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Märchenhaftes in romatischen Arkaden

Von: V.M.
Letzte Aktualisierung:
Die Märchenkünstlerin Katrin
Die Märchenkünstlerin Katrin Geilenkirchen mitten im Wunderland zwischen Alice und der Fünf-Uhr-Tee-Runde. Foto: V. Monterey

Monschau. Einen besseren Ort als den romantischen Arkadengang im Aukloster in der Monschauer Altstadt hätte sich Katrin Geilenkirchen für ihre zauberhafte Märchenausstellung kaum wählen können, und das pünktlich zur Weihnachtszeit.

Ungezählte lebensgroße Figuren aus der Sagen- und Märchenwelt sind dort zu bestaunen und lassen Kindheitserinnerungen wieder aufleben. Egal ob für Groß oder Klein, die Ausstellung mit den liebevoll handgefertigten Puppen in prachtvollen Kleidern faszinieren gestern wie heute das Publikum. Darüber hinaus liest die Märchenkünstlerin Katrin Geilenkirchen stündlich im Bürgersaal ein Märchen.

In dem abgedunkelten Raum liest sie dann, verkleidet als gute Fee mit goldenen Haaren und einem Blütenkranz auf dem Haupt, ein Märchen vor, nicht selten unterstützt von „König Max”, ihrem Ehemann „der die Gnade hat, mit seiner tiefen Stimme den ?Froschkönig zu lesen”, so Geilenkirchen, und der das Ganze hervorragend interpretiert und betont.

„Zur Ruhe kommen”

„Die Ausstellung passt wundervoll zum Weihnachtsmarkt”, meint Besucherin Veronica Ziehm, die mit Freundin Claudia Vorkauf und ihren Töchtern, Julia und Katharina, extra aus dem 120 Kilometer entfernten Burscheid angereist ist. „Hier kann man zur Ruhe kommen, um sich dann wieder ins Getümmel des Weihnachtsmarktes zu stürzen”.

Gelesen wird meistens aus den „Gesammelten Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm”, „Schneewittchen und die sieben Zwerge”, „Dornröschen”, „Aschenputtel”, „Rapunzel” und viele andere Märchen, passend zum weltweit gefeierten 200-jährigen Jubiläum der Gebrüder Grimm im kommenden Jahr, „wunderschön gelesen und toll betont”. Spannend sei auch, dass man die Märchen zwar alle kenne, aber „sich oft nicht mehr an den Schluss erinnern kann”.

Welche von den ausgestellten Figuren sie am schönsten fänden, könnten sie gar nicht sagen. „Eigentlich sind alle schön”, so die Märchenfans. Manche seien so lebensecht, dass man das Gefühl habe, sie würden einen beobachten und sich gar bewegen, wie zum Beispiel der eitle Kaiser aus dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider”.

Fast habe man den Eindruck, er wolle einem die Hand reichen. Gegenüber sitzt das „Arme Mädchen mit den Schwefelhölzchen”, um die Ecke, an einer Tafel versammelt, die gesammelte Mannschaft aus „Alice im Wunderland” pünktlich zum immer währenden Fünf-Uhr-Tee, die Herzogin, der Märzhase, der verrückte Hutmacher, die Herzkönigin und natürlich das sprechende Kaninchen.

Neben vielen anderen bekannten Figuren ist auch die älteste und zuerst entstandene Figur zu begutachten, die Hexe aus „Hänsel und Gretel”. Mit dieser Puppe fing alles an. Genau genommen aber schon in Kindertagen.

Die aus Dresden stammende Großmutter und Kunstmalerin prägte die Liebe Geilenkirchens zur Kunst, ihre Eltern, Lehrerin und Tierarzt von Beruf, erkannten ihr Talent und förderten das Zeichnen, die Liebe zur Kunst und zu Märchenbüchern, deren Faszination sie bis heute nicht losgelassen hat.

„Am liebsten sind mir Hans Christian Andersens Märchen”, schwärmt die Märchenkünstlerin. Später studierte sie Aktzeichnung und Porträt an der Dürener Kunstakademie und gründete das Jülicher Märchentheater, wo sie sechs Jahre lang mit rund 80 Erwachsenen Märchen inszenierte und Stücke aufführte, sowohl Bühnenbilder als auch Kostüme entwarf und bei vielen Theatern in der Maskenbildnerei assistieren und lernen durfte. „Dort habe ich viele Tricks gelernt”, erzählt sie.

Um zu einer Figur zu kommen, die so lebensecht aussieht, wie ein geschminkter Schauspieler, sei sie auf feinschamottierten weißen Ton gekommen. Aus rund drei Kilo entsteht der Kopf, der dann bei 1300 Grad gebrannt wird.

Darüber hinaus werden Hände und gegebenenfalls Füße modelliert, die auf eine Konstruktion aus Stahl montiert werden und schließlich mit prachtvollen Kostümen aus dem Theaterfundus oder aus Secondhand-Läden, jeweils entsprechend umgearbeitet, ausgestattet werden.

Wunsch: Märchenmuseum

Inzwischen sind Hunderte von Puppen entstanden, die unverkäuflich sind und nur in regelmäßigen Ausstellungen, wie zum Beispiel auf der Eyneburg bei Kelmis, auf Burg Nideggen, in der Zitadelle Jülich, in der Abtei von Stavelot in Belgien oder im Schweriner Schloss zu sehen sind und waren. „Gerne würde ich mal in Aachen ausstellen”, hofft die Märchenfee. Doch ihr größter Wunsch für die Zukunft ist, ein eigenes Märchenmuseum in der Region zu eröffnen, „etwas Bleibendes zu kreieren”.

Zu sehen ist die Ausstellung noch während der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes in Monschau von Freitag bis Sonntag und kostet einschließlich einer Lesung 2,50 Euro Eintritt.
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