „Diese Prüfung war aber keine wirkliche Untersuchung, sondern eine ÈBegehungÇ durch eine Vertrerin des damaligen Kreises Aachen - und zwar vor rund zwei Jahren”, wie Erika Krebs recherchiert hat.

Mit ihrem Ortstermin wollten die „Linke”-Vertreter „nicht unbedingt die Fällung verhindern oder die Empfehlung der Verwaltung anzweifeln”, stellt Dietmar Schütteler klar. Nach der schlechten Erfahrung der Baumentfernung Anfang März wolle man aber die Bevölkerung darauf hinweisen, was hier geplant sei. „Sonst werden die Bürger irgendwann demnächst wieder von den Motorsägen geweckt und vor vollendete Tatsachen gestellt”, so Schütteler.

Erika Krebs und Dietmar Schütteler halten aber darüber hinaus die Komplett-Abholzung der Baumreihe für „voreilig” und glauben, dass die Sicherheit vielleicht auch mit dem Fällen von ein oder zwei Bäumen oder einem gründlichen Aufasten wiederhergestellt werden könne. „Dazu wäre es erforderlich, alle fünf Bäume einmal fachgerecht zu untersuchen und nicht alleine aufgrund ihres Äußeren als ÈkrankÇ abzustempeln”, so Erika Krebs. Denn nur eine der fünf Rotbuchen ist nach einem Blitzeinschlag vor einigen Jahren auch für den Laien sichtbar angegiffen.

Mitglieder der „Linken” wollen deshalb nun ihrerseits ein Fachbüro in Stolberg, das sich auf derartige Prüfungen spezialisiert hat, oder einen Naturschutzbund (Nabu, BUND) beauftragen, die Bäume mehr als nur in Augenschein zu nehmen. „Denn solche Inseln, gerade in ansonsten baumarmen Neubaugebieten, gilt es zu schützen”, so Dietmar Schütteler.

Ersatzpflanzung

Die mit der Fällung verbundene Auflage einer Ersatzpflanzung einer jungen eifeltypischen Hecke mit sieben „Durchwachsern” ist für Schütteler und Krebs zwar „gut gemeint”, aber nicht wirklich ein Ersatz: „Eine solche Hecke ist zwar ganz nett, aber bei weitem kein Ersatz für diese wunderschönen großen und alten Bäume.”

Der Monschauer Planungsausschuss muss in seiner Sitzung am Mittwoch über die Befreiung vom Bebauungsplan und damit über die Fällung entscheiden.
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