Monschau - Monschau wird noch einmal zu „Lugtal“

Monschau wird noch einmal zu „Lugtal“

Von: Egl
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Dirigent Jeff Krings (ganz rechts) und seine Musiker glänzten beim Konzert in der Monschauer Aukirche. Foto: H. Egerland

Monschau. Am Ende brennt die Marienkapelle. Sie hatte dem reichen Unternehmer Brosch bei seinen Immobilienplänen eh immer im Weg gestanden. Und nun? Das fragten sich am 26. Januar 1975 die Fernsehzuschauer zum Schluss des ersten von zwei Teilen der WDR-Produktion „Die Stadt im Tal“ - Regie führte damals die heutige Hollywoodgröße Wolfgang Petersen, Hauptdarsteller war die Altstadt von Monschau.

An diesen Film und dessen Produktion erinnerte die Musikvereinigung Montjoie 1926 e.V. mit ihrem diesjährigen Themenkonzert in der Aukirche am Marktplatz der Altstadt. Manchmal spannende, manchmal humoristische, aber immer unterhaltsame und interessante Geschichten konnte Moderator Georg Kaulen zwischen den einzelnen Musikstücken dem begeisterten Publikum erzählen.

Zu einem anderthalbstündigen Programm hatte die Musikvereinigung geladen und die Aukirche war ordentlich gefüllt. Hilmar Weber, der Vorsitzende des Musikvereins, konnte neben Pastor Karl-Heinz Stoffels auch die beiden Ehrenmitglieder Raimund Müller und Karl Görgen begrüßen.

Georg Kaulen, Ortsvorsteher der Altstadt, vertrat Bürgermeisterin Margareta Ritter und führte das Publikum durch den Abend. Hinter dem Altar war eine Leinwand in Position gebracht worden, auf der Bilder aus dem TV-Film, aber auch von Gebäuden und Menschen Monschaus projiziert wurden.

Die Altstadt war dramaturgisch in „Lugtal“ umbenannt worden, Monschauer Bürger wirkten als Statisten mit – darunter auch die Musikvereinigung als Kapelle des Grafen Brosch, jenem zwielichtigen Mann, der in der Geschichte politische Strippen zog und auch vor höchst fragwürdigen Methoden nicht zurückschreckte, um an seine Ziele zu kommen.

Die Musikvereinigung kam auf diese Weise zu ihrem ersten TV-Auftritt neben Schauspielergrößen wie Paul Dahlke, Siegfried Wischnewski und Susanne Uhlen. Hilmar Weber, der einzige noch heute Aktive, der damals mit dabei war, erinnert sich noch gut daran: „Da war schon einiges los in Monschau!“

Auch der heutige Trompeter der Musikvereinigung Peter Kaulard war schon damals dabei, jedoch noch nicht als Musiker, denn dafür war er noch zu jung. Aber der damals kleine blonde Junge durfte als Statist Teil des Films sein. Und nicht zuletzt wegen der großen Verbundenheit der Monschauer zur Fernsehproduktion war auch die Idee aufgekommen, das diesjährige Konzert an jenem Film aufzuhängen.

Das Musikprogramm war vielfältig: Von Stücken aus dem damaligen TV-Film über bekannte Filmmusik bis hin zu aktueller Popmusik bekam das Publikum einiges dargeboten. Dabei faszinierte das Zusammenspiel der engagierten Musiker unter der Leitung ihres Dirigenten Jeff Krings ebenso wie die Solisten und Gäste.

Ein noch namenloses Quartett (Yogi Scheen am Akkordeon, Gerd Zilles am Djambay-Percussian, Alain Flas an der Gitarre und Sänger Jean Marc Gering) begeisterte durch Eigenkompositionen, Stephan Laschet an der Orgel bestach durch seine Perfektion sowohl bei Solo als auch bei seiner musikalischen Begleitung.

Die Herzen der Zuhörer eroberte vor allem der zwölfjährige Benjamin Dick mit einem Solovortrag mit dem Flügelhorn. Hilmar Weber zeigte sich besonders stolz über das jüngste Mitglied der Musikvereinigung, denn „Benny ist nicht nur ein Eigengewächs, sondern auch der jüngste Solist, der je aus unseren Reihen hervorgegangen ist!“

Vor 38 Jahren ging die Kritik übrigens mit der TV-Produktion über die „Stadt im Tal“ recht gnadenlos um: ein „sämiger Groschenroman“, urteilte „Der Spiegel“ – und die „Süddeutsche Zeitung“ sprach von einem „Schurkenstück, gegen das Courths-Mahlersche Intrigen wie subtile Seelendramen wirken“.

Der Film wurde nicht wieder ausgestrahlt, und auch der Hollywoodregisseur spricht heute kaum noch über dieses frühe Werk. Für die Monschauer wird er ein Stück Erinnerung bleiben, das mit dem Themenkonzert neu belebt wurde.

Das Publikum in der Aukirche jedenfalls quittierte die Darbietungen mit deutlichem Applaus und dankte damit ihrer Musikvereinigung für einen gelungenen sonntäglichen Spätnachmittag.

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