Roetgen - Mit ein Garant für Freiheit und für Frieden

Mit ein Garant für Freiheit und für Frieden

Von: Helga Giesen
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Gut beschirmt blicken die Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees, Marie-Anne Castelain und Walter Braun, optimistisch in die gemeinsame Zukunft. Foto: Helga Giesen

Roetgen. In der Roetgener Partnerstadt Wervicq-Sud im Norden Frankreichs hieß es am Sonntagmorgen früh aufzustehen für die Mitglieder der Delegation, die sich zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 35-jährigen Bestehen der „Jumelage” aufmachte.

Nach der 280 Kilometer langen Busfahrt in die Eifel wurden die Gäste mit Bürgermeister Jean-Gabriel Jacob an der Spitze vom Roetgener Partnerschaftskomitee und Bürgermeister Manfred Eis begrüßt. „Ihre Anwesenheit bestätige die tiefen Freundschaftsbande und das Interesse, das der Partnerschaft entgegengebracht werde”, freute sich der Verwaltungschef über den Besuch.

Nach der langen Fahrt konnten sich die Gäste zunächst bei einem Frühstück im evangelischen Gemeindehaus stärken. Mit einem ökumenischen, zweisprachigen Festgottesdienst in der evangelischen Kirche, zelebriert von Pfarrer Wolfgang Köhne, Gemeindereferent Michael Reimann und M. le Curé Cospain, wurden die Jubiläumsfestlichkeiten eingeleitet. Musikalisch gestaltet wurde die kirchliche Feier vom Roetgener Mandolinenorchester und von einem Gemeinschaftschor aus Vielharmonischem Chor Roetgen sowie den katholischen Kirchenchören Roetgen-Rott und Wervicq-Sud.

Ausgehend vom Text des Paulus-Briefes an die Römer „Da gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden. Ein und derselbe ist der Herr aller”, knüpfte Pfarrer Köhne in seiner Predigt die Verbindung zu Reformation und (französischer) Revolution als Ursprung der Freiheit des Glaubens und des Denkens und stellte sie in einen Zusammenhang zu Demokratie und Menschenrechten und zur aktuellen Situation im heutigen Europa.

Kampf gegen Vorurteile

Mit einem Festakt in der Aula der Grundschule wurde anschließend das Jubiläum ausführlich gewürdigt. Walter Braun, Vorsitzender des Roetgener Partnerschaftskomitees, hieß die französischen und deutschen Gäste willkommen. 35 Jahre Partnerschaft bedeute ein halbes Lebensalter mit Höhen und Tiefen. Was damals noch mit vielen Vorurteilen behaftet war, sei heute eine Selbstverständlichkeit, und mit Freude könne er feststellen, dass sich die Freundschaft bewährt habe. Die Jugend rief Braun auf, die Freundschaft zu pflegen und zu vertiefen, denn Partnerschaften zwischen den Völkern seien der Garant für Frieden und Freiheit.

Auch Anne-Marie Castelain, die Präsidentin des Wervicqer Partnerschaftskomitees, unterstrich, dass die gegenseitigen Treffen heute zwar nichts Exotisches mehr seien, jedoch könne ein Europa, das manchmal sehr unklar und zerbrechlich erscheine, sich nur im Frieden aufbauen und menschlich werden durch Kontakte wie die zwischen Roetgen und Wervicq-Sud. Sie erinnerte auch daran, dass Walter Braun als Initiator und Motor mehr als die Hälfte seines Lebens der Partnerschaft geschenkt habe und dies immer noch tue, damit sie weiter lebt.

Bürgermeister Manfred Eis hob hervor, dass in einer Welt, die durch neue Technologien immer kleiner wird, kommunale Partnerschaften in Europa und weltweit ein unverzichtbares Instrument der Zusammenarbeit seien. Als Mischform zwischen offiziellen und persönlichen Beziehungen bieten sie einen direkten Zugang zum Anderen, der an Intensität nicht mit touristischen Begegnungen vergleichbar sei.

„Internationaler Erfahrungsaustausch, Netzwerkbildung und die Kultur des Dialogs zwischen den Kommunen bilden das Fundament für ein stabiles Haus in Europa und in der Welt”, erklärte Eis. Die Jugend in beiden Gemeinden rief er dazu auf, sich dieses Themas anzunehmen, und appellierte auch an die Vereine, sich in Partnerschaftsaktivitäten einzubringen.

Bei der Feier eines Jubiläums sei es zwar gute Tradition, auf das Vergangene zurückzublicken und sich zu dem zu beglückwünschen, was getan worden ist, im Wesentlichen sei eine Partnerschaft jedoch eine Sache der Zukunft, unterstrich auch Jean-Gabriel Jacob die Hoffnungen seiner Vorredner auf ein weiteres Gedeihen der Freundschaft. Ein gutes Bündnis erkenne man nicht nur daran, dass man sich an den Errungenschaften der Vergangenheit erfreue, sondern dass man noch gemeinsame Projekte hege. Dabei hatte der Bürgermeister von Wervicq-Sud, das wie Roetgen unmittelbar an der belgischen Grenze liegt, auch diesen Nachbarn im Blick.

Beide Nationalhymnen

Vom Jugendorchester der Musikvereinigung intoniert, erklangen zum Abschluss des offiziellen Festaktes die Marseillaise, das Deutschlandlied und die Europa-Hymne. Als Gastgeschenk überreichte das Wervicqer Partnerschaftskomitee seinen Roetgener Kollegen neben einem Fotoalbum mit Erinnerungen an 35 Jahre Partnerschaft eine Kollektion farbenfroher Regenschirme mit Widmung.

Eine schwergewichtige Erinnerung an diesen Tag konnte die französische Delegation mit nach Hause neben, Die zum 30-jährigen Jubiläum geschenkte massive Holzbank für den „Place de Roetgen” in Wervicq wurde jetzt um den passenden Tisch ergänzt. Dazu wurde eine Kollektion Eifeler Spezialitäten kredenzt.

Bei einem Umtrunk in der Aula und einem anschließenden gemeinsamen Mittagessen im katholischen Pfarrheim gab es noch reichlich Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und Pläne für die Zukunft zu schmieden.
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