Musikalische Reise durch die Jahreszeiten

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Roetgen. „Komm holder Lenz”, so singt der Chor der Landleute in „Die Jahreszeiten” von Joseph Haydn und so beendete auch der gemischte Chor „Cantus Oecumenicus” sein unter dieses Motto gestelltes Frühlingskonzert in der Evangelischen Kirche in Roetgen.

Peter Emonds, langjähriger Dirigent dieses Chores, hatte ein interessantes Programm mit anspruchsvollen Mendelssohn-Bartholdy-Vertonungen von Frühlingsgedichten sowie Chören aus diesem Oratorium einstudiert. Die intensive, wenn auch nur im 14-Tage-Rhythmus durchgeführte Probenarbeit, trug Früchte.

Der etwa 40 Sänger umfassende Chor erwies sich als ein gut eingestimmtes, homogenes Ensemble. Peter Emonds hatte die Damen und Herren sicher im Griff: saubere Intonation, präzise Einsätze und deutliche Artikulation.

In seinen weltlichen Chorliedern orientierte sich Mendelssohn-Bartholdy an der klassischen Chorbehandlung: Der Sopran führt die eigentliche Melodie und die anderen Stimmen begleiten mehr oder weniger motivisch aufgelockert nach Art eines guten Klaviersatzes. Viele Lieder entstanden aufgrund privater, familiärer Anregungen und bieten erlesene Kleinode wie „Die Nachtigall” nach Goethe, „O sanfter, süßer Hauch” nach Uhland und „O wunderbares, tiefes Schweigen” nach Eichendorff, mit denen sich Cantus Oecumenicus vorstellte.

Beginnend mit dem Herbst, der an Ernte, Jagd und Weinlese erinnert über den Winter, bei dem der Hörer in die warme Stube geführt wird, in der gesponnen, gesungen und geschwatzt wird, bis hin zum Frühling mit dem holden Lenz, ein heiterer Gesang der Landleute um Sonnenschein.

Das anspruchsvolle Programm wurde auch von Josef Otten mitgestaltet, der mit drei Liedern von Maurice Ravel den Nachmittag eröffnete. Den erlesenen Versprechungen des Chanson romanesque folgte mit Chanson épique ein Gebet an den Heiligen Michael, und letzteres bildete ein eher stürmisches Chanson à boire (Trinklied.)

Josef Otten glänzte durch Verständlichkeit, runden Klang, Farbigkeit und gute Präsenz. Eindrucksvoll präsentierte er das Ständchen und das im kölschen Dialekt gesungene „Wie kumm ich dann de Pooz erenn?” von Johannes Brahms.

Sein ebenbürtiger Partner am Klavier, Theo Palm, meisterte die virtuosen und schwierigen Klavierparts mit Bravour. Bei aller technischen Perfektion wirkte sein Spiel nie technisch-kalt und spröde, sondern immer warm und gefühlsbetont. Sein prägnantes und beherzt zupackendes Klavierspiel kam bei den Besuchern an. Auch in den Arien des Simon „Seht auf die breiten Wiesen hin” und „Schon eilet froh der Ackersmann” aus den Jahreszeiten boten beide Künstler aus Stolberg einen erfreulichen, genussvollen Vortrag.

Für ihre außergewöhnliche Darbietung wurden die Mitwirkenden vom Publikum mit großem Applaus belohnt. Die Sänger bedankten sich mit einer Zugabe.
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