Zacherl Freisteller

Missverständnis: Landrat Meulenbergh sorgt für Wirbel

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Carl Meulenbergh
Fühlt sich falsch interpretiert: Landrat Carl Meulenbergh (CDU).

Nordeifel. Da hat er aber kurz vor seinem beruflichen Ultimo noch einmal für Wirbel gesorgt, der Landrat Carl Meulenbergh. Zunächst beim Kooperationspartner im Kreistag, bei den Grünen, bei Thomas Griese, Kandidat der Grünen für das Amt des Städteregionsrats, und später dann auch bei seinen Parteifreunden von der Monschauer CDU.

Letztlich stellten sich die Äußerungen des Landrats zum Ausbau der B258 und zu möglichen Ortsumgehungen für Roetgen, Konzen und Imgenbroich als großes Missverständnis und nicht beabsichtigte Fehlinterpretation heraus.

Das Malheur nahm seinen Anfang bei einem Termin, zu dem Aachens OB Jürgen Linden die Landräte der Kreise Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen geladen hatte.

Die versammelten Granden aus der Region sollten bei der Gelegenheit ihre Vorstellungen zur Verkehrsplanung der Zukunft darlegen.

In einem „Presse-Handout”, wie das in Neudeutsch heißt, zu dieser Veranstaltung war unter anderem vermerkt „LR Meulenbergh: B258 als Ortsumgehung von Roetgen sowie Konzen und Imgenbroich. Verbindung zwischen Eifel und Städteregion sowie der A4. Entscheidung bezüglich der B258n zur Ortsumgehung Herzogenrath über Anbindung an das limburgische Autobahnnetz.”

Als den Grünen dieses Papier mit einigen Tagen Verspätung in die Finger fiel, rutschte ihnen die Wurst vom Brötchen. Denn das Thema Ortsumgehungen war in der Eifel längst ein Fall für den Reißwolf, bereits vor geraumer Zeit von der Agenda der politischen Beratungen genommen. Einzig die Monschauer SPD hält unverdrossen an den Ortsumgehungen für Konzen und Imgenbroich fest.

In Roetgen gibt es sogar einen einvernehmlichen Ratsbeschluss, dass es eine Ortsumgehung auf Roetgener Gemeindegebiet nicht geben wird.

Die Grünen reagierten ziemlich angesäuert und schriftlich. Völliges Unverständnis über die Meulenberghschen Vorstellungen bekundete Thomas Griese, der an den „langen Kampf der Grünen” erinnerte, um dieses Thema ein- für allemal vom Tisch zu bekommen. Für seine Partei „kommt der Bau einer Umgehungsstraße nicht in Frage”, stellte Griese unmissverständlich klar.

Bei eventuellen Kooperationsverhandlungen in der neuen Städteregion werde diese Forderung der Grünen nicht verhandelbar sein.

Weil Carl Meulenbergh seine Thesen zur B258 auch noch beim Wirtschaftsgespräch der Monschauer CDU wiederholt haben sollte, konnte nur er das Rätsel lösen.

Dem Landrat ging es in erster Linie um eine bessere Verkehrsanbindung der Nordeifel an den Rest der Städteregion und an das Oberzentrum Aachen. Dabei sei es, räumte Meulenbergh ein, in Diskussionen auch um Fragen von Ortsumgehungen oder vierspurigem Ausbau der B258 gegangen.

Meulenbergh: „Mir geht es um das Grundsätzliche. Dass mit der B258 etwas geschehen muss, ist unstrittig. Aber ich habe mich nicht für Ortsumgehungen stark gemacht. Das kann ich doch gar nicht. Damit wäre ich doch überfordert. Über so etwas und über andere Nuancen kann nur in den betroffenen Kommunen entschieden werden.”

Das ist in Roetgen und Monschau längst geschehen. Die Grünen müssen sich also nicht länger echauffieren. Und nur noch dreimal schlafen, dann ist Wahltag.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.