Musik erreicht die Herzen der Menschen

Von: hes
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Mit guter Vorbereitung und höchster Konzentration trugen die 60 Aktiven des großen Orchesters im Musikverein Mützenich ihr durchaus anspruchsvolles Repertoire beim diesjährigen Weihnachtskonzert unter Leitung von Dirigent Helmut David (re.) vor. Foto: H. Schepp

Mützenich. „O du fröhliche, o du seelige, gnadenbringende Weihnachtszeit“, klang es am Ende aus unzähligen Kehlen in der vollbesetzten Mützenicher Pfarrkirche, begleitet vom mächtigen Klang eines 60 Musiker starken Blasorchesters. Das Weihnachtskonzert des Musikvereins „Eintracht“ Mützenich am dritten Advent hat längst Tradition, gehört für viele Menschen – nicht nur aus dem „Venndorf“ – einfach zur Vorweihnachtszeit dazu.

Es erreichte auch diesmal die Herzen der Menschen, die sich darauf einließen, über die festliche Musik den Zauber dieser Zeit zu empfinden.

Über Monate hatten Dirigent Helmut David das große Orchester und Dirigentin Nathalie Schepp, unterstützt von Peter und Gottfried Sommer, das Jugendorchester auf den musikalischen Höhepunkt zum Jahresabschluss vorbereitet, und das große Auditorium belohnte mit dem zahlreichen Besuch gleichsam den Probenfleiß des „Eintracht“-Ensembles.

Weihnachtslied als Kriegsprotest

Die Jugend machte den Anfang und nährte die Hoffnung, dass es auch in einigen Jahren noch ein Weihnachtskonzert des Musikvereins Mützenich geben wird, denn da wächst reichlich Nachschub für das große Orchester heran, in das die Kinder und Jugendlichen mit Ablegen der D-Prüfung aufrücken.

Mit Pachelbels getragenem Christmas Kanon eröffnete das knapp 30-köpfige Nachwuchsensemble die musikalische Feierstunde und nahm sich auch im zweiten Beitrag eines eher ernsteren Weihnachtsstücks an: Denn John Lennons nahe gehende Ballade „Happy Christmas“ aus dem Jahr 1969 beschreibt alles andere als ein fröhliches Weihnachtsfest, sondern entstand im historischen Umfeld des Vietnam-Krieges. Mit gefühlvollem und dynamischem Spiel vermochten die jungen Musiker diese Lied-Botschaft musikalisch sehr gut zu vermitteln.

Das dynamische Musizieren, also das Wechselspiel zwischen zarten, leisen und oft solistischen Passagen sowie kraftvollen Tutti-Einsätzen des gut besetzten Blasorchesters ist auch ein Hauptaugenmerk von Dirigent Helmut David, der sein 60-köpfiges Ensemble gerne zu anspruchsvoller Blasmusik motiviert. Viel einfacher wäre es sicherlich, ein leicht gesetztes Weihnachtslieder-Medley aufzuführen, doch David, seit fast 40 Jahren am Dirigentenpult der „Eintracht“, kitzelt lieber das zweifelsohne vorhandene Talent aus seinen 60 Musikerinnen und Musikern im Alter zwischen 13 und über 60 Jahren heraus.

Und die durften nach dem Konzert zu Recht stolz sein, anspruchsvolle Stücke wie Leroy Andersons „A Christmas Festival“, das „Ave Maria“ von Bach-Gounod oder einen Querschnitt des Musicals „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ konzentriert und sehr gut dargeboten zu haben. Das Publikum des Mützenicher Weihnachtskonzerts hat zudem ein gutes Gefühl für die Leistung des Orchesters, dass in der guten Akustik der Sankt-Bartholomäus-Kirche seinen hervorragenden Klang so richtig entfalten konnte.

Jugendchor als Bonbon

Dies galt auch für das weitere Programm des großen Orchesters. Populäre und weihnachtliche Klänge („The Rose“, „Weihnacht“, „The Bells of Christmas“) wechselten ab mit festlicher Musik (Largo aus der „neuen Welt“, „Panis Angelicus“, „Gloria Sancti“), die nicht nur in der Weihnachtszeit gerne gehört wird. Dazu trugen Susanne Jentges und Martin Isaac mal besinnliche, mal heitere Texte und Meditationen vor, die die Musikvorträge sehr gelungen miteinander verbanden.

Ein Bonbon beim Weihnachtskonzert ist seit einigen Jahren die Gesangseinlage einiger Aktiver des Musikvereins. War dies bei den vergangenen Konzerten jeweils ein Kinderchor, der die Zuhörer entzückte, so stellten Nathalie und Heiner Schepp diesmal einen mit vielen Jugendlichen besetzten Chor zusammen und führten zwei englischsprachige Weihnachtslieder auf. „Mary‘s Boychild“, 1956 von Spiritualmusiker Jester Joseph Hairston komponiert, erzählt das Weihnachtsevangelium und wurde in Deutschland durch die Versionen von Harry Belafonte und Boney M. populär.

Der Chor des Musikvereins arrangierte, begleitet nur von Andrea Försters gefühlvollem Klavierspiel, seine ganz eigene Fassung und erreichte damit die Herzen der Zuhörer. Auch „We are the world“, einer Charity-Hymne amerikanischer Rock- und Popgrößen aus dem Jahr 1978, verlieh der Projektchor mit vielen Solopassagen und wohlklingenden Chorsätzen seine eigene Note.

Ganz am Ende einer wirklich gelungenen Einstimmung auf Weihnachten durften dann, wie einfgangs schon geschildert, auch die Zuhörer ihre gesanglichen Qualitäten beweisen – und taten dies, zu den Klängen des großen Orchesters und offenbar inspiriert durch das zuvor gehörte, lautstark und mit hörbarer Freude.

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