Nordeifel - „MON“-Kennzeichen: Nostalgie endet an Kreisgrenzen

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„MON“-Kennzeichen: Nostalgie endet an Kreisgrenzen

Von: ale
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In Schmidt und Vossenack ist das wiederbelebte Kennzeichen nicht zu haben. Foto: Lauscher

Nordeifel. Beschlossen und verkündet: Der Städteregionstag hat am 11. April mehrheitlich beschlossen, das vor 40 Jahren der kommunalen Neugliederung zum Opfer gefallene MON-Kennzeichen wieder einzuführen, nachdem sich noch vor einem Jahr die Wiedereinführung der Nostalgie-Buchstaben angelehnt worden war.

Mit dieser Entscheidung, die durch die Stimmen von CDU und Grünen ermöglicht wurde, folgte man auch dem Wunsch vieler Monschauer Bürger, die nun ab Donnerstag, 2. Mai beim Straßenverkehrsamt Monschau ihr Wunsch-Kennzeichen beantragen können. Der Termin der Ausgabe steht noch nicht fest.

Auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter hatte sich am 18. Dezember 2012 mit einem Brief an die Städteregion Aachen gewandt und darum gebeten, sie in diesem Anliegen zu unterstützen. Sie schrieb: „Ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn dem Wunsch des Rates der Stadt Monschau und somit auch dem Wunsch zahlreicher Bürger entsprochen würde und beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW die Einführung des Altkennzeichens MON beantragt würde.“

Doch Nostalgie geht so leicht auch wieder nicht, weil nicht alle Orte des ehemaligen Kreis Monschau zur Städteregion Aachen gehören. Auch in Schmidt gibt es ein lebhaftes Interesse, wieder ein „MON“-Kennzeichen an seinem PKW anzubringen – aber die Schmidter können kein MON-Kennzeichen bekommen. Die wohnen nämlich im Kreis Düren, und da gibt’s kein MON. 

Ein wenig genervt klingen dann auch die Mitarbeiter bei der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes des Kreises Düren, wenn sie erklären: „Schmidt liegt im Kreis Düren! Die heutigen Kreisgrenzen haben nun einmal Gültigkeit. Wer im Kreis Düren wohnt, kann DN- oder JÜL-Kennzeichen bekommen.“ Mit einem „JÜL“-Kennzeichen könnten die Schmidter also herumfahren - aber welcher Eifeler will das schon? Auch die Vossenacker, ehemals „Monschäuer“, können ihre nostalgischen Gefühle nicht mit dem MON-Kennzeichen ausdrücken. Und den Einruhrern, die früher zum Kreis Schleiden gehörten, wird das „SLE“ verwehrt, das man neuerdings als Einwohner des Kreises Euskirchen bekommen kann.

In der Stadt Heimbach haben übrigens auch schon einige Bürger nach den SLE-Kennzeichen gefragt, berichtet der Vertreter des Bürgermeisters, Hans-Peter Boje. Doch das gibt es für sie nicht.

„In Weilerswist kann man Nummernschilder mit „SLE“ am Auto anbringen, und die hatten doch mit Schleiden nichts zu tun! In Heimbach kann man es nicht“, muss Hans-Peter Boje den anfragenden Bürgerinnen und Bürgern erklären. Jeder Alsdorfer oder Stolberger kann demnächst mit dem MON-Kennzeichen herumfahren, aber eben nicht die Schmidter. Nur Erwin Virnich, der darf das. Weil der Schmidter nämlich einen Oldie-Trecker fährt, der im Jahre 1961 zugelassen wurde und darauf stolz das echte, alte MON-Kennzeichen trägt.

Auf der Gewinnerseite sieht sich auch Berthold Thoma, Initiator der Interessengemeinschaft für das MON-Kennzeichen: „Mit dem Ergebnis bin ich einigermaßen zufrieden, aber wie das Ergebnis zustande gekommen ist, hat uns von der Interessengemeinschaft mehr als nachdenklich gestimmt.“

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