Gemünd/Simmerath - Missbrauchs-Prozess gegen 69-jährigen Simmerather in Gemünd fortgesetzt

Missbrauchs-Prozess gegen 69-jährigen Simmerather in Gemünd fortgesetzt

Von: Michael Hamacher
Letzte Aktualisierung:

Gemünd/Simmerath. Vor dem Amtsgericht muss sich seit Dienstag ein 69-jähriger Mann aus der Gemeinde Simmerath verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Frühjahr 2009 zwei minderjährige Mädchen, Freundinnen seiner ebenfalls minderjährigen Tochter, sexuell missbraucht zu haben.

Am zweiten Verhandlungstag hatten sowohl die Anklage als auch die Verteidigung jeweils mehrere Zeugen aufgeboten, darunter die Eltern beziehungsweise die Mutter der beiden Mädchen. Die Eltern wiederholten die Vorwürfe, die auf den Vernehmungen im Mai 2009 fußten.

Die Verteidigung setzte dabei auf die Aussagen mehrerer Familienmitglieder und eines Freundes des Angeklagten. In den Vernehmungen ging es im Wesentlichen um die Frage der Intensität der Beziehungen der Mädchen und ihrer Familien untereinander. Und es ging um die Glaubwürdigkeit der Aussagen der beiden Mädchen.

Brisanz steckte in der Bewertung eines Streitgesprächs zwischen dem älteren der beiden Mädchen, einer heute 15-Jährigen, und dem Angeklagten. Zielte eine im Streit gemachte Aussage auf einen Roller des Mädchens, vom Angeklagten zurechtgemacht und auf dem Speicher stehend, oder auf unsittliche Angebote und Annäherungen des Angeklagten gegenüber dem Mädchen?

Aufgrund des Alters der Tochter des Angeklagten (zehn Jahre) wurde von Amts wegen ein Verfahrenspfleger gestellt. Dieser pochte auf das Aussageverweigerungsrecht des Kindes. Den Antrag des Verteidigers auf Einholung eines Sachverständigengutachtens, ob die jetzt Elfjährige in der Lage sei, über die Frage der Zeugnisverweigerung selbst zu entscheiden, lehnte das Gericht ab. Begründung:

Fehlende Reife

Das Gericht sei selbst in der Lage und auch berufen, diese Frage zu entscheiden. Das Gericht vertrat die Auffassung, die Tochter des Angeklagten verfüge nicht über die Reife und Einsichtsfähigkeit, die Frage der Zeugnisverweigerung im Prozess gegen den Vater selbständig zu entscheiden.

Vernommen wurde zudem noch der Vernehmungsbeamte der Polizei, der Auskunft über den Inhalt der polizeilichen Vernehmung der Zeugin im Jahr 2009 gab.

Am nächsten Verhandlungstag, dem 26. Januar (ab 9.30 Uhr), soll nunmehr noch eine Sachverständige zur Glaubwürdigkeit der mutmaßlich geschädigten jungen Mädchen gehört werden.
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