Nach 500 Jahren erinnert nur noch ein Kreuz an die Mühle

Von: ani
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Heute erinnert nur noch ein Mühlstein mit Kreuz und Infotafel an die Lammersdorfer Mühle: Früher war sie für die umliegenden Dörfer von großer Bedeutung. Foto: A. Hoffmann

Lammersdorf. Wer sich zur Kalltalsperre vom Betriebsweg unterhalb der Lammersdorfer Bergstraße (B 266) am Knotenpunkt 18 zu einem Spaziergang zur gut drei Kilometer entfernten Kalltalsperre aufmacht, geht in der Regel achtlos an ihrem ehemaligen Standort vorbei.

Die Rede ist von der „Lammersdorfer Mühle“ (auch „Mathars Mühle“ genannt), die gut hundert Meter nach Beginn des genannten Betriebsweges an der tiefer gelegenen Kall über Jahrhunderte hinweg stand. Um das Jahr 1970 wurden die Reste der zu Ruinen verfallenen Gebäude abgerissen. Heute erinnert dort ein aufgestellter Mühlstein nebst Kreuz und Infotafel des Eifelvereins an die Mühle, wozu eine Sitzbank zum gemütlichen Verweilen in der Stille des Kalltales einlädt.

1516 erstmals erwähnt

Zwischen der heutigen Bundesstraße 266 und dem Mühlstein stand die 1516 erstmals erwähnte Lammersdorfer Mühle mit Wohnhaus, Stall und Scheune jahrhundertelang. Die Bedeutung der Mühle wird auch daran deutlich, dass sie eine sogenannte Bannmühle war, in der die Bauern der umliegenden Dörfer bis Zweifall, Woffelsbach, Vossenack und Schmidt ihr Getreide mahlen lassen mussten. Bedenkt man das Tempo der damaligen Transportmittel, gewinnt man eine Vorstellung, wie beschwerlich und zeitaufwendig der Weg für die Anlieferer bis zum Mahlstein war.

Lange war die Mühle Eigentum der Jülicher Herzöge, bevor sie zur napoleonischen Zeit privatisiert wurde. Um 1800 waren Bertram und Hubert Lennartz die Eigentümer. 1822 gehörte sie Theodor Lutterbach aus Rollesbroich und 1838 Arnold Antwerpen aus Strauch. Schon elf Jahre später (1849) kam die Mühle in den Besitz der Familie Mathar und wurde seitdem auch „Mathars Mühle“ genannt.

Der letzte Müller, Josef Mathar, starb 1955 und die Erbengemeinschaft verkaufte die Mühle mit dem umliegenden Grund und Boden 1965 an den Wasserverband des Landkreises Aachen. Von ihm wurde dann auf Wunsch der Erbengemeinschaft zur Erinnerung der Mühlstein aufgestellt.

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