Aachen - Machbarkeitsstudie: Campusbahn ohne Oberleitung eingebettet

Machbarkeitsstudie: Campusbahn ohne Oberleitung eingebettet

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Elektroantrieb ohne Oberleitung möglich: In der Innenstadt - hier eine Computersimulation für die Strecke Wüllnerstraße - könnte die Cambusbahn auf Batterie- oder Akkubetrieb umgeschaltet werden. Computersimulation: HJPplaner

Aachen. Für die geplante Campusbahn schwebt Aseag-Vorstand Hans-Peter Appel im ersten Bauabschnitt eine Schienenstrecke vom Campus Melaten über das Uniklinikum, das Super C und den Bushof bis nach Rothe Erde vor.

Der Lenkungsausschuss hatte sich für eine Schienenlösung und gegen eine Seilbahn oder Monorail-Variante entschieden. Für die Machbarkeitsstudie der Ingenieurgesellschaft Lindschulte + Kloppe sowie dem Projektbüro HJPplaner wurden im Auftrag der Stadt diverse Streckenführungen und mehrere Dutzend Verkehrssysteme unter die Lupe genommen.

Nach der Analyse der Antriebskonzepte und der städtebaulichen Auswirkungen kristallisiert sich vor der Sitzung des Mobilitätsausschusses Ende Januar das System „Cityval” von Siemens als Favorit heraus.

Stadtbild nicht verschandeln

Dieses könnte außerhalb der City in einem eigenen Gleisbett mit elektrischer Stromversorgung angetrieben werden. Im engen innerstädtischen Bereich - Intzestraße, Wüllnerstraße, Templergraben, Hirschgraben, Seilgraben - könnte der Zugantrieb aus Batterien und aufladbaren Akkus gespeist werden.

Die Campusbahn würde sich hier auf den Fahrspuren bewegen, die auch vom Autoverkehr genutzt werden, sodass kein Straßenraum für den Individualverkehr sowie Radfahrer und Fußgänger verloren geht. Extreme städtebauliche Eingriffe - durch Pylonen wie beim Monorailsystem etc. - gäbe es nicht. Die Investitionskosten könnten - je nach Streckenlänge - unter 100 Millionen Euro liegen.

Fördermöglichkeiten für ein solches Verkehrsprojekt hatten FDP und Grüne schon früh bei NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart und Staatssekretär Michael Stückradt abgeklopft - und wohlwollende Signale erhalten. Gegenwärtig beraten die Fraktionen des Stadtrats über die umfangreiche Machbarkeitsstudie, die unserer Redaktion vorliegt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Studie untersucht nicht etwa das Potenzial eines künftigen Straßenbahnnetzes für ganz Aachen, welches das bestehende Busnetz der Aseag ablösen soll. Vielmehr widmen sich die Planungen einer „Insellösung” mit möglichst weit reichenden Anschlussmöglichkeiten an bestehende ÖPNV-Angebote - wie Aseag-Busse und Euregiobahn.

Aseag-Vorstand Hans-Peter Appel ist überzeugt: „Für Aachen ist die Schienenlösung für die Campusbahn das beste Konzept.” Bis zur Fertigstellung des ersten innerstädtischen Bauabschnitts könnten die Doppelgelenkbusse der Aseag, die 190 Passagiere fassen, die Campuslinie ab Westbahnhof oder Super C bis zum Bushof und weiter nach Rothe Erde bedienen. Ideal wäre laut Appel eine Fortführung der Strecke bis Brand - zumal die mehrspurige Trierer Straße genügend Platz für ein eigenes Gleisbett der Campusbahn biete.

Übrigens: Der „Cityval” kann laut Siemens über eine Strecke von 4,5 Kilometer (Uniklinikum bis Super C) bis zu 800 Personen pro Stunde und Richtung transportieren. Möglich sind Höchstgeschwindigkeiten zwischen 30 und 80 Stundenkilometern.
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