Nach 54 Jahren erstmals eine Kirmes ohne Schützenkönig

Von: ag
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Warum will niemand mehr Schüt
Warum will niemand mehr Schützenkönig werden?: Bruno Gerhards sucht nach Gründen. Foto: Gabbert

Rohren. Das hat es noch nie gegeben: In Rohren wird an diesem Wochenende Kirmes gefeiert, und es gibt keinen Schützenkönig. „Nach 54 Jahren wird eine Tradition unterbrochen, das sollte uns nachdenklich stimmen”, sagt der Brudermeister der St.-Cornelius-Schützenbruderschaft, Bruno Gerhards.

Er hat sich auf die Suche nach den Gründen begeben und ein Schreiben verfasst, das in dieser Woche an die Einwohner von Rohren und Widdau verteilt wurde. „Wir haben das Schreiben extra noch vor der Kirmes verteilt, um dann mit den Leuten ins Gespräch zu kommen”, erklärt Gerhards.

Warum erklärt sich niemand mehr bereit, Schützenkönig zu werden? Liegt es an den Kosten? Ist es dem ein oder anderen unangenehm, wenn die komplette Dorfbevölkerung zu Hause aufschlägt? Diese Fragen stellen die Schützen und versuchen in ihrem Rundschreiben klar zu machen, welche Aufgaben, Pflichten und auch Kosten wirklich mit dem Amt des Schützenkönigs verbunden sind.

„Das hält sich im überschaubaren Rahmen, und wir halten auch nicht an alten Zöpfen fest”, sagt Gerhards. Am wichtigsten sei dabei die Freude, dieses Amt auszuüben, es dürfe keine lästige Pflichtübung sein, hält der Brudermeister fest. Manchmal sei auch von Kosten zwischen 5000 und 6000 Euro die Rede. „Mit allen drum und dran müsste man hier mit 500 bis 1000 Euro auskommen”, sagt er zu den Kosten. In Rohren übernimmt die Bruderschaft die Kosten für die Getränke nach der Ermittlung des neuen Königs. Zur Finanzierung der Getränke am Kirmesdienstag gibt es 500 Euro „Königsgeld” von der Bruderschaft und einen Zuschuss des Sportvereins.

Damit zu Hause alles in Ordnung bleibt, macht die Bruderschaft dem potenziellen Schützenkönig das Angebot, den Umtrunk auf Klein- und/oder Großkirmes am Schützenhaus zu veranstalten.

„Die Verpflichtungen halten sich im überschaubaren Rahmen”, sagt Gerhards. Das Regentschaftsjahr beginnt mit der Großkirmes im September. Der Besuch des Hubertusessens Anfang November sollte selbstverständlich sein, schreiben die Schützen. Im neuen Jahr folgen dann der Besuch des Stadt- und Bezirksschützenfestes sowie die Fronleichnamsprozession. Zusätzlich könnten noch Jubiläen anderer Bruderschaften oder Ortsvereine hinzu kommen. „Normalerweise sind diese Termine auch frühzeitig bekannt, so dass man sich darauf einstellen kann”, sagt Gerhards.

Reaktionen auf ihr Schreiben hat die Bruderschaft noch nicht erhalten. Dabei sind die Schützen für Verbesserungsvorschläge offen. Für Anregungen wäre Brudermeister Bruno Gerhards (Telefon: 02472/1451, Borngasse 2) dankbar. Die Vorschläge können auch bei jedem anderen Vorstandsmitglied eingereicht werden. Auch anonyme Vorschläge werden gerne angenommen.

„Dieses Jahr ist die Situation leider nicht mehr zu ändern, aber ich hoffe, dass wir von einer einmaligen Unterbrechung der Tradition reden”, sagt Gerhards.
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