Musical-Star fegt Nieselregen von der Burg

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Große Gesten und eine große Stimme: Die Sopranistin Anna Maria Kaufmann glänzte bei der Musical-Gala auf der Burg Monschau.

Monschau. Der Wunsch von Anna Maria Kaufmann sollte nicht Wirklichkeit werden. Es blieb dabei: Die Sonne versteckte sich, stattdessen schickte der Himmel Nieselregen zur Burg Monschau.

Von Berlin in die Eifel

Doch da es bekanntlich kein schlechtes Wetter gibt, ließen sich die rund 1000 Besucher im fast ausverkauften Burghof die Musical-Gala im Rahmen der Festspiele 2013 nicht vermiesen, sondern streiften ergebenst die vom Veranstalter ausgehändigten Regen-Ponchos über. Das „Best of“-Programm aus der Welt der Musicals beendete am Sonntagabend das erste Wochenende der Monschau-Klassik, das unterschiedlicher nicht hätte sein können.

Gestartet mit Volksmusik-Veteran Heino über den anspruchsvollen, aber nicht ganz leicht zu vermarktenden Wagner-Abend bis hin zur beschwingten Musical-Hitparade zeigen die Monschauer Festspiele ihre neue musikalische Bandbreite auf.

Noch am Abend zuvor hatte die international gefragte Solistin Anna Maria Kaufmann vor 20.000 Besuchern auf der Berliner Waldbühne in der Aufführung „Die Csardasfürstin“ gestanden, ehe sie nun in Monschau mit wenigen Worten, aber großer Stimme im goldfarbenen Abendkleid den nervigen Nieselregen von der Burg fegte.

Mit 15-minütiger Verspätung startete die Veranstaltung, da die Besucher in der Altstadt bis zuletzt auf die Shuttle-Busse gewartet hatten, um möglichst wenig im Regen zu stehen.

Wurzeln in der Eifel

Mit der Feststellung „Mein Urgroßvater stammt aus der Eifel“ überraschte die in Kanada geborene Sopranistin ihr Publikum, während Moderator René Giessen, der später noch seine Show haben sollte, souverän durch den Abend führte. Bestens aufgelegt war auch die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg, die unter der Leitung von Juri Gilbo den Melodien Tempo, Eleganz und Schwung verlieh. Ein Medley aus der Westside-Story und „Goldfinger“ gehörten zu den Höhepunkten im ersten Programmteil. Das im Programm angekündigte „The Winner takes it all“ von Abba kam zwar nicht zur Aufführung, dafür aber passend zum Abend George Gershwins „Summertime“.

Fasziniert und begeistert war das Publikum dann, als René Giessen zur Mundharmonika griff und für einige akustische Kunststücke sorgte. Er ist weltweit einer der berühmtesten Mundharmonika-Solisten und spielt unter anderem in Konzerten die bekannten Soundtracks aus den Winnetou-Filmen. In Monschau jagte er den Zuschauern einen weiteren Schauer über den Rücken mit der ergreifenden „Spiel mir das Lied vom Tod“-Melodie.

Auch anschließend punktete Giessen noch einmal beim Publikum: „Das ist hier auf der Burg ein sagenhaftes Ambiente. Darauf können Sie stolz sein.“

Anna Maria Kaufmann, inzwischen im tiefroten Kleid (später erschien sie dann noch ganz in Weiß) zeigte im Andrew Lloyd-Webber-Block ihre ganze Klasse – vom gefühlsintensiven „Argentina“ bis zu „Memory“, dem Musical-Hit schlechthin. Im Zugabenteil zeigte das Orchester und ein angestachelter Dirigent Juri Gilbo in Mikis Theodorakis´ einzigartigem „Sirtaki“ seine ganze Spielfreude.

Glanzvoller Streifzug

Das Publikum klatschte begeistert mit und hatte sich inzwischen von den klammen Sitzen erhoben, bevor Anna Maria Kaufmann mit dem tief ins Herz gehenden „Hallelujah“ und dem swingenden „Hello Dolly“ einen glanzvollen Streifzug durch die Welt des Musicals beendete.

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