Monschau - „My Fair Lady” erobert die Monschauer Burg

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„My Fair Lady” erobert die Monschauer Burg

Von: Peter Stollenwerk
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Besonders durch die gelungene
Besonders durch die gelungene Choreografie überzeugte das Ensemble der Kammeroper Köln bei der Musical-Aufführung von „My Fair Lady” auf der Burg Monschau. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Exakt 55 Jahre nach der Erstaufführung in New York und genau 50 Jahre nach der deutschen Erstaufführung im Theater des Westens in Berlin (u.a. mit Paul Hubschmid und Rex Gildo) war jetzt die Burgbühne in Monschau Schauplatz für den Musical-Klassiker „My Fair Lady”.

Am Broadway brachte es die begeistert aufgenommene Geschichte rund um das Blumenmädchen Eliza Doolittle auf insgesamt 2717 Vorstellungen, in Monschau bei der Klassik 2011 gibt es immerhin zwei Termine. Die Nachfrage des Publikums war so groß, dass sie Festspiel-Veranstalter sich entschlossen, zum Ausklang der diesjährigen Veranstaltungsfolge am Sonntag, 14. August das Musical noch einmal zu terminieren.

Bei der ersten Aufführung am vergangenen Freitagabend erlebten die rund 1100 Zuschauer im ausverkauften Burghof eine von der Kammeroper Köln routiniert inszenierte Darbietung, musikalisch perfekt unterstützt von den Kölner Symphonikern unter der Leitung von Inga Hilsberg, die auch bereits im vorigen Jahr bei der Klassik Akzente setzte.

Zunächst einmal aber setzt mit Beginn der Veranstaltung in den Zuschauerreihen das große Rascheln ein, denn die sicherheitshalber an die Besucher verteilen Regencapes kamen zum Einsatz, doch der kleine Schauer als Ouvertüre war nur von kurzer Dauer, sodass die Musical-Freunde den Abend bei angenehmen Temperaturen rundum genießen konnten. Die Zuschauer erwartete eine rasante Abfolge bekannter Melodien, wobei sich „My Fair Lady” als Musical der Frühzeit noch ganz am Muster des Wechsels zwischen Musiknummern und schauspielerischen Überleitungen orientiert und daher auch nicht die Dynamik neuerer Musical-Produktionen mit viel Show und Spektakel mitbringt.

Dank der gut eingespielten Truppe aus Köln unter der Regie von Lajos Wenzel, die vor drei Wochen bei der Premiere umjubelt wurde, überzeugt die Aufführung trotz einiger antiquierter Elemente mit ihrem Schwung und viel Leidenschaft. Die Musik von Frederick Loewe garantiert zudem einen hohen Wiedererkennungswert. Nummern wie „Mit nem kleenen Stückchen Glück” „Ich hätt getanzt heut Nacht” oder das unsterbliche „Es grünt so grün” lassen das Publikum beschwingt und vergnügt die leichte Kost auf der Bühne genießen. Die komödiantischen Elemente sind fein dosiert, mehr geht es um die perfekt einstudierte Choreografie und die authentische Darstellung der Charaktere, ohne dabei auf die Boulevard-Bühne abzugleiten.

Bei „My Fair Lady” dreht sich alles um die Frage, ob es möglich wohl ist, aus dem einfachen Blumenmädchen Eliza (Maria Mucha) aus den Londoner Slums allein durch Umformung der Sprache eine Lady der High-Society zu machen? Diese Frage stellt sich Phonetikprofessor Henry Higgins (Wolf H. Latzel) und geht eine Wette mit dem Sprachprofessor Oberst Pickering (hervorragend gespielt von Bernhard Dübe) ein. Das Experiment erweist sich als schwierig, stattdessen lernt der eingefleischte Junggeselle Higgins seine Gefühle kennen, und das Experiment endet mit der leisen Hoffnung auf ein gemeinsames Glück.

Mit anerkennendem Beifall wird das Ensemble der Kammeroper Köln von den Zuschauern verabschiedet, die auf der Burg einen gelungenen Musical-Abend erlebten, der die Bandbreite der Monschau-Klassik wieder um eine Nuance bereichert hat.
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