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„Lit.Eifel“: Eine literarische Abenteuerreise an ungewöhnlichen Orten

Von: Beate Weiler-Pranter
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Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter (4.v.r.) und ihre engagierten Mitstreiter haben in Heimbach das Programm der Lit.Eifel vorgestellt. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. Bunt, nachdenklich, schräg und kritisch präsentiert sich das Programm der Lit.Eifel 2013. Von Anfang Oktober bis Ende November gastieren Poeten, Schriftsteller und Autoren in der Region zwischen Eifel und Ardennen. Mal in einem „Minnesängersaal“ in Hellenthal, dann in einem „Jünglingshaus“ in Eupen.

Auch Besuche in Schulen und Kindergärten, sowie Schreib-, Musik- oder Video-Workshops sind fest eingeplant. „Endlich ist es soweit!“ Mit diesen Worten stellte Margareta Ritter, die Vorsitzende des jungen Vereins, auf Burg Hengebach in Heimbach das ehrgeizige Konzept vor. Erst im Mai diesen Jahres hatten sich Vertreter der Kreise Euskirchen und Düren, der Städteregion Aachen und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammengeschlossen: Ihr gemeinsames Ziel ist es, die „Literatur in neuer Form an ungewöhnlichen Orten der Eifel“ zu etablieren.

Das Resultat kann sich sehen lassen und macht Appetit, sich mit dem geschriebenen und gelesenen Wort auseinanderzusetzen. Es geht um die Liebe und das Leben, um Verrat und Verwicklungen. Während sechs Wochen können sich die Besucher der Lit.Eifel 2013 auf eine literarische Abenteuerreise begeben.

Unter dem Titel „Neues vom Nachbarn“ lässt zum Beispiel Autor Oliver Lück die Zuhörer an seinen Reisen in 26 europäische Länder teilhaben. Gemeinsam mit seinem Hund ‚Locke’ war er in seinem VW-Bulli unterwegs und „schaute den Menschen aufs Maul und in die Seele“, wie Organisator Jochen Starke hervorhebt. Um das Reise-Feeling so realistisch wie möglich zu vermitteln, findet diese Lesung während einer Busfahrt zwischen Heimbach und Nideggen statt. Mit Verve und Witz nimmt Bastian Sick die Alltags-Sprache aufs Korn. Allein der Titel seines Buches „Wir braten Sie gern“ belegt, wie schludrig Werbestrategen mittlerweile mit Worten und Inhalten umgehen. „Dieser Abend wird auch zu einer köstlichen Parodie auf seichte TV-Serien.“, garantieren die Veranstalter.

Egal ob Erfolgsautor, Medien-Mensch oder Newcomer, die Lit.Eifel 2013 bietet ein breites Forum. In wochenlanger Vorarbeit hat der Beirat das fast zweimonatige Programm zusammengestellt. „Um die zahlreichen Autoren für unsere Idee gewinnen zu können, mussten wir viele Verhandlungen mit den Verlagen führen“, erklärt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter. Noch ständen einige weitere Zusagen aus und so versteht sich das Literatur-Festival nicht als „statische Institution“, sondern als „fließender Prozess“, als ständig wachsende Veranstaltung. „Auf diese Weise wollen wir die Eifel als Kulturregion positionieren.“

Ein spannender Abend ist zu erwarten, wenn sich die ehemalige WDR-Intendantin Monika Piel am 8. November zu Wort meldet. Der Autor und Filmemacher Werner Biermann, Mitbegründer der Lit.Eifel, konnte die Medien-Macherin ins Auditorium der Fachhochschule Bad Münstereifel einladen. Hier wird die ehemalige ARD-Vorsitzende, die Anfang des Jahres ihren „Ausstieg“ verkündete, Rede und Antwort stehen. Anhand ihrer Tagebuchaufzeichnungen wird sie zum ersten Mal öffentlich erklären, warum sie – als eine der einflussreichsten Frauen Deutschlands – ihren Posten niederlegte. Mit Berndorf, Kramp, Kroell und vom Venn stehen im Oktober Eifeler Lokalmatadore auf der Bühne. Unter dem Titel „Alpenglüh’n“ knöpfen sich die vier Autoren diesmal das Genre der Groschenromane vor. „Schrill und schwülstig“ – so wirbt Jochen Starke - werden Liebe und Leidenschaft beleuchtet. Wer eine Karte ergattert, sollte vorsichtshalber ein Taschentuch parat haben – für die Lachtränen!

Mit einer ersten Buchmesse wird die Lit.Eifel Ende November ausklingen. „Bis jetzt haben sich bereits 120 Autoren und 15 regionale Verlage für die Veranstaltung im Nettersheimer Literaturhaus angemeldet“, verrät Dr. Kerstin Juchem.

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