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Malteser-Ära im Krankenhaus Jülich ist beendet

Von: hfs.
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Aus und vorbei: Die Malteser sind nicht mehr Träger des Jülicher Krankenhauses und haben die Einrichtung aufgrund finanzieller Probleme an die Caritas Trägergesellschaft West verkauft. Foto: hfs.

Jülich. Die Zeit der Malteser im Jülicher Krankenhaus ist am Nachmittag zu Ende gegangen. Da setzte Karl Prinz zu Löwenstein als Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutsche Malteser gGmbH seine Unterschrift unter den Verkaufsvertrag des Jülicher Hospitals.

Das wird ab Freitag von der Caritasträgergesellschaft West (ctw) mit Sitz in Düren geführt.

Mit dem Notartermin endete ein mehr als dreivierteljähriger Verhandlungspoker zwischen den Maltesern und dem Caritasverband. Mitte vorigen Jahres geriet das Jülicher Krankenhaus in die Schlagzeilen, es wurde eine finanzielle „Schieflage” bekannt.

War der Jülicher Geschäftsführer Wolfgang Brauers - er soll dem Vernehmen nach zum Malteserkrankenhaus in Simmerath wechseln - noch optimistisch, das Krankenhaus in ruhiges Fahrwasser zu bekommen, zerschlugen sich diese Hoffnungen recht bald.

Denn schon Anfang November begannen konkrete Gespräche mit dem Ziel der Vernetzung der Häuser Düren-Lendersdorf, -Birkesdorf und Linnich (ctw) und dem Jülicher St. Elisabeth-Krankenhaus, das am 19. November 1891 seiner Bestimmung übergeben wurde. Es blieb bis zum Jahre 1963 im Besitz der Stadt Jülich, wurde dann bis 1987 vom Caritasverband für das Bistum Aachen geführt. Anschließend wechselte es in den Besitz der Malteser gGmbH.

Schon Mitte vergangenen Jahres wurden die Mitarbeiter der Jülicher Einrichtung auf finanziell schwierige Zeiten eingestellt. Sie verzichteten unter anderem auf Gehaltserhöhungen, nahmen Einkommenskürzungen in Kauf, und der Malteserorden selbst verhinderte mit einer Patronatserklärung die Insolvenz. Dennoch konnte eine Kehrtwende nicht erreicht werden. Bei den Verkaufsgesprächen soll schnell deutlich geworden sein, dass die Wirtschaftlichkeit unter den vorherrschenden Bedingungen nicht zu erreichen ist.

Kommissarischer Direktor

So soll nach Angaben betriebswirtschaftlicher Experten ein Bediensteter des Krankenhauses Jülich weit über 10.000 Euro weniger „erwirtschaften” als einer in einem Haus der ctw. Nach Gründen für diese Diskrepanz zu suchen, wird Aufgabe eines neuen kaufmännischen Direktors sein. Offiziell wird diese Stelle für das St. Elisabeth-Krankenhaus, so hieß es, ab Januar 2010 besetzt.

Von Freitag an wird aber schon ein kommissarischer kaufmännischer Direktor der Caritas Trägergesellschaft West mit der Ursachenforschung beginnen. Erklärter Wille der neuen Eigentümer ist es, die Gesamtbelegschaft, rund 320 Bedienstete samt aller Abteilungen, zu erhalten.
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