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Lit. Eifel: Schülerin beeindruckt Jury mit ihrer Kurzgeschichte

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Anna Pesch aus Simmerath liest und schreibt für ihr Leben gerne, besonders Fantasy-Romane wie „Herr der Ringe“ oder „Die Tribute von Panem“ inspirieren die 16-Jährige zu ihren eigenen Geschichten. Foto: H. Schepp

Simmerath. Anna Pesch ist kein Mensch der lauten Töne. Fast scheinen der 16-Jährigen das Lob und die Gratulationen, die die Schülerin aus Simmerath nach dem ersten Platz im Eifeler Literaturwettbewerb erhalten hat, ein wenig unangenehm zu sein. So bescheiden und zurückhaltend das junge Mädchen im wirklichen Leben ist, so aufregend geht es in den Geschichten zu, die Anna Pesch sich ausdenkt und niederschreibt.

Dabei ist es eher ein Zufall und das Verdienst von Annas Mutter Andrea, dass die Welt überhaupt von den phantasiereichen Geschichten im Kopf der Schülerin erfahren hat. „Ich habe mich nie wirklich zu schreiben getraut – und wenn ich dann doch ein paar Zeilen wagte, kamen mir die Texte nicht gut genug vor und ich habe sie wieder gelöscht“, erinnert sich Anna, die die Stufe EF (Jahrgangsstufe 10) des Monschauer Sankt-Michael-Gymnasiums besucht.

Ihre Mutter las dann Ende 2014 von der Schreibwerkstatt und dem Angebot des Literaturbüros NRW in der Gemeindebücherei Simmerath. „Wieso gehst du da nicht mal hin? Du denkst dir doch gerne Geschichten aus“, meinte Annas Mutter und überredete die Tochter, zum ersten Treffen zu gehen.

„Deshalb muss ich mich ganz herzlich bei meiner Mutter, bei Claudia Satory-Jansen, die das Projekt geleitet hat, und bei den anderen Schreibwerkstatt-Teilnehmern bedanken, denn es war eine wirklich schöne Zeit“, schreibt Anna Pesch in einem kurzen Selbstportrait, das ihrer Geschichte „Schatten“ in der gebundenen Textsammlung der Schreibwerkstatt vorweggeschickt ist.

Annas mittelalterliche Geschichte um den verstoßenen Fürsten Escard von Darn war „die erste Geschichte, die ich zu Ende geschrieben habe“, wie die Schülerin beteuert. Die immerhin 45-seitige Handlung mit vielen Charakteren in einem selbst geschaffenen Phantasieland konnte nur deshalb im Kopf der 16-Jährigen entstehen, weil sie für ihr Leben gerne liest, ganz besonders das Genre „Fantasy“.

Bei „Herr der Ringe“ leuchten ihre Augen, „aber ich habe viele Lieblingsbücher“, sagt Anna.Aus diesen Büchern oder auch ihren Verfilmungen „schält“ sich Anna einzelne Szenen heraus und baut darauf ihre ganz eigene Geschichte auf.

Mit einer ganz anderen, hoch aktuellen Thematik hat Anna Pesch jedoch den ersten Platz im Jugendliteraturpreis der Lit.Eifel in der Altersklasse 16 bis 18 Jahre gewonnen: In der Kurzgeschichte „Amila“ erzählt Anna in der Ich-Form die Geschichte zweier syrischer Mädchen, die ohne ihre Eltern aus der Heimat flüchten und sich beim Kentern ihres Bootes auf dem Meer verlieren. Jalila, so der Name der Erzählerin, glaubt, ihre Schwester sei ertrunken, doch in der Notunterkunft gibt es ein freudiges Wiedersehen...

„Ich habe nicht mit dem Preis gerechnet, denn es gab da wirklich viele tolle Geschichten“, erzählt die 16-Jährige, die lieber mit der Hand als am PC schreibt, „das fühlt sich besser an und kann man nicht mit einem Knopfdruck löschen“, sagt Anna lachend.

Wann es die nächste Geschichte von ihr zu lesen gibt, steht noch in den Sternen. „Manchmal fällt mir wochenlang nichts ein“, sagt die junge Autorin, die zudem als Oberstufenschülerin nur noch wenig Zeit für ihr Hobby findet.

Das Schreiben aber will Anna Pesch beibehalten, ihr Traum wäre, irgendwann davon leben zu können. „Aber das ist nicht besonders realistisch“, sagt sie bescheiden und könnte sich auch vorstellen, Lehrerin oder Journalistin zu werden. Auch da muss man schließlich viel Fantasie haben.

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