Würselen/Stolberg - Martin Schulz hört als SPD-Chef auf

Martin Schulz hört als SPD-Chef auf

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Martin Schulz
Martin Schulz: „Meine Ämter sind mit einem Kraftaufwand verbunden, der mich immer häufiger in einen enormen Zeitdruck bringt. Ich bewege mich oft an der Belastungsgrenze.„ Foto: imago

Würselen/Stolberg. Paukenschlag bei der SPD: Nach 14 Jahren kandidiert Martin Schulz nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden im Unterbezirk Kreis Aachen. Der Würselener Vollblutpolitiker, seit Jahren Chef der sozialistischen Fraktion im Europaparlament und Mitglied des Präsidiums der Bundes-SPD, nennt die „enorme zeitliche Belastung” als Grund für den Rückzug, der bereits vor zwei Jahren einmal angedacht war.

„Doch damals hatten wir mit Europa-, Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen vier Wahlen vor der Brust. Und mit dem Blick auf die Ergebnisse kann ich sagen: Es hat sich bewährt, dass ich damals im Amt geblieben bin.”

Doch Schulz sagt auch: „Meine Ämter sind mit einem Kraftaufwand verbunden, der mich immer häufiger in einen enormen Zeitdruck bringt. Ich bewege mich oft an der Belastungsgrenze.” Und er erzählt: „Im Bundespräsidium der SPD bin ich jetzt noch der einzige, der das Amt eines UB-Vorsitzenden inne hat und die anderen fragen mich: Wie machst Du das?”

Nun aber sei ein guter Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung in jüngere Hände zu geben. Nachfolger soll der bisherige Stellvertreter Martin Peters werden. Dies schlägt der amtierende UB-Vorstand den Delegierten vor, die am kommenden Samstag zum Unterbezirksparteitag in Stolberg zusammenkommen.

„Peters ist ein talentierter, junger Mann, der diese Position gut ausfüllen wird”, lobt der Europapolitiker den Stolberger SPD-Chef, der bei der Bundestagswahl 2009 im Kampf um das Direktmandat gegen Helmut Brandt (CDU) verloren hat und im Städteregionstag sitzt.

Natürlich hinterlasse er große Fußspuren, sagt Schulz: „Aber ich bin ja jetzt auch nicht aus der Welt. Ich bin ja da. Und wir haben fest verabredet, eng zusammenzuarbeiten.” Zudem könne sich Peters auf ein starkes Team verlassen, das in der Vorstandsriege mit weiteren neuen Gesichtern bestückt wird.

Denn weitere Personalien sollen den Führungswechsel bei den Sozialdemokraten abrunden: Die beiden anderen Stellvertreter - Josef Stiel (Fraktionschef im Städteregionstag) und Helen Weidenhaupt (Vize-Bürgermeisterin Eschweiler) - scheiden aus, die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers aus Würselen sowie die SPD-Chefs Stefan Kämmerling (Eschweiler) und Detlef Loosz (Alsdorf) sollen als Peters´ Vize aufrücken.

Und so dürfen sich die Delegierten und Schulz auf einen emotionalen Parteitag im Zinkhütter Hof einstellen. Schließlich ist der 54-Jährige seit 1984 Mitglied des UB-Vorstands. „Da war mein designierter Nachfolger gerade erst ein Jahr alt”, sagt Schulz und betont: „Diese Jahre wirft man nicht weg, die sind Teil meines politischen Lebens. Ich gebe etwas ab, was lange zu mir gehört hat.” Und so schwingt eine gehörige Portion Wehmut mit. Aber auch die Erkenntnis: „Der Schritt bringt mir die erforderliche Entlastung.”
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