Roetgen - Marienbildchen: Radweg kreuzt B258

Staukarte

Marienbildchen: Radweg kreuzt B258

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
ravel-bravo_bu
An Marienbildchen kreuzt der Ravel-Radweg die B258, übergangsweise bis zur Fertigstellung der Brücke. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Zu entscheiden gab es nichts. So beschränkten sich die Politiker des Städteregionstages fraktionsweise auf verbales Schulterklopfen und Lob für die Verwaltung.

Einziger Tagesordnungspunkt war die Ravel-Radroute, als der Ausschuss für Tourismus und Kultur sowie der Bauausschuss der Städteregion Aachen am Donnerstagabend gemeinsam im Roetgener Rathaus tagten.

Von einem „touristischen Highlight” schwärmte der ansonsten eher kantige Baudezernent Uwe Zink. Der Premium-Radweg, der den Eifelsteig sogar noch toppen soll, verläuft auf der alten Vennbahn-Trasse, führt von Aachen durch Belgien bis nach Luxemburg, hat ein Gefälle von weniger als drei Prozent und bekommt eine 2,5 bis drei Meter breite Asphaltdecke. Auf brütende Braunkehchen, Birkhühner und weiteres schützenswertes Getier soll Rücksicht genommen werden.

Während es bei dem Gedanken an das 2012 fertiggestellte große Ganze bereits jetzt einige verzückte Blicke gab, liegt der Teufel auch hier im Detail, wie die Politiker bei einer Bereisung in Roetgen festellen mussten. An einige Stellen muss der Radweg die stark befahrene B258 kreuzen. Ein besonderer Knackpunkt in den Augen Vieler ist die Himmelsleiter.

Auf deren Scheitel, in der Kurve, soll der Radweg aus dem Wald kommend die B258 queren und dann in den Stockläger weitergeführt werden. Nicht nur bei Einheimischen, auch bei einigen Politikern aus der Städteregion erzeugte dieser Gedanke ein blümerantes Gefühl in der Magengegend. Wer denn die „moralische Verantwortung” übernehme, wenn es an dieser Stelle den ersten toten Radfahrer gebe, wollte Reimund Billmann (CDU) wissen.

Für Uwe Zink stellte sich diese Frage nicht. Diese Stelle werde bereits seit 2004 von Radfahrern als Querung genutzt, und ein Unfall könne sich jederzeit und überall ereignen. Auch die zu Rate gezogene Fachkompetenz von Polizei, Landesbetrieb Straßenbau und anderen sehe diese Querung als umproblematisch an, die zudem durch eine Mittelinsel, auf der sich mehrere Radfahrer aufstellen können, zusätzlich an Sicherheit gewinne. Wem die Sache dennoch zu heikel sei, der könne auf dem bereits vorhandenen Radweg bis zum Pferdeweiher weiterfahren.

Außerdem ist die Querung an Marienbildchen nach Zinks Worten nur eine Übergangslösung, denn ein Brückenbauwerk über die Himmelsleiter wird immer wahrscheinlicher.

Kommt die Brücke, dann wird sie gigantisch, mehr als vier Meter hoch, damit jeder Lkw drunterdurch passt, und mit langen Rampen zu beiden Seiten, die das Gefälle nicht über drei Prozent steigen lassen.

Eine halbe Million Euro müssen dazu im Finanztopf stecken, mit 150.000 Euro ist die Städteregion dabei.

Parallel zur baulichen Seite kommt die Marketing-Maschinerie in die Gänge, auch eine Forderung der Politik. Wie FDP-Fraktionsvorsitzender Georg Helg formulierte, solle man „viel Geld in die Hand nehmen”, um die Radroute angemessen zu vermarkten.

Falls er an Reklameschilder am Wegesrand gedacht habe sollte, ist Obacht angesagt. Die muss man sich nämlich von den Belgiern auf deren Staatsgebiet vorher schriftlich genehmigen lassen. Das ist Gesetz. Die Roetgener CDU kann ein Lied davon singen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert