Nach dem Regen wirken die Pollen wie Schmierseife

Von: Sarah Maria Berners
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Gelbe Flüsse: Der Regen hat d
Gelbe Flüsse: Der Regen hat die Pollen von den Autos in die Straßenrinnen Foto: Berners

Nordeifel. Endlich: Es hat geregnet. Die Luft wirkt wie frisch geputzt, war sie doch in den vergangenen Tagen nicht nur heiß, sondern vor allem gelb.

Die männlichen Pollenkörner sind auf der Suche. Auf der Suche nach ihrem weiblichen Gegenstück. Vom Wind getrieben finden sie aber leider nicht immer gleich dorthin, wo sie eigentlich landen sollten. Die Allergiker leiden unter triefenden Nasen und brennenden Augen. Und noch eine Gruppe leidet: die Autofahrer.

Vor allem jene, die mit einem schwarzen Gefährt durch die Landschaft düsen. Putzen nützt kaum. Millionen winzig kleine Pollenkörner setzen sich außerdem auf Fenstern, Fensterbänken, Brillengläsern und Gartenstühlen ab. In Cafés und Restaurants wischt das Personal immer wieder über Stühle und Tische. In den Autohäusern wird man der gelben Wolke nicht Herr. Der Regen hat Abhilfe geleistet.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die gelbe Pollenschicht dem Lack schadet. „Das stimmt aber nicht”, sagt Jacqueline Grünewald, Sprecherin des ADAC. „Pollenstaub verursacht keine Lackschäden.” Klebrige Harze und Vogelkot würden die Hülle der Autos angreifen, Pollen seien allenfalls wenig ästhetisch. Gefährlich sei der Pollenflug also nicht für die Autos, aber im Extremfall für den allergischen Autofahrer. „Hatschi” - und schon ist man bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h 15 Meter im Blindflug unterwegs. „Wer weiß, dass einem Nießer meist weitere folgen, sollte anhalten”.

Schlecht für die Verkehrssicherheit können auch die verstaubten Windschutzscheiben sein. „Vor allem in der Dunkelheit bricht sich das Licht anders”, sagt Grünewald. Also: Scheibenwischwasser nachfüllen. „Wenn es jetzt regnet, verflüchtigt sich das Problem von selbst”, sagt Grünewald. Allerdings nur, wenn es richtig stark regnet. Bei leichtem Regen nach so langer Trockenheit würden sich Pollen und Staub zu einer „verhängnisvollen Mischung” zusammentun, die wie Schmierseife wirke. „Vor allem in Kurven ist Aufmerksamkeit gefragt. Motorradfahrer sollten besonders gut aufpassen.”

Löwenzahn ist unschuldig

Der Löwenzahn erstrahlt mit seinen gelben Blüten auf den weiten Feldern der Eifel - und macht sich verdächtig, für die Pollenplage verantwortlich zu sein. Allein von ihm stammen die Pollen aber nicht. „Momentan sind vor allem viele Fichtenpollen unterwegs”, sagt Konrad Hecker vom Regionalforstamt. Im Hürtgenwald sehe er gelbe Wolken, die sich bei Windstößen aus den Bäumen lösen.
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