Nordeifel - Monschauer Straße: Bürger können sich selbst Bild machen

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Monschauer Straße: Bürger können sich selbst Bild machen

Von: Peter Stollenwerk
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Mehr Licht in die Pläne zum Ausbau der Monschauer Straße soll das vom Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling jetzt öffentlich gemachte Gutachten des Landesbetriebs Straßenbau bringen. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel. Dreispurig oder vierspurig? Das ist eine der zentralen Fragen bei der Dauerbrenner-Debatte um den Ausbau der B258 (Monschauer Straße) zwischen Kalkhäuschen und Autobahnanschlussstelle Lichtenbusch.

Die Diskussion über die künftige Gestaltung der wichtigsten Straßenverbindung von der Eifel ins Oberzentrum Aachen hat in den zurückliegenden Monaten wieder Fahrt aufgenommen, und erhält nun noch einmal zusätzliches Tempo, weil der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (Eschweiler) jetzt ein umfangreiches Verkehrsgutachten des Landesbetriebs Straßenbau NRW zur Leistungsfähigkeit der Monschauer Straße öffentlich gemacht hat. Hierin wird ein teilweise vierspuriger Ausbau gefordert. Der Öffentlichkeit bekannt ist bislang nur ein gemeinsamer Vorschlag von Städteregion und Stadt Aachen, der auf einem dreispurigen Ausbau der Monschauer Straße basiert.

Auf der Internetseite des Abgeordneten kann sich nun jeder Bürger auch ein Bild über die fachliche Bewertung der vom Landesbetrieb beauftragten Gutachter machen. Genau diese Absicht verfolgt Kämmerling auch mit der juristisch nicht angreifbaren Veröffentlichung: „Der Bevölkerung werden aktuell alle Möglichkeiten vorenthalten, die beiden Ausbaupläne miteinander zu vergleichen.“ Demokratische Normalität sollte es aber sein, dass man den Bürgern die Entscheidungsgrundlagen transparent darlege.

Laut Aussage des Landesbetriebs liegt das in Rede stehende Gutachten der Stadt Aachen vor. Im Mobilitätsausschuss der Stadt Aachen ist es in Zusammenhang mit den eigenen Ausbauplänen der Stadt in Abwesenheit des Landesbetriebs auch tatsächlich diskutiert worden.

Zur Sache selbst sagt Stefan Kämmerling, dass er einen teilweise vierspurigen Ausbau der Monschauer Straße für die „optimale Lösung“ halte. Sollte sich im Entscheidungsprozess jedoch bei den Fachleuten die Erkenntnis durchsetzen, dass nur ein dreispuriger Ausbau machbar sei, „dann ist das sicher besser als nichts“. Wichtig sei aber, dass zuvor eine sachorientierte Abwägung stattfinde. Ein vierspuriger Ausbau zwischen Pascalstraße und Autobahnanschluss Lichtenbusch verbessere laut Gutachten des Landestriebs nicht nur den Verkehrsfluss, sondern sehe auch Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner in Oberforstbach vor.

Verkehrsprognose bis 2025

Das Gutachten betrachtet insgesamt drei Streckenabschnitte: den 1,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Autobahn Lichtenbusch und Pascalstraße, das 4,5 Kilometzer lange Stück zwischen Pascalstraße und Kalkhäuschen und schließlich den weniger bedeutenden Bereich zwischen Kalkhäuschen und Relais Königsberg.

Die Verkehrsprognose für die Jahre 2012 bis 2025 auf der Monschauer Straße geht von einem Zuwachs des Pkw-Verkehrs um 7 Prozent (0,5 Prozent pro Jahr) aus, beim Güterverkehr sollen es sogar 33 Prozent (2,2 Prozent pro Jahr) sein. Am Knotenpunkt Pascalstraße wurden 2012 bis zu 27.330 Fahrzeuge in 24 Stunden gezählt, laut Trendprognose sollen es im Jahr 2025 bis zu 29.550 Fahrzeuge sein. Zum Vergleich: In Relais Königsberg sind es gut 10.000 Fahrzeuge weniger.

Das Gutachten resümiert, dass die Monschauer Straße heute bereits in den Spitzenstunden morgens und nachmittags „ausgelastet bzw. überlastet“ sei. Um den prognostizierten Belastungen gerecht zu werden, sei an den Knotenpunkten Nerscheider Weg und Oberforstbacher Straße ein fünfstreifiger Ausbau (in jeder Richtung zwei Geradeausstreifen plus ein Linksabbiegerstreifen) erforderlich. Ab Knotenpunkt Pascalstraße seien zwei Fahrstreifen in Richtung Aachen erforderlich.

An den Auffahrten zur Autobahn sieht man keinen zwingenden Handlungsbedarf. Im weiteren Verlauf der Monschauer Straße ist im Gutachten nicht mehr von einem vierspurigen Ausbau die Rede. Ab Abzweigung Itertalklinik bis Pascalstraße werden in Richtung Aachen zwei Geradeaus-Fahrspuren mit Überholabschnitten vorgeschlagen. Ab Ampelkreuzung Raerener Straße sollen bis Schmithof/Ardennenstraße in Fahrtrichtung Eifel ebenso zwei durchgehende Fahrstreifen angelegt werden.

Verbesserungsbedarf sieht der Landesbetrieb schließlich auch an der Einmündung Kalkhäuschen: „Der Knoten wird den Verkehrsanforderungen 2015 nicht gerecht.“

In den nächsten beiden Monaten, so hat der Landesbetrieb mit Blick auf die Kommunalwahlen am 25. Mai und der damit auferlegten Neutralitätspflicht wissen lassen, wird man aber vor keinem kommunalpolitischen Gremium die Ausbaupläne vortragen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg sprach gestern von einem „überaus merkwürdigen Unterfangen“, dass die Planungsunterlagen des Landesbetriebs „hier noch nicht vorliegen“. Dies füge sich allerdings nahtlos „in eine zögerliche Informationspolitik des Landesbetriebs zum Thema B258 ein“. Auch außerhalb der Wahlkampfzeiten sei man nicht bereit gewesen, den Planungsstand zur B258 im zuständigen Fachausschuss der Städteregion Aachen vorzustellen.

Etschenberg: „Ich halte es nicht für einen guten Stil, der Bevölkerung ‚scheibchenweise‘ Informationen zu servieren“. Es sei der Initiative von Aachens Oberbürgermeister Philipp und ihm zu verdanken, dass in das Thema B258 nun wieder Bewegung gekommen sei. Durch den gemeinsamen Vorschlag hätten sich die Chancen einer Einigung für eine realistische Lösung beschleunigt. „Dieses wichtige Thema für die Menschen in der Eifel darf nicht verbrannt werden.“

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