Schmidt/Kathmandu - Nach dem Abitur für zehn Monate ins Kloster

Nach dem Abitur für zehn Monate ins Kloster

Von: ale
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Sophie Lennartz aus Schmidt hat für zehn Monate ihr altes Leben eingetauscht: Sie lebt jetzt in sehr einfachen Verhältnissen einem Kloster in Nepal und unterrichtet dort Englisch unter schwierigen Bedingungen.

Schmidt/Kathmandu. Sophie Lennartz lebt zurzeit in einem buddhistischen Kloster in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Die 17-Jährige aus Schmidt schreibt beeindruckende Berichte nach Hause über ihre Tätigkeit und ihre Erfahrungen. Sie hat die benachteiligten Kinder, denen sie Englischunterricht erteilt, in ihr Herz geschlossen und möchte gern mehr für sie tun. Deshalb bittet sie um Spenden.

Nachdem sie am Franziskus-Gymnasium in Vossenack ihr Abitur gemacht hatte, nahmen ihre Zukunftspläne nicht gleich konkrete Gestalt an. Sie hatte großes Interesse daran, ein soziales Jahr zu absolvieren, doch für etliche Projekte war sie einfach zu jung.

Da stieß sie im Internet auf die „Volunteer Initiative Nepal“, eine Freiwilligenorganisation. Die Formalitäten für ihre Reise und ihren Aufenthalt ließen sich zügig abwickeln. Und wenn ihre Eltern auch starke Bedenken äußerten, so akzeptierten sie doch ihre Wahl und unterstützten sie in ihrem Vorhaben. Insgesamt zehn Monate wird Sophie Lennartz im Karmaleksheyling Kloster in Kathmandu bleiben.

Sie selbst lebt dort in äußerst schlichten Bedingungen und sieht in ihrer Umgebung viel Armut und Elend.

Sie erfährt von ihren Schülern, wie arm deren Familien sind und schreibt nach Hause: „Oft stehe ich vor Schülern ohne Stifte, Bücher oder Schreibhefte. Ihnen Vorwürfe zu machen ist mir dann unmöglich ist, sobald ich begreife dass nicht Faulheit oder Unordentlichkeit der Grund ist, sondern vielmehr finanzieller Engpass. Einige haben mir auch mehr über ihre Lebensgeschichte erzählt: Über einen Umzug in die Hauptstadt, nachdem sie Land und Gut in ihren Heimatdörfern aufgeben mussten, nur eine kleine, unisolierte Wellblechhütte als Behausung, die im Winter mit offenem Feuer beheizt werden muss.“

Mit anschaulichen Fotos belegt Sophie Lennartz ihre Schilderungen und trotz der vielen Schwierigkeiten sieht man auf den meisten Bildern lachende Kinder. Im Kloster werden die Jungen mit dem Allernötigsten ausgestattet: Essen, (meistens sauberem Trink-)Wasser, einer Kleidungsgarnitur und einem warmen Schlafplatz, fundamentaler Schulausbildung und vor allem einer Gemeinschaft, die sich um sie kümmert. Auch dafür müssen die Familien der Jungs einen minimalen Beitrag leisten, den sie oft nicht aus eigenen Mitteln aufbringen können.

Sophie Lennartz hat sich entschlossen, für die ihr anvertrauten Kinder und deren Familien um Spenden zu bitten: „Statt ein fünf oder zehn Euro teureres Weihnachtsgeschenk zu kaufen, können wir genauso gut die umgerechnet etwa 1000 Rupien an arme Familien geben.“ Sie nennt als Beispiel ein nierenkrankes Mädchen, für das man damit einen Monat lang die täglich benötigten Medikamente kaufen könnte.

Sophie Lennartz versichert, dass sie bereitwillig alle Fragen beantworten wird – zur Verwendung der Spendengelder, dem Leben im Kloster, dem Land oder der Freiwilligenorganisation „Volunteer Initiative Nepal“.

Spenden kann man über die Internetseite www.volunteeringnepal.org/make-donation.

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