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Mit Gottvertrauen und Nächstenliebe aus der Moll-Stimmung

Von: M. S.
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Pfarrer Jens-Peter Bentzin: „
Pfarrer Jens-Peter Bentzin: „Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.” Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Die Zeit der Jahreswende - da bewegt die Menschen ihre ungewisse Zukunft und persönliches Schicksal zutiefst. Wird mir und den Meinen die Glückssonne scheinen oder ein Schattendasein beschieden sein? Seherinnen und Wahrsager haben mit Beantwortung dieser Frage jetzt Hochkonjunktur und Kaffeesatz- Großverbrauch wie sonst nie im Zwölf-Monats-Kreislauf.

Auch und gerade in diesen Tagen an der Schwelle zu 2012, da nationale wie globale gesellschaftliche Krisen gewaltiger Dimensionen schier nicht enden wollen und wie drohende Gewitterwolken ein ums andere Mal Unheil verkünden. Weltweit lodernde Kriege, drangsalierte und vertriebene Völker, Hunger und wirtschaftlicher Niedergang, Massenarbeitslosigkeit und verheerende Naturkatastrophen.

Ist all dies ein Grund zu verzagen und ohne jeden Hoffnungsschimmer zu resignieren? Eine aktuell bundesweit publizierte Befragung ergab, dass zwei Drittel der Deutschen pessimistisch ins neue Jahr gehen, voller Ängste und Zweifel, was es wohl bringen mag.

Für Christen darf solch negative Moll-Stimmung keineswegs die Jahreslosung sein, wie ein Gespräch mit zwei optimistischen, gottesmutigen Nordeifeler Kirchenmännern deutlich macht. Michael Stoffels und Jens-Peter Bentzin sind überzeugt: „Selbst in der größten Not weist Gott uns Erdenbürgern immer einen Ausweg aus schwarzer Depression in lichte Höhen, wenn wir ihm nur vertrauen, positiv zu ihm aufblicken und seiner Botschaft lauschen.”

Michael Stoffels ist als Pfarrer für elf Simmerather Kirchen und drei Kapellengemeinden der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) verantwortlich.

Er appelliert an seine Glaubensbrüder und -schwestern, „das Leben nicht nur mit seinen Defiziten zu betrachten, sondern auch die zahlreichen guten Seiten zu sehen”. Dann werde in jedem von uns neues Licht erstrahlen, um die Dinge des Alltags positiv zu sehen und Probleme zu lösen. Pastor Stoffels sieht für viele seiner Mitbürger die Gelegenheit, Gutes für sich und andere zu tun, indem man sich ehrenamtlich für die Nächsten betätige, diese Aktivität schaffe Zufriedenheit und individuelles Glück.

Der Mensch dürfe seine Hilfsbereitschaft gegenüber Schwachen und Bedürftigen nicht verlieren, damit er selbst voll Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft leben könne.

Seelsorger Michael Stoffels verweist nicht ohne Grund auf die Tatsache, „dass in der Bibel exakt 365 Mal das himmlische Zitat Fürchte(t) Dich/ Euch nicht erscheint, just für jeden Tag des Jahres eine frohe und lebensbejahende Ermunterung”.

Mit Gedanken Papst Benedikts XVI., wie sie treffender zum hier und heute behandelten Thema nicht hätten gewählt werden können, schließt der GdG-Priester seine Betrachtung. „Der Anfang eines neuen Jahres”, sagt das katholische Kirchenoberhaupt in seinem zum nahen Neujahrstag (Weltfriedenstag ) veröffentlichten Hirtenwort, „das ein Geschenk Gottes an die Menschen ist, regt mich an, von Herzen und mit großer Zuversicht an alle einen besonderen Glückwunsch zu richten für diese Zeit, die vor uns liegt.”

Jens-Peter Bentzin leitet seit 1999 das Pfarramt der Evangelischen Kirche Monschau, das für alle Ortschaften des Altkreises zuständig ist. Jeder Tag, erklärt der Pastor, halte eine Losung durch ein Bibelwort für die Menschen bereit. Der jeweilige Leitspruch werde buchstäblich ausgelost und stelle zunächst eine Überraschung dar. Bentzin wünscht sich, „dass sich die Menschen anstecken lassen von der Verheißung Christi”, dann werde die Macht auf Erden plötzlich anders und besser verteilt: „Wie setzt man Macht ein, wenn es um gravierende Sorgen zu den Problemthemen Wirtschaft, weltweite Freiheitsbewegungen oder Nahostkonflikt geht?”

Patentrezepte zur friedlich-partnerschaftlichen Abarbeitung einer endlos anmutenden Sorgenliste gebe es zwar nicht, aber: „Korrekturen am Handeln sind für jeden einzelnen, auf kommunalpolitischer Ebene, in Europa und weltweit jederzeit möglich. Die Mächtigen und Herrschenden müssen sich um die Schwachen kümmern! Gott selbst hat sich in Gestalt seines Sohnes schwach gemacht und damit allen Despoten den Teppich unter den Füßen weggezogen.” Wer Macht besitze, folgert Jens- Peter Bentzin, müsse bewusst und kontrolliert damit umgehen und sich an den Interessen seiner Mitmenschen wie der gesamten Schöpfung orientieren.

Dazu passend gab der Leiter Monschaus Evangelischer Gemeinde die Jahreslosung 2012 aus: „Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.”
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