Nordeifel/Stolberg/Heimbach - Mit Hakenkreuzen beschmiert: 15 Schilder für die Tonne

Mit Hakenkreuzen beschmiert: 15 Schilder für die Tonne

Von: Heiner Schepp
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Fürs Foto kramten die Männer von der Straßenmeisterei in Rollesbroich die entsorgten Schilder noch einmal aus dem Schrottcontainer. Die Vandalen haben Thomas Palm und Kollegen viel Arbeit beschert. Foto: H. Schepp

Nordeifel/Stolberg/Heimbach. Sie sprühten zwischen Einruhr und Vogelsang, an der Straße von Höfen nach Schöneseiffen und an der Panoramastraße zwischen Schmidt und Vossenack, hinterließen ihre Schmierereien in Heimbach, Stolberg, Zweifall und Raffelsbrand.

Vandalismus mit Sprühdosen ist keine Seltenheit für die Aachener Polizei, „so konzentriert aber haben wir das schon lange nicht mehr erlebt“, sagte dazu am Mittwoch Sandra Schmitz von der Pressestelle der Aachener Polizei. „Etwa 35 Verkehrsschilder“ im oben genannten Bereich, berichtet Gruppenführer Dirk Brandenburg von der Straßenmeisterei Simmerath, habe man seit Wochenbeginn austauschen oder aufwendig reinigen müssen. „Etwa die Hälfte der Schilder war selbst mit Spezialreiniger nicht mehr sauber zu bekommen und musste ausgetauscht werden“, so Brandenburg.

Das Strickmuster der Tat war in nahezu allen Fällen das Gleiche und lässt den Rückschluss zu, dass der oder die Täter in einer regelrechten Tournee durch die südliche Städteregion vorgegangen sind: Fast überall wurden Tempo-, Richtungs- und Warnschilder mit Hakenkreuzen in der gleichen blauen Sprühfarbe verunglimpft. Besonders ärgerlich: Einige Schilder im Stolberger Raum wurden gleich am Montag gereinigt und in den folgenden Nächten erneut besprüht, diesmal mit roter Farbe.

„Wir haben natürlich Spuren und Lackproben gesichert und werden diese nun abgleichen“, so die Polizeisprecherin, sie hat aber keine allzu großen Hoffnungen, der Täter habhaft zu werden. Dies könne nur gelingen, wenn ein Zeuge etwas gesehen und ein Kennzeichen notiert habe und dies der Polizei melde. „Da sich alle Taten aber nicht in Wohnnähe abgespielt haben, sinkt die Chance, dass jemand etwas beobachtet hat“, so Sandra Schmitz, die aber davon ausgeht, dass die Täter „einigen Aufwand betrieben haben, um ihre Spuren zu hinterlassen“.

Ob das Sprühen von rund drei Dutzend Hakenkreuzen in der freien Landschaft eine politisch motivierte Tat war, ist zwar angesichts der einfältigen Motivauswahl wahrscheinlich, aber nicht zwingend gegeben. „Wir ermitteln natürlich in diese Richtung, müssen aber auch davon ausgehen, dass der oder die Täter im Übermut gehandelt haben und vielleicht gar nicht wirklich um die Bedeutung des Symbols wissen“, sagt Sandra Schmitz.

So oder so „winkt“ den Tätern eine doppelte Klage, wenn man ihnen auf die Schliche kommt, nämlich wegen Sachbeschädigung und wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Eine empfindliche Geldbuße und die Regulierung des Schadens sind das Mindeste, was sie zu erwarten haben. Wenn sie Wiederholungstäter sind oder sich in der Bewährung befinden, droht sogar eine Haftstrafe. „Wir können nur an alle Bürger und vor allem Autofahrer appellieren, uns verdächtige Dinge umgehend zu melden“, ermuntert Sandra Schmitz potenzielle Zeugen, auch scheinbar unwichtige Beobachtungen kurz zu melden. Möglich ist dies unter der Notrufnummer 110 oder auch bei der Kriminalwache unter Telefon 0241-9577-34210, die die Informationen dann an die Sonderkommission „Rechtsmotivierte Kriminalität“ weiterleitet.

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