Nordeifel - Mathe-Prüfung verunsichert auch die Abiturienten in der Eifel

Mathe-Prüfung verunsichert auch die Abiturienten in der Eifel

Von: Carmen Krämer
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Vor der Klausur wussten sie nicht, was ihnen drohte. Jetzt beschweren sich tausende Schüler über die Abi-Prüfungen in Mathematik. Foto: J. Mönch

Nordeifel. Häufig mit zitternden Knien, einem seltsamen Druck im Bauch und voller Nervosität betreten die Schülerinnen und Schüler der Abiturjahrgänge in den letzten Wochen die Prüfungsräume. „Hoffentlich sind die Aufgaben nicht zu schwer. Kann ich alles? Komme ich mit der Zeit hin?“ – das sind die letzten Gedanken, die den meisten von ihnen während der Ausgabe der Klausuraufgaben noch durch den Kopf schießen.

Doch anstatt Erleichterung nach der diesjährigen Mathe-Abitur-Prüfung stellte sich bei zahlreichen Schülern Wut ein. Sowohl Abiturienten der Grund- als auch der Leistungskurse sind der Meinung, die Aufgabenstellungen seien zu schwer und zu kompliziert formuliert gewesen.

Aus diesem Grund hat sich eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook gegründet, der innerhalb weniger Tage knapp 10 000 Mitglieder aus ganz NRW beigetreten sind. Die Schüler rufen zum Protest auf, fordern, dass die Klausur neu geschrieben oder der Erwartungshorizont herabgesetzt wird und organisieren für den heutigen Dienstag eine Demonstration vor dem Schulministerium.

Auch aus unserer Region sind einige Schüler unzufrieden mit der Abiturprüfung. Vivian Dohlen ist Abiturientin am St.-Michael-Gymnasium Monschau und hatte Mathe-Grundkurs im Abi. „Meine Vornote ist mit 13,5 Punkten ziemlich gut. Aber die Aufgaben waren sehr schwer und wir hatten zu wenig Zeit. Jetzt habe ich Angst, dass ich von der Vornote abweichen könnte und in die mündliche Prüfung muss“, erklärt sie.

Auch ihre Mitschülerin Hannah Valentin-Krebs, die sonst ebenfalls eine Einserkandidatin in Mathe ist, empfand die Abiklausur als sehr anspruchsvoll. „Ich habe zur Übung alle Klausuren aus den Vorjahren durchgerechnet. In diesem Jahr war das Niveau vergleichsweise drei Mal so hoch“, findet sie.

„Und auch die anderen sehen das so. Einer unserer Lehrer meinte sogar, sie hätten bei den vorgegebenen Klausuren die Auswahl zwischen Pest und Cholera gehabt.“

Ob die beiden Schülerinnen am Dienstag mit demonstrieren werden, wissen sie noch nicht. In jedem Fall haben sie ihren Lehrern ihren Unmut mitgeteilt. Mathelehrer Lutz Lenzen und seine Kollegen haben die Beschwerde entgegengenommen.

„Wir fühlen uns natürlich für unsere Schüler verantwortlich. Und wenn sie sich in Schwierigkeiten befinden, setzen wir uns für sie ein“, erklärt er. Allerdings würden sie den Dienstweg wählen und sich in dieser Sache mit dem Ministerium direkt in Verbindung setzen.

Der stellvertretende Schulleiter des Vossenacker Franziskus-Gymnasiums beschreibt die Reaktionen auf die Matheprüfungen anders: „Die Aufgaben waren anspruchsvoll, aber wir würden nicht mit denen brüllen, die behaupten, sie seien unlösbar gewesen. Man muss ja auch sehen, dass es keine Tiefenschärfe gibt, wenn die Aufgaben zu leicht sind. Dann kann man ja gar nicht mehr unterscheiden, wer besonders gut ist und wer nicht“, so Dr. Peter Cordes. An seiner Schule hätten die Mathelehrer die Themen gut ausgewählt und es habe sich niemand bei ihnen beschwert.

Spricht man mit den Schülern, hört man aber auch hier raus, dass ihnen besonders die Klausur im Leistungskurs schwieriger erscheint als in den Vorjahren.

„Ich kann den Protest der anderen verstehen, auch wenn ich mich selbst nicht beschweren würde. Das Niveau der Aufgaben war wesentlich höher als in den Vorjahren“, erklärt der Vossenacker Abiturient Cedric Hoch.

Auch seine Mitschülerin Ann-Kathrin Braun ist zwar selbst gut mit den Aufgaben zurecht gekommen, hat aber einige Beschwerden über die Klausur im Leistungskurs gehört. Nun bleibt abzuwarten, wie das Ministerium reagiert. Fest steht aber, dass das Abwarten für viele Schüler ein reiner Nervenkitzel ist.

Bleibt es bei der bisherigen Klausur, droht vielen aufgrund von Abweichungen eine mündliche Prüfung. Wird sie neu geschrieben, so müssen die Abiturienten sich der schriftlichen Herausforderung ein weiteres Mal stellen.

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