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Mit Vollgas quer durch die Eifel gerast

Von: P. St.
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Der silberne Audi des Mannes wurde, nachdem die Polizei den Fahrer in Mützenich gestellt hatte, schwer beschädigt sichergestellt. auch drei Polizeifahrzeuge wurden zum Teil erheblich beschädigt. Foto: psm
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Bei der Verfolgung wurde auch der Polizeihubschrauber „Hummel“ eingesetzt. Foto: privat

Nordeifel. Diesen Einsatz werden die Polizeibeamten so schnell nicht vergessen. Eine spektakuläre Verfolgungsjagd quer durch die Eifel mit zahlreichen Streifenwagen endete am Montagmittag mit hohem Sachschaden, aber ohne Verletzte. Anderthalb Stunden lang waren ein 32-jähriger Mann aus dem Gemeindegebiet Simmerath und die Polizei mit hohem Tempo auf den Straßen der Eifel unterwegs, ehe die Aktion in Mützenich endete.

Wie berichtet, hatte der Mann angekündigt, dass er sich umbringen wolle. Gegen 12.20 Uhr hatte die Freundin des Mannes sich per Notruf bei der Polizei gemeldet und die Situation geschildert. Ihr Freund habe damit gedroht, mit dem Wagen in den Tod zu fahren. Als dann wenig später der erste Streifenwagen vor dem Haus auftauchte, hatte sich der Mann bereits in seinen silberfarbenen Audi gesetzt und war losgefahren.

In der Ortslage Strauch wurde dann eine Zivilstreife der Polizei Düren auf den Wagen im fließenden Verkehr aufmerksam. Die Beamten gaben aber zunächst keine Anhaltezeichen, sondern hielten lediglich Sichtkontakt zum Fahrzeug. Gleichzeitig forderten sie weitere Polizeikräfte an. Mehrere Streifenwagen begaben sich daraufhin Richtung Eifel.

In Imgenbroich auf der B 258 erzeugten die Polizeifahrzeuge dann einen künstlichen Stau, um den 32-Jährigen zum Anhalten zu zwingen. Diese Maßnahme interessierte den Mann aber nicht, stattdessen raste er mit Vollgas am Verkehrsstau vorbei. Inzwischen waren auch die Polizeikräfte aus dem Kreis Euskirchen und Belgien informiert worden.

Die Verfolgungsjagd setzte sich dann fort über Monschau, Höfen, Dreiborn, Vogelsang und Einruhr. Während der Verfolgung missachtete der Audifahrer immer wieder Hindernisse. So nahm er auch keine Rücksicht auf einen auf der Fahrbahn quergestellten Streifenwagen. Statt anzuhalten, rammte er das Polizeifahrzeug und setzte seine Fahrt mit Vollgas fort.

Inzwischen war auch der Polizeihubschrauber „Hummel“ in die Verfolgungsjagd eingebunden. Die Streifenwagen konnten so das Einsatzrisiko reduzieren, da der Hubschrauber aus der Luft per Sichtkontakt stets die exakte Position des flüchtigen Pkw übermitteln konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits drei Streifenwagen zum Teil erheblich durch Kollisionen mit dem Fluchtwagen beschädigt worden.

In Mützenich fuhr sich der 32-Jährige dann in Pfarrer-Scheidt-Straße, einer Sackgasse, fest. Hier bot sich für die Polizei die Chance, den Mann festzunehmen. Da dieser aber keine Anstalten machte, sein schwer demoliertes Fahrzeug zu verlassen und er außerdem die Türen verriegelt hatte, schlugen Polizeibeamte die Scheibe der Fahrertür ein.

Der Mann wurde gegen 13.50 Uhr festgenommen und anschließend in eine Fachklinik zwangseingewiesen. Der Wagen, in dessen Innerem die Polizei noch eine Gaspistole fand, wurde sichergestellt. Außerdem wurde festgestellt, dass der 32-Jährige unter Betäubungsmittel-Einfluss stand.

Bei der Aktion wurden keine Personen verletzt. „In der Nachbetrachtung haben wir die richtige Entscheidung getroffen“, bilanziert Polizeisprecher Paul Kemen. Bei dem Einsatz habe die Abschätzung des Risikos eine wesentliche Rolle gespielt.

Da der Mann sich in einer Extremsituation befunden habe, sei es schwer gewesen, abzuschätzen, „was er mit dem Fahrzeug vorhat“. Denkbar sei auch gewesen, dass er beispielsweise gezielt in eine Personengruppe rasen würde. „Damit keine Unschuldigen zu Schaden kommen“, habe sich die Polizei nach gründlicher Abwägung auch dafür entschieden, die Verfolgung des Fahrzeuges aufzunehmen.

Die Verfolgungsjagd, die in der Eifel derzeit Gesprächsthema Nummer eins ist, hat auch die Frage aufgeworfen, wer eigentlich für die Kosten des Einsatzes aufkommt, denn immerhin ist allein an den Polizeifahrzeugen ein Schaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro entstanden.

Polizeisprecher Paul Kemen stellt klar, dass allein der gefasste Täter den Einsatz ausgelöst habe und sowohl die Polizei wie auch das Land NRW ihre Ansprüche geltend machen würden. Die Polizei werde außerdem zivilrechtliche Schritte einleiten.

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