Roetgen/Simmerath - Mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Reflektoren gegen Wildwechsel

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Reflektoren gegen Wildwechsel

Von: Günther Sander
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Gemeinsam mit den Jägerkolleg
Gemeinsam mit den Jägerkollegen stellen Bernd Keitemeier und Horst Lauscher (von rechts) die neuen Reflektoren vor, die Wildunfälle verhindern sollen. Foto: Günther Sander

Roetgen/Simmerath. „Wild kennt keine Verkehrszeichen”, heißt es treffend in einem Versicherungsratgeber. Das wird sich in den kommenden Wochen ändern.

Die beiden Hegeringe aus Roetgen und Simmerath bringen in einem Pilotprojekt ehrenamtlich auf der Hahner Straße, zwischen Mulartshütte und Lammersdorf Waldsiedlung, 400 Reflektoren an, berichteten Bernd Keitemeier (Schriftführer Hegering Roetgen) und Horst Lauscher (Vorsitzender Hegering Simmerath) bei der Vorstellung des Projektes in der Fahrschule Langohr in Roetgen.

„Mit diesen blauen Reflektoren hat man in Deutschland gute Erfahrungen gemacht”, sagt Keitemeier, denn die Zahl der Wildunfälle seien weiter angestiegen. Gerade auf der Strecke von Mulartshütte nach Lammersdorf, wo recht schnell gefahren werde, habe es bekanntlich schon zahlreiche Unfälle mit Wild gegeben, die zu erheblichen Sach- und Personenschäden geführt hätten.

„Wir werden kurzfristig mit dieser Aktion starten”, verspricht Keitemeier. Die Roetgener Jäger montieren die blauen Reflektoren entlang der Hahner Straße von Mulartshütte bis zur Dreilägerbachtalsperre, die Kollegen aus Simmerath arbeiten von Lammersdorf aus beginnend in Richtung Mulartshütte.

Der blaue Wildwarn-Reflektor beinhaltet gleich mehrere technische Vorteile und Innovationen zur Verhinderung von Wildunfällen. So ist die blaue Farb-Beschichtung die natürliche Warnfarbe des Wildes, da diese in der Natur nicht vorkommt. Zudem simuliert die spezielle Halbkreisform des Wildwarnreflektors beim Auftreffen des Lichtes eine Bewegung. Das Wild reagiert auf den so entstehenden Lichtsaum entlang der Straße mit Flucht.

Die Idee stamme von den Jägern der beiden Hegeringe, denn es müsse etwas unternommen werden, um die Unfallzahlen reduzieren zu können, weiß Horst Lauscher. Stolz berichtet der Vorsitzende, dass die beiden Bürgermeister, Manfred Eis und Karl-Heinz Hermanns, der Sache wohlwollend gegenüber stehen würden und spontan Unterstützung (Sicherheitsfahrzeuge) zugesichert hätten. Die Kosten für die Aktion übernehme der Landesbetrieb Straßenbau in NRW. „Und wir Jäger packen gerne selbst mit an”, versprechen Keitemeier und Lauscher, denn mit einer guten Sache wolle man gleichermaßen Mensch und Tier schützen.

Wolfgang Fischer, zweiter Vorsitzender, informierte seine Kollegen mit beeindruckenden Zahlen, die seine Statistik aus Sicht der Versicherungen enthielt.

In Deutschland gab es im Jahr 2010 insgesamt 26.000 Unfälle mit Wild, davon 25 Prozent mit Schwerverletzten, 30 Prozent sogar mit Todesfällen. Hauptverursacher waren zu 80 Prozent Rehwild, zehn Prozent sind dem Schwarzwild zuzuschreiben.

Auf die Versicherungen seien in Sachen Schadensregulierung 552 Millionen Euro an Kosten entfallen, im Durchschnitt habe jeder Schaden etwa 2130 Euro betragen. Die Versicherungen zahlen nur bei einem Zusammenstoß mit „noch lebendem Wild.” „Liegt ein totes Wildschwein auf der Straße und man fährt darauf, dann sieht es böse aus, dann gibt es nichts”, so Fischer zur aktuellen Praxis der Versicherungsgesellschaften.
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