Monschau/Bütgenbach - Monschau und Bütgenbach unterstreichen ihre Freundschaft

Monschau und Bütgenbach unterstreichen ihre Freundschaft

Von: P. St.
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Bester Stimmung waren die Teilnehmer des 31. Freundschaftstreffen zwischen Monschau und Bütgenbach, das diesmal seinen Ausklang im Landhaus Küpper in Berg fand. Foto: P. Stollenwerk

Monschau/Bütgenbach. Nicht nur kleine Geschenke sondern auch kurze Dienstwege erhalten die Freundschaft. Die unbürokratische Abwicklung von grenzüberschreitenden Angelegenheiten, die die beiden Kommunen direkt betreffen, ist der wichtigste Pfeiler der langjährigen Freundschaft zwischen der Stadt Monschau und der Gemeinde Bütgenbach.

Diese gute Tradition des unkomplizierten Austausches stand auch beim 31. Freundschaftstreffen, das diesmal wieder auf belgischer Seite stattfand, im Mittelpunkt. Das freundliche Herbstwetter wurde zudem zu einer gemeinsamen Wanderung genutzt, ehe sich beide Delegationen abschließend im Landhaus Küpper in Berg einfanden, um ein Fazit zu ziehen. Emil Dannemark, der Bütgenbacher Bürgermeister und Hermann Mertens, der allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Treffens.

„Weg des Gedenkens“ fast fertig

Ein wichtiges Thema der 14-köpfigen Arbeitsgruppe war erneut der „Weg des Gedenkens“, der seit 2009 auf der Tagesordnung des Freundschaftstreffens steht und nun die letzte Etappe genommen hat. Anlässlich der Narzissenblüte im Frühjahr 2015 soll der rund 125 Kilometer Weg, der den Spuren des zweiten Weltkrieges folgt, offiziell eröffnet werden.

Die Vorbereitung für die Ausschilderung ist abgeschlossen, und die viersprachigen Infotafeln an markanten Punkten des Weges sind inzwischen in Auftrag gegeben worden. Die lange Phase der Realisierung zeigt, dass die Grenzen auch heute noch hinderlich sind, denn eine der größten Herausforderungen bestand darin, einen Kartographen zu finden, der eine einheitliche grenzüberschreitende Karte produzierte. Hermanns Mertens: Alle vorhandenen Wanderkarten enden an der Grenze.“

Mit ins Boot bei der Planung des historischen Wanderweges wurden auch noch die Gemeinden Hellenthal und Weismes genommen. Für die Ausstattung des Weges, der auf vorhandenen Trassen geführt wird, sind Kosten in Höhe von 35000 Euro eingeplant. Die Kommunen auf deutscher Seite profitieren dabei vom Leader-Projekt, die belgischen Gemeinden müssen ihren Anteil selbst finanzieren. Das Logo des Weges zeigt die Farben der Landschaft und die jeweiligen Nationalfarben, vereint in einer Friedenstaube.

Auch der im Herbst 2013 offiziell eröffnete Vennbahnweg ist ein Projekt, von dem beide Kommunen profitieren. Ein kleiner Disput im Bereich des ehemaligen Kalterherberger Bahnhofs um die Aufstellung eines Frittenwagens war ein klassisches Beispiel dafür, wie Probleme auf dem kurzen Dienstweg dank eines vorbildlichen Informationsaustausches gelöst werden können.

Auf die gleiche Weise konnte auch ein kleines Personalproblem im Europakindergarten Küchelscheid gelöst werden. Hier suchte die Gemeinde Bütgenbach als Träger der Einrichtung nach einer Lösung, um eine Stunde Aufsichtspflicht zu überbrücken. Ein Anruf bei der Stadt Monschau genügt und schon konnte eine ortsnahe aus Kalterherberg angeboten werden.

„Wir inspirieren uns gegenseitig“, beschreibt Hermann Mertens das Verhältnis der beiden Kommunen. Entscheidend sei der praktische Nutzen für den Bürger bei dieser Form der Kooperation und nennt ein weiteres Beispiel: „Wenn in Monschau Weihnachtsmarkt ist, dann steigen in Bütgenbach die Übernachtungszahlen an.“ Die Kommune werbe auf belgischer Seite gezielt mit dem Monschauer Weihnachtsmarkt, während man in Monschau das hervorragende Radwegenetz jenseits der Grenze werbend hervorhebt.

Ein weiteres Thema, auch nicht zum ersten Mal, war die Abwasser-Problematik in Leykaul. Die Abwässer aus dem zur Gemeinde Bütgenbach gehörenden Ortsteil werden in der Kläranlage Kalterherberg gereinigt. Dringend notwendig ist aber die Sanierung der Abwasserleitung, für die der Gemeinderat Bütgenbach zwischenzeitlich 120.000 Euro genehmigt hat. Hier kommt es zu einem erheblichen Fremdwassereintrag. In den Ortsteil Leykaul werden jährlich rund 6500 Kubikmeter Trinkwasser geliefert, ab 35.000 Kubikmeter kommen an die Kläranlage Kalterherberg. Aber auch diese gewaltige Differenz kann den guten nachbarschaftlichen Beziehungen nichts anhaben. Hermann Mertens: „Die Abrechnung orientiert sich am tatsächlichen Aufkommen.“

Das nächste gemeinsame Treffen, außerhalb des einmal jährlichen stattfindenden Freundschaftsbesuches findet bereits am 16. Dezember statt. Dann gedenkt man gemeinsam mit Hellenthal, Büllingen und Weismes des 70-Jahrestages der Ardennen-Offensive.

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