Simmerath - Mit nur einer Kommune das Konkurrenzdenken beenden

Mit nur einer Kommune das Konkurrenzdenken beenden

Von: P. St.
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Liberale Ziele im Blick: Die Simmerath FDP-Spitze mit Patrick Krieger, Benjamin Steinborn, Hermann-Josef Bongard und Christoph Küpper (v. li.) Foto: P. Stollenwerk
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Liberale Ziele im Blick: Die Simmerath FDP-Spitze mit Patrick Krieger, Benjamin Steinborn, Hermann-Josef Bongard und Christoph Küpper (v. li.) Foto: P. Stollenwerk
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Liberale Ziele im Blick: Die Simmerath FDP-Spitze mit Patrick Krieger, Benjamin Steinborn, Hermann-Josef Bongard und Christoph Küpper (v. li.) Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Für Kleinkrieg zwischen den drei Nordeifelkommunen sind die Zeiten endgültig vorbei: Das meinen jedenfalls die Simmerather Liberalen. In ihrem Positionspapier zur Kommunalwahl 2014 ist die Forderung nach einer „optimierten Verwaltung“ eine der zentralen Aussagen.

Das Konkurrenzdenken zwischen den Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath müsse ein Ende haben. Die endlosen Debatten um Schwimmbad, Sekundarschule und Fachmarkt kosteten nur „Nerven, Zeit und Geld“. Die drei Verwaltungen müssten enger zusammenarbeiten, und langfristig könne es nur das Ziel sein, die drei Kommunen zu einer leistungsstarken Nordeifel-Kommune mit nur einem Rat zusammenzulegen.

Die FDP will aber mehr als Wunschdenken. Man überlege, so der Simmerather Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Bongard, nach der Wahl die Bildung eines interkommunalen Ausschusses zu beantragen.

Mit dem neuen Schulzweckverband habe man bereits positive Erfahrungen gesammelt. „Es muss eine ganz andere Gesprächskultur stattfinden“, wünscht sich Bongard, der auch diesmal wieder Spitzenkandidat seiner Partei ist. Eine verbesserte Kooperation sei auch schon deswegen erforderlich, um nicht innerhalb der Städteregion Aachen an Gewicht zu verlieren.

Ohne einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten treten die Simmerather Liberalen bei der Kommunalwahl am 25. Mai an. Vor dem Hintergrund, dass nur zwei Kandidaten überhaupt ins Rennen gehen, wäre die Entscheidung bei der FDP heute vielleicht anders ausgefallen, lässt man in der Parteispitze durchklingen.

Hermann-Josef Bongard blickt auf eine gute Kooperation mit der CDU in der zurückliegenden Legislaturperiode zurück. Keine Aussage trifft man zum jetzigen Zeitpunkt darüber, ob die FDP als Juniorpartner diese Kooperation fortsetzen wird. Da will man zunächst einmal das Wahlergebnis abwarten.

Die Liberalen hoffen, dass sie nach der Phase der Neubesinnung der Gesamtpartei auf den eigenen Kurs nun auch wieder mit den alten FDP-Prinzipien, wie der Freiheit des Individuums statt staatlicher Bevormundung und dem Recht auf Selbstbestimmung punkten können. Auf kommunaler Ebene soll ein gutes FDP-Ergebnis auch dazu beitragen, eine absolute CDU-Mehrheit im Gemeinderat zu verhindern. „Das wäre nicht in unserem Sinne“, sagt Bongard.

Sorgenvoll blicken die Liberalen auf die Simmerath Finanzpolitik. Die geplanten Investitionen im Schulwesen wie der Neubau einer Mensa an der Sekundarschule oder auch das Forum an der Grundschule Simmerath seien wichtige Investitionen, aber danach gelte es, die Haushalts-Sanierung in den Vordergrund zu stellen. Wichtig für Simmerath sei, dass die Vereinsförderung aufrecht erhalten bleibe, „aber wir können es uns nicht erlauben, Wohltaten auf die einzelnen Orte zu verteilen“, warnt Hermann-Josef Bongard. Die Vereinsförderung ist auch für den Simmerather FDP-Parteivorsitzenden und Städteregionskandidaten Benjamin Steinborn ein wichtiger Faktor, „denn das Ehrenamt wird eine immer größere Bedeutung einnehmen“.

Für den Zentralort fordern die Liberalen ein städtebauliches Konzept „wie Simmerath in zehn Jahren aussehen soll“, anstatt ständig aufwendige Einzelentscheidungen zu treffen. Damit hätten auch die Bauherren mehr Planungssicherheit. Seinen dörflichen Charakter habe Simmerath ohnehin längst eingebüßt. „Das Zentrum muss moderner werden. Damit schaffen wir auch die Voraussetzungen für weiteren Zuzug“, sieht Steinborn in der derzeitigen Entwicklung auch eine Chance, dem demografischen Wandel zu begegnen.

Noch besser wäre die Struktur in Simmerath, wenn noch weitere Freizeit- und Gastronomieangebote zur Verfügung ständen, wünscht sich Christoph Küpper, der noch an Jahren junge stellvertretende Parteivorsitzende.

Mit Blick auf seinen Heimatort Woffelsbach ist es für Hermann-Josef Bongard „ein Riesenschritt“, dass die neue Mitte am Rursee inzwischen fertiggestellt ist, ein Projekt, bei dem er auch sein eigenes Engagement nicht verschweigt. Sowohl für Einheimische wie auch für Gäste sei damit „ein großer Mehrwert“ geschaffen worden.

Einen Mehrwert für die Eifel würde man auch in einem Ausbau der B 258 sehen. Doch auf dem entscheidenden Abschnitt habe die Stadt Aachen das Sagen, und überdies, findet Hermann-Josef Bongard, seien bei der augenblicklichen Konstellation der NRW-Landesregierung Straßenausbau-Projekte kaum umsetzbar.

Christoph Küpper ist überzeugt: „Bei diesem Projekt unterschätzt die Stadt Aachen ihren eigenen Vorteil.“

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