Mit dem Ball am Fuß Richtung Rhein-Energie-Stadion

Von: ale
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Teilnehmerinnen an einem tollen Projekt: Die Fußballerinnen aus dem Aachener Ostviertel. Foto: A. Lauscher

Huppenbroich. In Huppenbroich fand sich am Donnerstag viel Besuch ein, um hier das Pfingstwochenende zu verbringen: 55 Mädchen aus Aachener Grundschulen nahmen am 1. Mädchen-Fußball-Camp teil. Dieses Camp war Teil eines bundesweit angelegten Projekts mit dem Namen „Mädchen mittendrin – mehr Chancen für Mädchen durch Fußball“.

Es ist besonders für Kinder aus sozialen Brennpunkten beziehungsweise für Kinder mit Migrationshintergrund konzipiert und hat zum Ziel, Mädchen durch Sport und Spiel zu stärken und Verbindungen zwischen Kindern und Jugendlichen aus allen Schichten herzustellen. „Der Fußball hat eine hohe soziale Integrationskraft“, heißt es in der Informationsbroschüre zu diesem Projekt. Das stellten die Initiatoren auch in Huppenbroich: Eifrig und voller Spielfreude trainierten die Mädchen, schließlich gab es ein ganz besonderes Ziel, auf das sie hinarbeiteten: Sie fuhren am Pfingstsonntag zum DFB-Pokal-Endspiel der Frauen ins Rhein-Energie-Stadion nach Köln. Bevor die Großen auf den Platz durften, bestritten sie gemeinsam das Vorspiel.

Der Aachener Arbeitskreis „Integration durch Sport“ hatte die Planung des Mädchenfußball-Camps übernommen. Organisatorin Uschi Brammertz hatte unermüdlich Kontakte geknüpft und die Werbetrommel gerührt. Viele großzügige Sponsoren konnten so gefunden werden, die beispielsweise Schlafsäcke, Isomatten, Fußballschuhe, Lebensmittel und einen preiswerten Bus organisierten. Nun waren am Sportplatz in Huppenbroich Zelte aufgebaut, und eine Schar von fröhlichen Mädchen spielte Fußball, sich gegenseitig laut anfeuernd.

Am Samstag kam hoher Besuch zum Sportplatz in der Viktoria-straße: Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, der Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Karl-Heinz Hermanns, der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck, der Vizepräsident des Fußballverbands Mittelrhein, Karl-Heinz Witt, sowie Dr. Ulf Gebken von der Universität Oldenburg, der das Projekt bundesweit koordiniert. Gleich bei ihrer Ankunft erfuhren sie davon, dass die Mädchen am Vorabend eine Nachtwanderung unternommen hatten, was ein besonderes Erlebnis war.

Im Sportheim des FC Viktoria Huppenbroich setzten sich die Kooperationspartner zusammen, um das Projekt vorzustellen. Georg Suchotzki, der Vorsitzende des Trägervereins, moderierte das Gespräch. Er wies darauf hin, dass es sich hier tatsächlich um eine „außergewöhnliche Veranstaltung“ handele. Viele der Mädchen, die aus vier Grundschulen im Ostviertel von Aachen kommen, seien zum ersten Mal von zu Hause weg, sie machten ganz neue Erfahrungen in der Gemeinschaft.

Dann kam „Hausherr“ Jens Wunderlich zu Wort, Ratsvertreter aus Huppenbroich und Vorstandsmitglied im FVM: „Wir empfangen in unserem kleinen Ort mit 400 Einwohnern voller Freude die jungen Gäste.“ Wunderlich drückte seine Hochachtung aus ob der klugen und durchdachten Koordination des Projekts.

Öcher Kinder in der Eifel

Auch Marcel Philipp zeigte sich erfreut, „dass Öcher Kinder in der Eifel spielen“. Er nannte die Aktion „unheimlich wichtig“ und bedankte sich bei allen, die diesen Aufenthalt ermöglicht hatten. Karl-Heinz Hermanns hob das vorbildliche ehrenamtliche Engagement des FC Viktoria Huppenbroich hervor: „Ich freue mich, dass wir für die Kinder aus Aachen ein solches Wochenende anbieten können. Ich bin selbst Fußballer und weiß, dass Fußball die Kinder zusammenbringen kann.“

Einen tiefen Eindruck hinterließen die Worte von Katharina Althoff, die das Projekt „Mädchen mittendrin“ auf Landesebene koordiniert: „Die Nachtwanderung gestern war für manch ein Mädchen der erste Waldspaziergang überhaupt. Es ist supertoll, dass wir diesen schön gelegenen, idyllischen Platz nutzen dürfen.“ Mit Temperament und spürbarer Begeisterung beschrieb die Pädagogin Lara Brammertz ihre Erfahrungen: „Die Kinder sind schon früh morgens bereit zu Aktivitäten. Ein Mädchen hat zu mir gesagt: Ich hab noch nie so viele Wiesen nebeneinander gesehen!“

Dr. Ulf Gebken gab zu bedenken, dass es immer noch nicht üblich sei, dass Mädchen mit Migrationshintergrund Fußball spielen. „Sie haben die Schattenseiten unserer Gesellschaft erlebt. Dieses Projekt hilft ihnen, Fuß zu fassen und Selbstvertrauen zu entwickeln.“ Und Karl-Heinz Witt wies auf die Vereinsassistenten-Ausbildung hin, die der FVM anbietet. Schon früh wolle man die Sportler für ein Ehrenamt gewinnen. „Mit Fußball wird Integration spielend gelernt“, ist er überzeugt.

Befragt nach der heutigen Mahlzeit und ihrer Zubereitung, erklärte Uschi Brammertz: „Es gibt Kartoffelsuppe. Wir haben 30 Kilogramm Kartoffeln, 20 Kilogramm Möhren und 10 Kilogramm Porree heran geschafft. Alles soll frisch sein, darauf legt unser Küchenteam unter Leitung von Marianne Kaufmann großen Wert. Es wird auch noch eine Kostprobe für unsere Gäste übrig sein.“

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