Mehr Gäste in der Eifel: Doch sie bleiben kürzer

Von: Jan Mönch
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Immer bekannter wird der Eifel
Immer bekannter wird der Eifelsteig. Das Teilstück zwischen Einruhr und der Urftseestaumauer war allerdings auch zuvor schon hoch frequentiert. Foto: Peter Stollenwerk/Heiner Schepp

Nordeifel. Dass die Nordeifel ein schöner Flecken Erde und immer eine Reise wert ist, das ist nun wirklich nichts Neues. Einen Vergleich mit den Kanarischen Inseln aber haben sicher selbst alteingesessene Pensionsbetreiber selten zu hören bekommen.

Cornelia Freuen von der Rursee-Touristik aber kann da zum Ende der Sommersaison einen Touristen zitieren: „Wenn das Wetter hier zuverlässig wäre, dann würde niemand mehr auf die Kanaren fliegen”, habe der namentlich nicht bekannte, gleichwohl mit seinem Urlaub offenbar äußerst zufriedene Eifelliebhaber sinniert - na wenn das nicht mal ein Kompliment ist.

Das Wetter, ja das Wetter. Der Sommer hat sich zwar mittlerweile diesseits der Himmelsleiter blicken lassen, dass er auf sich warten lassen hat, haben aber viele Vertreter des touristischen Gewerbes nicht vergessen. Wenn das Eifelwetter sich nämlich von seiner sauertöpfischen Seite zeigt, dann kann das den einen oder anderen Kurzentschlossenen durchaus dazu bringen, das verlängerte Wochenende doch lieber daheim zu verbringen.

Dennoch zeichnet sich laut Cornelia Freuen ab, dass das touristische Gewerbe wieder eine positive Bilanz ziehen können wird, sobald alle Zahlen da sind. Abzuwarten bleibe freilich, was nach dem Ende der Sommerferien in der Wandersaison noch geht: Sollte das Eifelwetter noch eine Weile mitspielen, darf sicher noch mit dem einen oder anderen Kurzentschlossenen gerechnet werden.

Ähnlich sieht das Dr. Georg Dittmer von der Roetgen Touristik. Er allerdings will die Rolle von Petrus nicht überbewertet wissen, im Gegenteil: „Ich bin oft selbst erstaunt, bei welchem Wetter die Gäste wandern gehen, wenngleich natürlich passend angezogen”, gibt der Vorstand des Gewerbe- und Verkehrsvereins zu.

Doch auch sonst ist Nordeifeltourist nicht unbedingt gleich Nordeifeltourist. Glaubt man Georg Dittmer, dann tickt der Besucher von Roetgen anders als die Besucher der Nachbarkommunen - weshalb das Tor zur Eifel auch gut ohne Spektakel wie Rursee in Flammen oder die Monschau Klassik auskomme. Denn „Wer zu uns kommt, der möchte seine Ruhe haben.”

Und selbstverständlich wandern. Ein Stichwort, bei dem die Frage nach dem Eifelsteig fallen muss. Der, so Dittmer, mache sich immer deutlicher bemerkbar - etwa dadurch, dass viel mehr Tagestouristen kämen, die Aufenthaltsdauer sich also offenbar verkürze. Der Eifelsteig als Touristenmagnet im negativen Sinne, also einem Magneten, der die Leute vom Bleiben abhält? So hat Dittmer es freilich nicht gemeint: „Der Trick dabei ist ja, dass die, die erst mal nur eine Nacht bleiben, wiederkommen, wenn es ihnen gefällt. Und dann bleiben sie auch länger.”

Davon ist auch Margareta Ritter überzeugt. Monschaus Bürgermeisterin, zugleich Geschäftsführerin der Monschau Touristik sowie der Monschauer Land Touristik, hat ebenfalls beobachtet, dass die Zahl der Übernachtungen voraussichtlich zurückgehen wird, sich bei der Zahl der Ankünfte gegenüber dem Vorjahr jedoch eine Steigerung von rund vier Prozent abzeichnet.

Anders ausgedrückt: Es kommen mehr Gäste, die jedoch im Durchschnitt schneller wieder abreisen. Auch Ritter vermutet als einen wichtigen Grund hinter dieser Entwicklung den Eifelsteig. Gewohnt großem Anklang hätten sich indes die Monschau Klassik und das Rurseefest erfreut.
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