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Monschau kommt aus dem Feiern nicht mehr raus

Von: Egl
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Passend zum Festzug kam beim Festzug der Bürgerschützen die Sonne heraus. (v.l.n.r.): Geschäftsführer Ralf Kaulen, Peter Theißen, Guido Breuer, Georg Kaulen, Axel Wirtz, Pfarrer Jens-Peter Bentzin, Achim Scheidt, Hans-Josef Hilsenbeck. Foto: C. Stollenwerk

Monschau. Bisher waren die diesjährige Kirmes und die Jubiläumsfeierlichkeiten der Bürgerschützen Montjoie von strahlendem Sonnenschein und geradezu sommerlichen Temperaturen begleitet. Gerade für den wichtigsten Termin, an dem zum großen Jubiläumszug 24 Vereine erwartet wurden, hatte der Wetterbericht Regen vorhergesagt - und tatsächlich öffnete der Himmel seine Schleusen.

Dann aber - kurz vor dem Versammeln der Vereine auf dem Parkplatz Burgau - kam sogar die Sonne durch und ließ einen grandiosen Festzug zum Höhepunkt der 650-Jahr-Feier werden.

Neben allen wichtigen Ortsvereinen waren die Schützenbruderschaften des Monschauer Landes der Einladung der Altstädter gefolgt. Sogar aus dem englischen Bearsted hatte der befreundete Rifle Club eine Abordnung geschickt. Besonderer Glanz kam aus den Niederlanden: Die Musiker und Schützen der „Schutterij St. Mauritius” aus Strucht sorgten mit ihren bunten Uniformen und zahlreichen Instrumenten für eine Augenweide und Ohrenschmaus.

Die Menschen in der Altstadt bekamen überhaupt allerhand zu sehen: So ließ die befreundete Karnevalsgesellschaft „Stadtgarde Frechen Grün-Weiß” ihre Tanzmariechen durch die Straßenschluchten Monschaus wirbeln. „So etwas sieht man hier auch nicht alle Tage”, so eine begeisterte Monschauerin, „das ist ein besonderes Erlebnis!” Über 460 Personen gingen mit im Festzug, ganz am Ende der Jubiläumsverein. Seine Ehrenmitglieder mussten nicht laufen; für sie hatten die Bürgerschützen eine Pferdekutsche organisiert.

Der große Festzug war allerdings nur der Höhepunkt mehrtägiger Feiern, die schon zwei Tage zuvor begonnen hatten. Am Freitag hatten die Schützen zum Festabend in die „Markthalle Monschau” geladen - und viele Gäste waren gekommen. Bürgerschützen-Präsident und amtierende Majestät Georg Kaulen begrüßte vor allen den Landtagsabgeordneten Axel Wirtz, der die Schirmherrschaft über die Jubiläumsfeierlichkeiten übernommen hatte.

In seiner Grußrede betonte dieser, dass es gerade in einer touristisch geprägten Stadt wie Monschau wichtig sei, dass die einheimische Bevölkerung zusammenhalte.

Das Motto der Schützen, „zu schützen und zu bewahren” habe in der heutigen Zeit zwar einen Bedeutungswandel erfahren, nicht aber seine Bedeutung verloren: „Sie, liebe Schützen, halten auch heute noch instand, nicht mehr die Mauern Ihrer Burg, aber Gemeinschaft und Tradition. Das Gesellige steht im Mittelpunkt und passt sich der Zeit an, das Traditionelle wird erhalten.”

Der Ehrenpräsident der Monschauer Schützen Guido Breuer warf einen humorvollen Blick zurück in die Vergangenheit des Vereins, der sein ganzes Leben geprägt habe: Seit nunmehr 51 Jahren sei er Mitglied dieses Vereins, einen „steilen Aufstieg” habe er hinter sich, „vom einfachen Bürgerschützen über den Fahnenträger zum Präsidenten, nun auch zum Ehrenpräsidenten.” Und mit Bezug auf das ehrenamtliche Engagement der Schützen, die das gesellige Leben der Altstadt prägen: „Zu jeder Zeit braucht ein Verein Menschen, die aus Liebe zur Tradition mit Mut, Fleiß und Engagement der Sache dienen.”

