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Mit einem „Tipi“ aufs Treppchen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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Vorfreude auf die Preisverleihung des Fachverbandes Textil in Berlin: Die Klasse 4 a der Grundschule Steckenborn mit ihrer Wettbewerbsarbeit, einem phantasievoll gestalteten „Tipi.“
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Ein kleines Kunstwerk: Das „Tipi“ der Steckenborner Schüler.

Steckenborn. Wenn es um textiles Gestalten geht, dann ist die Grundschule Steckenborn eine hervorragende Adresse.

Im vorigen Jahr nahmen Schüler an einem Kunstwettbewerb der Internationalen Kunstakademie Heimbach und der Biologischen Station im Kreis Düren teil und belegten mit ihrer Arbeit in der Altersgruppe sechs bis 10 Jahren den 1. Platz. Damals ging es um das Thema „Biber sucht Kunst“.

Inzwischen hat die Klasse 4 a das nächste Projekt in Angriff genommen und an einem Schülerwettbewerb teilgenommen, der von der Initiative Handarbeit und dem Fachverband Textil e.V. mit den Kultusministerien der deutschen Bundesländer zum Thema „In Hülle und Fülle“ ausgeschrieben worden ist.

Anfang Mai haben die Schüler und ihre Klassenlehrerin Anke Burchardt-Sánchez ihre Arbeit nach Karlsruhe eingereicht. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Man erhielt die freudige Nachricht, dass die Steckenborner Schüler zu den Siegern gehören. Zwei Kinder und die Klassenlehrerin wurden nun eingeladen, am Donnerstag, 19. Juni (Fronleichnam) an der Preisverleihung in Berlin teilzunehmen. Bis dahin bleibt die Spannung groß, denn erst erst bei der Preisverleihung erfahren die Schüler, welchen Platz man belegt hat und welcher Preis verliehen wird.

Die Begeisterung bei Kindern und Eltern ist so groß, dass am Ende von den 23 Schülern 12 Kinder mit der Klassenlehrerin, Schulleiter Reinhold Franck und einigen Eltern als Begleitpersonen für drei Tage nach Berlin fahren werden.Anke Burchardt-Sánchez: „Wir sind schon sehr gespannt auf die Preisverleihung und freuen uns auch darauf, unsere Hauptstadt ein wenig kennenzulernen“.

Bei der prämierten Arbeit handelt es sich um ein Tipi, also ein Zelt wie es die nordamerikanischen Indianer verwendeten.

In der Ausschreibung hieß es, dass der Wettbewerb „auf der Basis der zeitgemäßen Textildidaktik zur intensiven Auseinandersetzung mit Textilien, textilen Techniken und textilem Design“ anregen solle. Die kreativen und technischen Fähigkeiten sollten damit gefördert werden.

Das ausgewählte Wettbewerbs-Thema „Hülle und Fülle“ ließ viele Freiheiten für die Umsetzung zu. Verwendet werden sollten textile Materialien, die in textilen Techniken zu verarbeiten werden sollten.

Der Wettbewerb wurde in fünf Gruppen ausgeschrieben. Eine Jury hat die Siegerarbeiten ausgewählt. Pro Wettbewerbsgruppe werden bis zu drei Preise vergeben. Die Preisverleihung findet Vorfeld der 10. Messe „Textile Art“ statt.

Es gibt wertvolle Geld- und Sachpreise zu gewinnen. Die Schule, die den für die beste Arbeit ausgewählten Preisträger stellt, darf sich auf einen hochwertigen Nähcomputer freuen. Alle Teilnehmer erhalten eine Anderkennungsurkunde.

Die Klasse 4 a der Grundschule Steckenborn hat sich ihren Preis redlich verdient, denn im Vorfeld haben sich die Schüler intensive Gedanken gemacht wie sich das Thema umsetzen lässt Anke Burchardt-Sánchez: „Bevor wir mit der praktischen Arbeit an unserem Projekt begonnen haben, sammelten wir etwa zwei Wochen lang Ideen und mögliche Umsetzungsvorschläge in kleinen Notizheften. Nach ausführlichen Diskussionen haben wir uns dann aus drei in die engere Wahl kommenden Themen für das Thema „Regenwald – Grüntöne in Hülle und Fülle“ entschieden“.

Der tropische Regenwald bilde mit seiner Fülle an unterschiedlichsten Pflanzen eine perfekte Hülle für eine unschätzbar große Anzahl verschiedenster Tierarten. Leider würden täglich große Flächen Regenwald gerodet und es drohe eine vollständige Zerstörung des Urwaldes in absehbarer Zukunft, wenn diese Rodung nicht gestoppt werden könne.

Während sich die Schüler im fächerübergreifenden Unterricht mit dem Thema Regenwald beschäftigten, wurde im Rahmen einer Textilwerkstatt versucht, den Regenwald mit einer „Fülle“ von unterschiedlichsten Techniken darzustellen. Die Klassenlehrerin: „Als Endergebnis sollte aber auch eine Hülle für uns entstehen, in der wir uns vom Regenwald umhüllt fühlen sollten. Wir haben uns für ein Tipi entschieden, in das wir uns hineinbegeben können“. Ein Schüler brachte ein Spieltipi mit, das dann als Vorlage für das eigene Tipi diente.

Anke Burchardt-Sánchez beschreibt anschaulich den damit verbundenen Aufwand: „Wir haben Stoffe gefärbt, gefilzt, mit den Fingern gehäkelt und gestrickt, mit Nadeln gehäkelt und gestrickt, mit der Strickliesel und der Strickblume gestrickt, gestickt, Schnüre gedreht und geflochten, Perlen und Knöpfe eingearbeitet, gewebt, rundgewebt, geknotet und genäht.“

Während des Handarbeitens wurde auch die Idee eingearbeitet, dass man die Gefahr, die dem Regenwald drohe, nicht einfach missachten könne. Die Klassenlehrerin: „So entschieden wir uns dazu, die Rückseite des Tipis nur in Braun- und Grautönen zu gestalten. Dazu färbten wir Stoff in Braun und webten aus fingergehäkelten Luftmaschenketten Baumstammstümpfe.“

Am Schluss wurden die großen Stoffstücke zugeschnitten und versucht, durch Blätter, Lianen und Äste eine Verbindung zwischen den einzelnen Stücken herzustellen.

Was die Jury von der Arbeit hält, erfahren die Schüler nun in gut vier Wochen. Bis dahin steigt die Spannung in Steckenborn.

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