Kalterherberg - Mönche müssen ans Trinkwassernetz

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Mönche müssen ans Trinkwassernetz

Von: Peter Stollenwerk
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Das Dach des Westfflügels am Kloster Reichenstein wird derzeit saniert. Projektleiter Pater Peter Lang legt beim Bau auch selbst Hand an. Foto: Peter Stollenwerk

Kalterherberg. Es scheint als wolle der Regen an diesem Vormittag kein Ende nehmen. Zwischen 1400 und 1700 Millimeter Niederschlag fallen jährlich im Hohen Venn, und man hat den Eindruck, als würde an diesem düsteren Mittwoch ein Großteil dieser Menge herunterkommen.

„So schlecht kann das Wetter kaum werden, dass wir die Arbeiten einstellen”, lacht Pater Peter Lang und begibt sich den Innenhof des Klosters Reichenstein, um eine neue Mischung Kalkmörtel anzusetzen. Das ehemalige Gut Reichenstein, im Jahr 2008 von der Priesterbruderschaft St. Pius X. erworben, steht vor dem Wechsel in ein neues Zeitalter.

Doch ehe hier in zwei bis vier Jahren die ersten Mönche aus dem französischen Kloster Bellaigue einziehen, gilt es, eine umfangreiche bauliche Sanierung des 800 Jahre alten Gebäudekomplexes abzuwickeln.

Einhaltung der Bauvorschriften

Projektleiter vor Ort ist Pater Peter Lang, der die Arbeiten koordiniert und auch selbst auf der Baustelle mit Hand anlegt. Fast im 15 Minuten-Rhythmus läutet das Telefon: Mal geht um eine Lieferung von Schieferplatten, dann muss der passende Kalk aus Hessen bestellt werden.

Die Denkmalschutzbehörde achtet genau auf die Einhaltung der Bauvorschriften an der rund 800 Jahre alten Klosteranlage, die später in ein landwirtschaftliches Gut umgewandelt wurde und jetzt zur Ursprungsbestimmung zurückkehren soll.

Anfang der Woche wurde mit den Arbeiten am Westflügel (das ist der vom Toreingang betrachtet rechts liegende Gebäudeteil) begonnen. Hier wird das Dach komplett erneuert. Es war bislang nur mit einer Plastikhaut unterfangen, was dazu führte, dass fast alle Sparren morsch wurden.

Zu Hofseite hin wird das Dach mit Ziegeln gedeckt, zur Seite des Weihers hin wie gehabt mit Schieferplatten. Die Firma Schwörer aus dem Breisgau, die dem Vorhaben eng verbunden ist, ist im Einsatz, und wird unterstützt durch das ortsansässige Unternehmen Lauscher & Krüger aus Kalterherberg als Spezialist für Schiefer- und Klempnerarbeiten.

Zurzeit sind 12 Mann auf der Baustelle beschäftigt. Nach der Fertigstellung des Westflügels mitsamt dem Melkerhaus, soll hier einmal Werkstätten (Bäckerei, Steinmetz, Schreinerei) Platz finden, möchten doch die Mönche in Reichenstein möglichst autark leben.

Der Südflügel des Klosters Reichenstein bereitet den Mönchen nach wie vor große Sorgen, soll dieser Bereich doch einmal das Zentrum ihrer Aktivitäten bilden. Hier sollen eine Sakristei und der Kreuzgang angebaut werden.

Von beiden Gebäuden wird es dann einen Zugang zur Kapelle geben. Im Obergeschoss des Südflügels sollen die Zellen für die Mönche eingerichtet werden, darunter finden sich später einmal Speiseraum, Küche und Vorratsräume. Ein Außenwand war hier vor Jahren eingestürzt; die Notsicherung wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen, sodass man den Gebäudeteil wieder gefahrlos betreten kann.

Derweil kommt ein neues Problem auf den Bauherrn zu, weil das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen eine geregelte Trinkwasserversorgung verlangt. Reichenstein ist nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, sondern wird von einem kleinen Bach aus dem Venn versorgt. Der Anschluss an das Netz im Kalterherberger Messweg würde rund 120.000 Euro kosten. „Das hatten wir nicht auf der Rechnung”, sagt Pater Lang, der in anstehenden Gesprächen mit dem Wasserwerk Perlenbach auf eine Lösung hofft.

Als Alternative käme auch ein eigener Tiefenbrunnen in Betracht, aber man besitzt keine gesicherten Erkenntnisse über die geologische Beschaffenheit.
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