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Mainacht: Letzte Chance für Jugendliche auf Traktoren

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Die Gemeinde Simmerath hofft,
Die Gemeinde Simmerath hofft, dass die Jugend sich mehr auf das Brauchtum konzentriert und weniger auf laute Musik und Randale am Bushof. Foto: P.Stollenwerk

Simmerath. Wummernde Bässe zu nachtschlafender Zeit, betrunkene Jugendliche, die an Hauswände pinkeln und jede Menge Müll - das war die Bilanz der vergangenen Mainacht auf dem Simmerather Bushof. Mit der traditionellen Mainacht und ihren Bräuchen hatte das nur noch wenig zu tun.

„Gemeinsam mit den Anwohnern bin ich der Ansicht, dass die in den letzten Jahren entstandenen Auswüchse den Rahmen des traditionellen Brauchtums verlassen haben”, sagt Beigeordneter Roger Nießen. „Der zuständige Fachausschuss der Gemeindevertretung hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, zur Wahrung des Brauchtums auf eine Rückführung auf das Wesentliche hinzuwirken.”

Vor einigen Jahren hatte sie den zentralen Platz für die Traktoren freigegeben, um Verkehrsbeeinträchtigungen und -gefährdungen in anderen unübersichtlichen und engen Bereichen im Ort zu vermeiden. Und auch, damit im Gewerbegebiet kein Unfug getrieben wird.

Allerdings habe sich auf dem Bushof über die Jahre in der Mainacht in der Zeit von 21 Uhr bis etwa 2 Uhr ein, so heißt es in dem Schreiben, „Wettbewerb der mitgeführten Musikanlagen” entwickelt - verbunden mit immensem Alkoholkonsum. Die mehreren 100 Jugendlichen nähmen hierbei teilweise keine Rücksicht auf Privateigentum und verrichten ihre Notdurft an Hauswänden und in Hausgärten. „Am nächsten Morgen bedarf darüber hinaus die Beseitigung der aus rund drei Kubikmetern Müll bestehenden Hinterlassenschaften auf dem Gelände des Bushofes einen mehrstündigen Einsatz des Bauhofes”, sagt Roger Nießen.

Erträgliches Maß

Die Anwohner des Bushofes führten deshalb zu Recht Klage über die jährlich wiederkehrenden Belästigungen und Verschmutzungen und forderten Maßnahmen zur Eindämmung derselben. In diesem Jahr bekommen die feiernden Jugendlichen noch eine letzte Chance. Die Verwaltung hat Pläne geschmiedet, wie sie den „mit den Aktivitäten in der Mainacht einhergehenden Belästigungen der Anwohner im Bereich des Bushofes auf ein erträgliches Maß beschränken” kann, wie es in einem Schreiben des Beigeordneten heißt. Gehen die Pläne nicht auf, will die Gemeinde den Bushof in der Mainacht zukünftig absperren.

Zur nächsten „Mainacht” am 30. April wird der Bushof noch einmal zur Auffahrt der Gespanne zur Verfügung stehen - bei der Auffahrt werden jedoch die Kennzeichen der Fahrzeuge und die Personalien der verantwortlichen Fahrer aufgenommen. Mit einem erhöhten Personaleinsatz der Polizei, des Ordnungsamtes sowie des Jugendamtes der Städteregion wird man sich um die Gewährleistung einer verträglichen Einhaltung des Immissionsschutzes und dem Schutz der privaten Hausgrundstücke bemühen. So soll auch der Schutz der Nachtruhe gewährleistet und der spätabendliche Betrieb der Musikanlagen untersagt und das Verbot gegebenenfalls mit Zwang durchgesetzt werden.

Ein Auge werden die Ordnungshüter auch auf die Mai-Streiche haben. Die sind laut Städteregion in den vergangenen Jahren nämlich immer mehr zum Problem geworden. „Oft sind sie lustig, originell und kreativ. Leider werden aber auch immer häufiger Straftaten gemeldet, die mit Sachbeschädigung und Gefährdungen einhergehen”, heißt es in einer Mitteilung.

An Jugendliche richtet die Städteregion daher die dringende Bitte, in der Mainacht Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und sonstigen groben Unfug zu unterlassen, damit es im Nachhinein nicht zu einem polizeilichen Nachspiel kommt. Insgesamt gelte jedoch: „Jugendschutz ist nicht alleine eine Aufgabe der damit betrauten Behörden wie Polizei, Ordnungsamt oder Jugendamt. Es gilt sowohl für Eltern ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, als auch für Gewerbetreibende, Veranstalter und Vereine Verantwortung zu übernehmen, denn: Jugendschutz geht alle an!”

Gespanne müssen TÜV-geprüft sein

Nach Angaben der Städteregion ist es in den vergangenen Jahren vermehrt zu schweren Unfällen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen beim Transport von Maibäumen gekommen, bei denen Jugendliche teils schwer verletzt wurden.

Wichtig ist, dass alle Fahrzeuge, mit denen Personen transportiert werden, auch dafür straßenverkehrsrechtlich zugelassen und verkehrssicher sind. Dazu gehören unter anderem der sichere Einstieg auf die Ladefläche, die Absicherung der Ladefläche gegen Herabstürzen von Personen durch entsprechend hohe Brüstungen aber auch die sichere Verankerung von Sitzgelegenheiten auf der Ladefläche sowie die feste Lagerung von Getränkekästen.

Alle Fahrzeuge, die normalerweise nicht zum Transport von Personen zugelassen sind, müssen, so die Städteregion in einer Mitteilung, in der Mainacht nach einem entsprechenden TÜV-Gutachten zum Einsatz bei Brauchtumsveranstaltungen zugelassen sein. Dies gelte beispielsweise auch für Karnevalsumzüge. Dieser Punkt sei sehr wichtig, denn sonst bestehe weder die Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr, noch Versicherungsschutz.

Die Ansprechpartner können bei der Technischen Prüfstelle Aachen sowie bei der Straßenverkehrsbehörde in Erfahrung gebracht werden.

Roetgen feiert mit „Spontan” in den Mai: Veranstaltet durch das Ortskartell Roetgen, findet auf dem Marktplatz ab 17 Uhr ein Fest für die ganze Familie statt. Kinderreiten mit den Islandpferdefreunden, Torwandschießen, Sandkastenspiele, Hüpfburg, Farbenspiele werden den reichlich Abwechslung bieten.

Ab 19.30 Uhr wird der stattliche Maibaum, geschmückt von der Freiwilligen Feuerwehr Roetgen, in einem Umzug, begleitet von den Ortsvereinen und der musikalischen Unterstützung der Musikvereinigung Roetgen und dem Spielmannszug Roetgen, vom Feuerwehrhaus zu seinem Bestimmungsort gebracht und aufgestellt. Wie im vergangenen Jahr, wird die Band „Spontan” für musikalische Unterhaltung sorgen.

Die Hauptstraße ist ab Rosentalstraße in Richtung Rott für den Verkehr gesperrt. Der Marktplatz ist ganztägig gesperrt.

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