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Lob und Spenden für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Von: hes
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Seit nunmehr fünf Monaten dient die ehemalige Hauptschule auf der Haag in Monschau als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. 155 Menschen, überwiegend aus Nahost, leben hier. Foto: Heiner Schepp
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Sparkassen-Gebietsdirektor Andreas Kreitz (hinten rechts) kam mit den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern Lotte Brune, Heinz Mertens, Gisela Bongard und Waltraud Haake (vorne v. li.) ins Gespräch.
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In der Notunterkunft Höfen freuten sich Lehrende und Lernende über die Spende der Soroptimistinnen.

Monschau. „Diese Spenden kommen zum richtigen Zeitpunkt. Genau jetzt. Gerade jetzt“, sagte Heinz Mertens, Leiter des Amtes für Familie und Soziales bei der Stadt Monschau. Gemeint waren zwei unscheinbare Kuverts, die Andreas Kreitz, Gebietsdirektor Eifel der Sparkasse Aachen zuvor übergeben hatte. Inhalt: je 1250 Euro, Adressaten: das Sozialwerk Eifeler Christen und das Café International.

Es sind zwei Einrichtungen, die aktuell höchst gefragt sind in der Betreuung und Versorgung von Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind und nun, zumindest vorübergehend, in der Stadt Monschau so etwas wie ein neues Zuhause gefunden haben.

Andreas Kreitz hatte sich zuvor fast entschuldigt, dass man den beiden Vereinen, die sich überwiegend ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern, „erst jetzt und nur mit finanzieller Unterstützung“ helfe. Geld zu spenden sei „weit einfacher als das, was sie tun, nämlich sich täglich um die Menschen zu kümmern“, sagte Kreitz. Mit der Spende aus PS-Zweckerträgen versehe die Sparkasse die beiden Trägervereine genauso wie alljährlich andere Eifeler Vereine im Bereich Sport und Kultur. Eine „Neiddebatte“ sei deshalb nicht angebracht, betonte Kreitz und fügte hinzu: „Bei Spenden dieser Art müssen wir leider immer auch mit Gegenwind rechnen. Aber das halten wir aus.“

Kleiderkammer zieht um

Beide Einrichtungen haben gemeinsam, dass sie, auch aktuell, weniger Anlaufstelle sind für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen auf der Haag und in Höfen als für Asylbewerber und Flüchtlinge, die bereits länger in der Eifel leben und kommunal zugewiesen sind, aktuell etwa 200 in Monschau. Für das Sozialwerk Eifeler Christen kommt der Geldregen „höchst gelegen, weil wir gerade im Begriff sind, umzuziehen“, sagte Waltraud Haake, die 1. Vorsitzende des Vereins.

Die Einrichtung, die vorrangig Langzeitarbeitslose in Arbeit bringt, unterhält in Imgenbroich am Erlenweg 2 einen Second-Hand-Laden, der bald eine Etage höher, in den Räumen des ehemaligen Teppichhandels und Musikmuseums, zu finden sein wird. Dieser etwas andere Laden wird nicht nur, aber sehr gerne von Asylbewerbern aufgesucht, die hier für kleines Geld schöne Dinge finden können, wie Haake erläuterte.

Für das Café International, das seit 20 Jahren Menschen aus aller Welt als Anlaufstelle dient, bedankte sich Gisela Bongard für die „schöne Summe“, mit der man im Sommer gemeinsam mit den etwa 30 bis 40 regelmäßigen Besuchern (die übrigens aus allen Eifelgemeinden kommen) des Cafés noch einmal ein großes Sommerfest am Rursee organisieren wird.

Eine weitere Spende an diesem Tag richtete sich ganz gezielt an die Menschen in der Notunterkunft in der ehemaligen „Funk“ in Höfen. Hier hat sich überwiegend aus ehemaligen Lehrern ein kleines Kollegium gebildet, das ehrenamtlich und mit enormem Engagement den nach ihren Angaben „sehr lernwilligen Menschen aus aller Welt“ die deutsche Sprache vermittelt.

Beim Deutschunterricht werden die Lehrer künftig auf einen hochwertigen Flachbildfernseher und weitere Unterrichtsmaterialien zurückgreifen können, die von den sogenannten „Soroptimistinnen“ gespendet wurden. Ingeborg Schöniger, selbst Deutschlehrerin auf der „Funk“ und an diesem Tag mit Gwendolen Webster Repräsentantin des Soroptimistinnen-Clubs in Köln-Römerturm, stellte die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen vor, die „Fragen der Zeit aufgreifen“ und sich im Netzwerk ihrer deutschlandweit 208 Clubs mit mehr als 6300 Mitgliedern für Menschenrechte und Weltfrieden, internationale Verständigung und verantwortliches Handeln engagieren.

Hilfe beim Deutschunterricht

Fernseher und Lernmaterial für Höfen habe man gespendet, da auch TV-Sendungen in Deutsch beim Erlernen der Sprache helfen würden, sagte Schöniger, die die Höfener Einrichtung in höchsten Tönen lobte: „Diese Unterkunft wird vorbildlich geführt, es herrscht ein gutes hilfsbereites Klima hier und die uns anvertrauten Menschen haben kleine, warme Zimmer und gutes Essen.“ Zusätzlich zur genannten Spende waren die Soroptimistinnen gemeinsam mit Einrichtungsleiterin Maria Johnen auf Einkaufstour gegangen und hatten Wäsche für Frauen, Clogs und Jeans in bisher nicht gespendeten Größen für die „Funk“-Bewohner beschafft.

Höchstes Lob für die Arbeit und Atmosphäre in beiden Monschauer Erstunterkünften hatte Ende Januar auch der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz bei einem Besuch beider Unterkünfte in Monschau formuliert, wie Heinz Mertens bei der Spendenübergabe berichtete. Die Einrichtungen auf der Haag und in Höfen hätten „Vorbildcharakter im gesamten Regierungsbezirk“, hatte der „Flüchtlingskrisenmanager“ der Kölner Bezirksregierung gelobt.

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