Monschau-Klassik: Neuzeit-Ritter bewohnen die Burg

Von: Carmen Krämer
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Derzeit sieht es noch wüst au
Derzeit sieht es noch wüst aus auf der Bühne, doch am Freitag geht die Monschau Klassik mit einer ausverkauften Premiere los. Bis dahin fahren die Pritschenwagen weiter durch die Foto: Carmen Krämer

Monschau. Liefen die starken Männer des Mittelalters mit Rüstung und Pferd auf den Burgen herum, um ihr Volk zu begeistern, hat sich dieses Bild besonders in Monschau heute gewandelt. Stark sind sie immer noch und begeistern werden sie die Besucher der Burg sicher auch.

Doch haben sie die Rüstung gegen Sicherheitsschuhe und Helm eingetauscht, die Pferde durch motorisierte Pritschenwagen ersetzt, und auch Frauen packen hier derzeit kräftig mit an.

Es ist Klassikzeit und das bedeutet viel Arbeit auf der Burg Monschau. Drei Wochen vor der Premiere wird bereits damit begonnen, die ersten Zelte aufzubauen. Zehn Tage vor der ersten Vorstellung werden dann die Tribünen gebaut und in der letzten Woche die Technik wie Lautsprecher und Lichtanlage angebracht.

Im siebten Jahr dabei

Im siebten Jahr hat die Produktionsleitung und damit die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf der logistischen Meisterleistung Ludwig „Lulu” Castell. Vier Wochen lang lebt er mit seiner Crew in der Jugenherberge und sorgt dafür, dass die komplizierten Aufbauarbeiten reibungslos ablaufen. „Ich liebe Herausforderungen und das hier ist eine”, erklärt der freischaffende Produktionsleiter, der auch in die Organisation von Veranstaltungen wie der Bundesgartenschau eingebunden ist.

Auf dem Parkplatz am Vennbad müssen die 60 Tonnen Stahl und 30 Tonnen Technik von den großen Lastwagen auf kleine Pritschenwagen umgeladen werden, da die Großfahrzeuge nicht durch die engen Gassen passen.

Sicherheit verbessert

„Dazu ist ein stringenter Ablauf erforderlich, denn wenn sich zwei von den Fahrzeugen begegnen, wird es schon problematisch”, erklärt Castell, der bei der Organisation auch immer versucht, regionale Firmen mit einzubinden. „Sehr gut funktioniert auch die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr, die für die Brandsicherheitswache zuständig ist.”

Die Sicherheit habe sich in diesem Jahr verbessert, gibt es doch zusätzliche Tribünenabgänge und eine verringerte Gesamtbesucherzahl. Nicht nur die Sicherheit, sondern auch die ganze Veranstaltung liegt Castell sehr am Herzen: „Das Ambiente hier und die Stimmung sind sehr schön. Für jeden Geschmack wird etwas geboten und das Detail steht im Mittelpunkt.” Und das macht sich bemerkbar: Jeden Abend nach den Veranstaltungen werden Castell und seine Crew ihre „Rüstung” wieder anlegen und bis morgens früh die Bühne für den nächsten Tag umbauen. „Das müssen wir nachts machen, um die Lichttechnik richtig einzustellen. Das ist ja tagsüber gar nicht möglich.”

Ludwig Castell ist mit Leib und Seele dabei. Das weiß auch Helmut Lanio, Organisator im Hintergrund: „Er ist ein Urgestein, der die Burg mit all ihren Tücken kennt.” Lanio schaut positiv auf die erste Veranstaltung am Freitag: „Wir scheinen Glück zu haben, denn die Regenwahrscheinlichkeit soll sehr gering sein. Einen dicken Pulli sollte man sich dennoch mitbringen.”

Eigentlich sei die Premiere mit Hannes Wader und Konstantin Wecker schon ausverkauft, doch wer Interesse hat, könne sich bei der Monschau Touristik melden, „denn es kann immer vorkommen, dass Karten noch zurückgegeben werden.” Die Veranstaltung am Samstag mit Giora Feidmann ist bereits zu 90 Prozent, die Russische Operngala am Sonntag zu 85 Prozent ausgebucht. Hierfür sind also noch Karten an der Abendkasse erhältlich. Auch diese Zahlen zeigen nicht zuletzt, dass sich der Aufwand für die Veranstaltung lohnt, wie auch Castell betont: „Die Klassik ist eine etablierte Veranstaltung, die weit über die Grenzen Monschaus hinaus bekannt ist. Wir haben auch Besuchergruppen aus Hamburg, Stuttgart und so weiter. Die kommen jedes Jahr.”

Bleibt allen Beteiligten nur zu wünschen, dass das Wetter während der Veranstaltungen kaiserlich wird.

Tickets für „Von Klassik bis Klezmer” zu gewinnen

Passend zur Klassik auf der Monschauer Burg veranstaltet die Lokalredaktion ein Gewinnspiel.

Wer teilnehmen möchte, kann sich heute von 10 Uhr bis 10.15 Uhr unter der Telefonnummer 02472/970032 in der Redaktion melden.

Unter den Anrufern werden 10x2 Eintrittskarten für die Vorstellung „Von Klassik bis Klezmer” mit Giora Feidman, am Samstag, 30. Juli um 20.30 Uhr, verlost.

Unter der Leitung von Juri Gilbo wird der Echo Klassik-Preisträger gemeinsam mit der „Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg” das Publikum verzaubern.

Das vielfältige Repertoire des „King of Klezmer” reicht von Klezmer-Musik und Barock über Klassik bis hin zu Moderne und Filmmusik. Niemand spielt die Klarinette wie Giora Feidmann.

Als „großer Botschafter der Versöhnung” erhielt der Ausnahmemusiker 2001 das „Große Bundesverdienstkreuz” der Bundesrepublik.

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