Nach sechs Jahren: Staumauer des Menzerather Weihers ist saniert

Von: Ernst Schneiders
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Staumauer und Mönch (Überlau
Staumauer und Mönch (Überlauf) des Menzerather Weihers sind inzwischen saniert. Im Herbst soll das Gestrüpp aus dem Weiher entfernt werden. Nach dem Anstau den Winter über soll es dort im nächsten Jahr wieder Angelbetrieb geben. Foto: Ernst Schneiders

Menzerath. Im Frühjahr 2007 wehte Sturm „Kyrill” eine alte Buche um. Der Baum, den die Behörden gegen den Willen der Eigentümer erhalten wollten, krachte auf die Staumauer des Menzerather Weihers, beschädigte sie schwer und lieferte damit den Beweis, dass Naturgewalten sich nicht um bürokratische Befindlichkeiten scheren.

Diese Binsenweisheit konnte die Familie Gronen, Eigentümerin des Areals, jedoch nicht fröhlich stimmen, denn mit diesem Tag begannen Jahre währende Debatten über Zuständigkeiten, Sanierung und Übernahme der Kosten. Die Brüder Axel und Gerrit Gronen fühlten sich von den Behörden ein ums andere Mal an der Nase herumgeführt und hingehalten.

Nach dem plötzlichen Tod von Reinhold Thönnessen, so beklagten die Gronens, sei ihnen im Monschauer Rathaus der „verlässliche Ansprechpartner” abhanden gekommen. Thönnessen habe man vertraut, und deshalb gebe es an der Laufenstraße auch nichts Schriftliches. Nach Thönnessens Tod könne sich im Rathaus niemand mehr an Zusagen und Absprachen erinnern, und somit habe man ein Problem.

Zwangsweise abgelassen

Auf die Städteregion waren Axel und Gerrit Gronen seinerzeit ausgesprochen schlecht zu sprechen. Die hatte nämlich im Herbst 2010 verfügt, dass der Menzerather Weiher abgelassen werden müsse, weil die Dammkrone sich gesenkt habe und zu bersten drohe. Eilig trommelte die Familie Gronen einige Helfer zusammen, um so viele Fische und Teichmuscheln zu retten wie möglich und in andere Weiher auf dem Areal einzusetzen. Das gelang nur bedingt, aber erst im Frühjahr 2011 wurde das ganze Ausmaß sichtbar: Rund 2000 große Teichmuscheln hatten nicht sichtbar im Schlick des Weihers gesteckt und den strengen Winter nicht überlebt.

Doch es ging nicht nur um Angelsport und Naturschutz. Der Menzerather Weiher ist wichtig für den Hochwasserschutz im Bereich des Eschbachs. Das wurde auch zu keinem Zeitpunkt im Monschauer Rathaus bestritten. „Es geht nicht weiter”, skizzierte Bürgermeisterin Margareta Ritter Ende März des vergangenen Jahres gegenüber unserer Zeitung den Stand der Verhandlungen. „Es scheitert nicht am Willen, sondern an der Aufteilung der Kosten.”

Stadt und Städteregion erwarteten von der Familie Gronen mehr, als die zu leisten imstande war. Die Gronens erwarteten von den Behörden mehr, als die zu zahlen bereit waren. Erneut kam die Städteregion schlecht weg, die, so Axel Gronen damals, zwar für „Schweinegeld” Krötentunnel unter der Alten Monschauer Straße gebaut habe, den Amphibien allerdings durch das Ablassen des Weihers den Lebensraum nehme. Auch bei der Kostenbeteiligung tat sich die Städteregion zunächst schwer.

Jeder zahlt ein Drittel

Im Herbst 2011 wurden dann alle Zahlenspiele beendet. Die Familie Gronen, die Stadt Monschau und die Städteregion Aachen einigten sich darauf, die mittlerweile reduzierten Sanierungskosten in Höhe von 24.000 Euro jeweils zu einem Drittel zu übernehmen. Nach Gerrit Gronens Worten, würden eventuelle Mehrkosten zu Lasten der Stadt Monschau gehen. Deren Bürgermeisterin Margareta Ritter freute sich seinerzeit ebenfalls, dass die Hängepartie beendet und das leidige Thema aus der Welt geschafft werden könne: „Die Familie Gronen hat lange genug gewartet.”

Genau das ist der Punkt, der Axel Gronen auch heute noch ärgert, nachdem die Sanierung von Mauer und Mönch abgeschlossen ist. Die Behörden hätten sich über die Maßen Zeit gelassen. Bisweilen habe man wegen personeller Veränderungen in den Amtsstuben die Verhandlungen wieder auf Null stellen müssen. Das habe dazu geführt, das man jetzt ein weiteres Jahr warten müsse und den Weiher erst 2013 wieder bewirtschaften könne, nach einer Unterbrechung von sechs Jahren.

Nur noch Forellen

Im Herbst wird nach Axel Gronens Worten mit vereinten Kräften dem Gestrüpp, das den Weiher inzwischen erobert hat, der Garaus gemacht. Der Anstau im Winter dürfte nicht das Problem werden, weil der Eschbach genug Wasser führt. Ab Frühjahr 2013 soll es dann am Menzerather Weiher wieder Angelbetrieb geben. Nur noch Forellen sollen eingesetzt werden, möglicherweise der eine oder andere Friedfisch, aber keine Raubfische, beispielsweise Hechte.

Der Menzerather Weiher hat eine lange Geschichte. Mindestens seit dem 16. Jahrhundert gibt es dort Fischweiher. Im Jahr 1549 wurden sie erstmals urkundlich zur Versorgung der Monschauer Burg erwähnt. Seit 1918 sind sie im Eigentum der Familie Gronen. Das 1927 erbaute Wohnhaus war bis 1953 Pension und Restaurant, wo es sich unter anderem Franz von Papen, Heinrich Lübke und Konrad Adenauer bei Kaffee und Kuchen gutgehen ließen. Pension und Fischzucht wurden 1989 eingestellt. Der Angelbetrieb lief noch eine Weile, wenn auch reduziert, weiter.
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