Monschau - „My fair Lady“: Leichtes Spiel zum Festspiel-Ausklang

„My fair Lady“: Leichtes Spiel zum Festspiel-Ausklang

Von: Christoph Hahn
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Eine schwungvolle Darbietung zum Ausklang der Monschau-Klassik: Mit „My fair Lady“ wurde ein Bühnenklassiker aufgeführt, der das Publikum auf der Burg begeisterte. Foto: Christoph Hahn

Monschau. Die doppelte Bedeutung des Wortes „Schirmherr“ kam dem Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg sehr gelegen – zumindest am Samstagabend: „Wie gerne würde ich über ihnen den Schirm aufspannen, damit der Regen an uns vorbeiprasselt!"

Das rief der langjährige Monschauer Stadtdirektor vor Beginn der Aufführung des Musicals „My Fair Lady“ den Zuhörern auf den nicht ganz ausverkauften „Klassik“-Rängen an der Burg zu. Zusammen mit Bürgermeisterin Margareta Ritter zog er ein Resümee der jüngsten Ausgabe des Festivals. Unisono stimmten Ritter und Etschenberg ein Danklied an. Produktionsleiter Lulu Castell und sein Team erfuhren ebenso eine wohlwollende Würdigung wie die Männer vom Bauhof der Stadt – und vor allem die „verlässlichen Sponsoren“, denen Margareta Ritter ihre Reverenz erwies. Der „Klassik“ komme auch weiter in der Region wie im lokalen Raum ein hoher Stellenwert zu.

Millowitsch im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des folgenden Bühnen-Spektakels stand in den anschließenden drei Stunden ein Prominenter aus Köln, der auch in der Eifel einen hohen Bekannt- und Beliebtheitsgrad genießt: Peter Millowitsch, Volksschauspieler und Theaterleiter in der Nachfolge seines legendären Vaters Willy.

Als Alfred Higgins, Vater des Blumenmädchens Eliza Higgins, zeigt sich der Volksschauspieler als Mehrfachtalent. Zusammen mit dem Ensemble der Kammeroper Köln tanzt er wie ein Wirbelwind vor dem Bühnenbild von Ulrich Wolff, das von zahlreichen Zinnen und der britischen Flagge, dem Union Jack, gekrönt wird. Millowitsch fällt jedoch nicht nur durch seine Spielfreude auf. Die Professionalität seines Handwerks erweist sich dadurch, dass der prominente Gast nie dick auftrug, nicht chargierte und seine Figur mit einer unaufgeregten Lustigkeit darstellte – übrigens nicht in kölschem, sondern in berlinerndem Tonfall.

Wie Millowitsch naturgemäß im Mittelpunkt des Interesses seitens der Zuschauer stand, so war er doch bei allem Profil doch nicht das allein bestimmende Zentralgestirn des gesamten Spiels. Seine Kollegen im Ensemble erwiesen sich in der Feinzeichnung ihrer Charakterkomik als ihrem Mitakteur absolut ebenbürtig. Bernhard Dübe etwa bringt als Oberst Pickering den ganze Charme eines Grandseigneurs auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Volker Hein als Sprachforscher Harry Higgins bewegt sich nicht nur mühelos auf der Klaviatur englischer Dialekte hinauf und hinunter, sondern geht zwerchfellerschütternd in den „Kampf“ mit dem Blumenmädchen und seinem selbstbewussten beharren auf den Eigenheiten proletarischer Sprechkultur. Da werden dann auch die handelnden Figuren nicht mit breitem Quast gemalt, sondern – im viktorianischen Rahmen – der Handlung fein gestrichen gezeichnet.

Den gewachsenen historischen Umgebung der Burg-Bühne wird die Inszenierung von Lajos Wenzel im Ambiente von Ulrich Wolffs Kulisse ausgezeichnet zurecht. Die Szenerie füllt die Spielfläche auf der Hauptbühne komplett aus – der Höhe und der Breite nach. Trotzdem erweist sich das Bühnenbild als so variabel, dass hoch über den Dächern des Städtchens ein munteres Wechselspiel, ein Auf und Ab, die 15. Monschau-Klassik beschließt.

Der abschließende Liederabend am Sonntag wurde aufgrund schleppender Ticketnachfrage in die Markthalle verlegt.

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