Einruhr - Mountainbike-Marathon: 600 Teilnehmer trotzen widrigen Bedingungen

Mountainbike-Marathon: 600 Teilnehmer trotzen widrigen Bedingungen

Von: Vera Junker
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Herausforderung am Obersee: Beim Mountainbike-Marathon in Einruhr trafen die Teilnehmer auf ungemütliche äußere Bedingungen und eine anspruchsvolle Strecke. Foto: Vera Junker

Einruhr. Der Puls ist am Anschlag. Es geht steil bergan. Der matschige Feldweg sorgt für rutschende Reifen. Und trotzdem – ein Lächeln huscht über das Gesicht, der Daumen wird gehoben und es bleibt sogar noch Luft für eine humoristische Äußerung: „Wir hätten jetzt auch auf der Couch liegen können. Aber das ist ja langweilig.“

Langweilig? Ein Fremdwort für die Sportler, die sich am Samstagmittag auf ihre Mountainbikes schwingen und sich von Einruhr ausgehend einer sportlichen Herausforderung stellen.

Eine Herausforderung, die bedeutet: entweder 38, 54 oder 75 Kilometer auf dem Mountainbike zu sitzen und dabei über Stock und Stein auch noch 800 bis 1600 Höhenmeter zurückzulegen. An diesem Samstag gesellt sich zu der ohnehin anspruchsvollen sportlichen Leistung, noch ein witterungsbedingter Faktor – der Regen. Auf die Starter in Einruhr wartet eine aufgeweichte, schlammige Strecke. Na und? Mountainbiker schreckt so schnell nichts ab, erst recht keine erschwerten Bedingungen.

Es ist also kaum verwunderlich, dass der fünfte, vom Sportverein Einruhr/Erkensruhr veranstalte Mountainbike-Marathon mit einem neuen Teilnehmerrekord aufwartet. Das zeichnet sich schon vor dem eigentlichen Startschuss ab. Kurzzeitig gingen die Startnummern aus, es galt zu improvisieren. Doch improvisieren ist kein Problem, über 600 Zweirradcracks gehen um die Mittagszeit auf die unterschiedlichen Streckenlängen.

Unterwegs befinden sich Profis, ambitionierte Mountainbiker, aber auch Sportler, die sich zum ersten Mal einem solchen Wettkampf stellen. Zu ersten beiden Kategorien zählen in Einruhr auch diverse Feuerwehrleute, ob aus Berufs-, Freiwilliger- oder Werkfeuerwehr. Zum insgesamt sechsten Mal ermitteln diese am Obersee ihre deutschen Marathon-Mountainbikemeister, zum zweiten Mal werden sie auf rund um Einruhr über die Strecken von 75 und 38 Kilometer ermittelt.

Die Titelverteidiger sind wieder am Start. „Die Meisterschaft, die wir hier vor zwei Jahren ausgefahren haben, ist sehr gut aufgenommen worden. Deswegen freuen wir uns, auch in diesem Jahr die vorhandene Infrastruktur nutzen zu können“, erklärt René Ritzerfeld von der, die Meisterschaft organisierenden Berufsfeuerwehr Aachen.

Unter den startenden Feuerwehrleuten sind, ebenso wie im gesamten Starterfeld, zahlreiche, zum Teil weit angereiste Mountainbike-Fans. Einer von diesen ist Hubert Fritzenwenger, der über acht Stunden Autoanreise aus dem Süden Deutschlands hinter sich hat. „Das Rennen passte ganz gut in meinen Zeitplan“, erklärt der Bayer, der im Jahr etwa 5000 Kilometer radelnd zurücklegt. Sein erster Eindruck von der Strecke: „Die ist anspruchsvoll. Man kann sich, anders als bei uns im Süden nicht darauf einstellen, konstant eine Stunde Berg hoch zu fahren. Es geht hier ständig rauf und runter. Und heute kommt der Regen hinzu.“

Entsprechend gefordert ist nicht nur die Ausdauerfähigkeit, sondern auch die Konzentration. „Es ist vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt“, so Bernd Schütt vom Sportverein Einruhr/Erkensruhr. Schon vor dem Start weist Moderator Felix Arens auf Schlüssel- und Gefahrenstellen hin, bittet um Vorsicht.

Doch bei einem hilft auch Vorsicht nicht – dem Matsch kann keiner der Radler entkommen. Schon wenige Meter nachdem Start sind die Gesichter und Beine schwarz gefleckt. Nach den ersten Kilometern und der ersten steilen Abfahrt ist das Stimmungsbild gemischt. „So ist es in jedem Fall besser, als wenn es super staubig ist“, meinen die einen. Die anderen stöhnen kurzzeitig über die Schlammschlacht und die umso kraftraubenderen Anstiege.

Die Möglichkeit neue Energie für den weiteren fordernden Streckenverlauf zu sammeln, gibt es an unterwegs aufgebauten Verpflegungsständen. Wer hier ankommt nutzt an diesem Samstag nicht nur die Gelegenheit Bananen oder Kuchen zu sich zunehmen, sondern fordert vorwiegend Wasser, um die vollkommen verdreckten Brillen zu reinigen. „Der Durchblick ist abhanden gekommen“, lacht ein Mountainbiker der das Fahrrad kurz beiseite stellt und einen Plausch mit dem Team am Verpflegungsstand hält.

Wo ist die Dusche?

Nicht für alle Starter ist eine gute Zeit das Ziel. Für viele zählt der olympische Gedanke. Für alle gehört im Zielbereich am Samstag nach sportlicher Anstrengung allerdings vor allen Dingen eine Frage zum Repertoire: Wo ist die Dusche, wo kann man die Räder säubern?

Und auch, wenn das Wetter nicht wirklich mitspielt, ist Bernd Schütt zufrieden: „Das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Die Stimmung war trotzdem sehr gut. Der Dank gilt den vielen helfenden Händen. Ohne diese Unterstützung ist eine solche Großveranstaltung nicht durchführbar.“

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