Nordeifel - Massive Beschwerden über Arzt-Notdienst

Massive Beschwerden über Arzt-Notdienst

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Nordeifel. Nach der Kritik am zahnärztlichen Notdienst-System in der Nordeifel ist nun auch die Notarztpraxis im Simmerather Krankenhaus Gegenstand einer massiven Beschwerde.

Unsere Leserin Claudia Förster schildert dabei ihren Besuch in der Notfall-Praxis am vergangenen Samstagnachmittag.

Krankes Kind nur abgehört

„Nachdem wir geschlagene zwei Stunden mit unseren drei fiebrigen Kindern gewartet hatten, wurden wir zum diensthabenden Arzt gebeten. Er fragte, mit welchen Kind wir denn anfangen sollten, und ich schlug vor, mit dem kleinsten (16 Monate) zu beginnen.

Als er aber hörte, wie alt das Kind ist, meinte er, dass er ein solch kleines Kind nicht behandeln werde, da er seit 30 Jahren keine Erfahrung mehr mit der Behandlung von Kindern gemacht habe.

Überrascht und ziemlich wütend sagte ich ihm, dass ich in diesem Fall zumindest erwartet hätte, dass die Arzthelferin an der Anmeldung, die das Geburtsdatum des Kindes aufgenommen hat, uns darüber hätte informieren müssen.

Ich hätte dann das Kind erst gar nicht mitgebracht bzw. wäre wieder nach Hause gefahren statt zwei Stunden zu warten.”

Der Notdienst-Arzt habe die Familie dann an das Stolberger Krankenhaus verwiesen, das bekanntlich über eine Kinderstation verfügt, wie die Mutter weiter berichtet.

„Auf meinen Einwand, dass man auf diesen Misstand in der Notfallpraxis auf jeden Fall hinweisen müsse, damit Eltern nicht unnötig nach Simmerath kommen, und mein Argument, dass mir bekannte Allgemeinmediziner sehr wohl Kleinkinder behandeln (und das meiner Meinung nach auch im Falle einer Grippe können müssen), brach der Arzt die Diskussion im Hinblick auf die Wartezeit anderer Patienten ab”, schildert Claudia Förster ihren Besuch in der Notfall-Praxis weiter.

Schließlich habe der Mediziner sich bereit erklärt, den 16 Monate alten Sohn der Höfener Familie abzuhören. „Das war es dann aber auch. Unsere beiden anderen Söhne, 4 und 6 Jahre alt, hat er dann untersucht. Allerdings habe ich die Diagnose von einem Arzt, der selbst sagt, dass er seit 30 Jahren keine Erfahrung mehr in der Behandlung von Kindern hat, mit gemischten Gefühlen entgegengenommen”, bekennt die Mutter.

Nicht nach Stolberg

Sie ergänzt, dass der Vierjährige über Übelkeit geklagt habe und Durchfall hatte, der Arzt jedoch auf diese Beschwerden nicht eingegangen sei, sondern eine Mittelohrentzündung diagnostiziert habe.

Dass die Notfall-Praxis Eltern mit kleineren Kindern nicht helfen kann, ist für die Familie Förster ein Unding, „denn in der Wartezone auf dem Flur saßen zu der Zeit, als wir da waren, hauptsächlich Eltern mit kranken Kindern”, berichtet Claudia Förster, für die die Notfall-Praxis erster Anlaufpunkt sein muss und nicht das Krankenhaus in Stolberg: „Die Kinderarztpraxis in Simmerath verweist auf ihrer Telefonansage außerhalb der Sprechzeiten auch auf die Notfallpraxis in Simmerath. Es wird also generell nicht erwartet, dass man mit seinen Kindern bei einer normalen Erkrankung nach Stolberg fährt. Da erwarte ich einen kompeteten Arzt in der Notfallpraxis”, hofft Claudia Förster, dass ihr Erlebnis mit dem Notdienst sich nicht mehr wiederholt.
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