Ähnlich sprach Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Städteregionsrat: In allen Veranstaltungen der Schützen gebe es „ein spürbares Bewusstsein von Traditionspflege. Tradition, Verbundenheit und Bürgersinn werden in den Jubiläumshighlights Ausstellung und Festschrift deutlich.”

Peter Theißen, der erste stellvertretende Bürgermeister Monschaus, überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung. Auch er erinnerte an die ehemaligen Pflichten der Bürgerschützen als Verteidiger der Heimatstadt: „Heute geht es ruhiger zu.”

„Geld ist nicht da”

Was es zu verteidigen gäbe, fragte mit humoristischen Bezug zur Tagespolitik: „Geld ist nicht da, den Wald verteidigen schon die Höfener, die Streitigkeiten mit der Nachbarkommune werden ohne Waffen ausgetragen.”

Neben dem Vorsitzenden des Ortskartells Christian Waldeck sprach auch noch Christoph Kammers, der Brudermeister der Bürgerschützen aus Gemünd, mit denen die Monschauer eine lange Schützenfreundschaft verbindet. Seit 55 Jahren misst man sich im jährlichen Vergleichsschießen, freundschaftliche Bande existieren aber schon seit 1865. „Dieses Jubiläum zeigt, dass es sich lohnt, das Schützenwesen immer wieder aufs Neue zu beleben”, so Kammers.

Das Saxophon-Ensemble der Musikschule Monschau unter der Leitung Harry Boers lockerte den Festabend auf und verlieh ihm durch hohe Professionalität einen würdigen Stil. Für die Gäste gab es dann erst einmal Gulaschsuppe. Bei erfrischenden Getränken und Musik klang der Abend festlich aus.

Insgesamt zogen sich die Festivitäten in der Altstadt über zwei Wochen hin. „Wir Monschauer kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus”, stellte der neue Ehrenkönig Heinz Mertens zufrieden fest: „Aber das wollen wir ja auch gar nicht.”

Freche Diebestehlen Kabeltrommel und sorgen kurzzeitig für warmes Bier

Beinahe wäre den Bürgerschützen noch der Spaß am Feiern verdorben worden. Am Samstagnachmittag oder frühen -abend hatte dem Jubiläumsverein jemand eine 50-Meter-Kabeltrommel gestohlen.

Aufgefallen war die Tat, weil am späten Abend Bier aus dem auf dem Parkplatz Burgau geparkten Kühlwagen nachgeholt werden musste. Die Getränke ließen die angemessene Kühltemperatur vermissen, sodass sich Geschäftsführer Ralf Kaulen auf Ursachenforschung begab.

Diese ergab schnell, dass die Kabeltrommel, die die Verbindung zum Stromanschlusskasten bildete, gestohlen worden war. Um sie unbeschädigt entwenden zu können, hatten der Dieb oder die Diebe extra den Stromanschlusskasten am Parkplatz Burgau aufgeschraubt.

Weil sie ihre Gäste zum großen Festzug am Sonntag nicht mit ungekühlten Getränken bewirten wollten, mussten die Schützen schnell improvisieren. So konnte eine mögliche große Enttäuschung am nächsten Tag noch rechtzeitig abgewendet werden.

Die Bürgerschützen lassen sich durch diese Aktion nicht den Spaß an ihrer Feier verderben, dennoch bezeichnet Präsident Georg Kaulen den Vorfall als „Sauerei”: „Immerhin ist dem Verein ein materieller Schaden entstanden. Die Kabeltrommel muss ersetzt werden und kostet gut und gerne um die 100 Euro.”

Der Verein erstattet Anzeige und hofft auf Hinweise von Augenzeugen, die etwas zur Klärung beitragen könnten.

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