Roetgen - Lieber ein Kreisverkehr als eine Ampel in Roetgen?

Lieber ein Kreisverkehr als eine Ampel in Roetgen?

Von: heg
Letzte Aktualisierung:
aldibild
Das freie Grundstücke an der Faulenbruchstraße in Roetgen, nahe der Einmündung in die Bundesstraße, hat die Firma Aldi als Standort für eine neue Filiale ins Auge gefasst. Das leerstehende Wohnhaus gehört auch zur Planfläche soll abgerissen Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Der Roetgener Bauausschuss behandelte in seiner Sitzung am Dienstagabend erneut die Ansiedlung eines Aldi-Marktes an der Faulenbruchstraße. Die Diskussion verfolgten auch knapp 30 interessierte Zuhörer.

Als Voraussetzung für die Errichtung eines Aldi-Marktes an der Faulenbruchstraße muss die im Flächennutzungsplan geändert werden. Vehement kritisierte Dr. Dittmer den vorgesehenen Standort und fuhr dabei starkes Geschütz auf.

Aus inkorrekten, möglicherweise „korrupten Gründen” seien geeignete Standorte an der B258 und an der Hauptstraße nicht genehmigt worden, erklärte er, und seine Partei könne nicht einsehen, dass die Faulenbruchstraße ein geeigneter Platz sein soll.

„Ein Aldi mit nur 800 Quadratmetern ist nicht das, was wir wollen”, stimmte er gegen die Änderung des Flächennutzungsplans.

„Nicht glücklich” ist auch die SPD mit dem Standort, wie Klaus Onasch ausführte. Seine Fraktion werde jedoch zustimmen, weil ihr nach der Ablehnung anderer Standorte nichts anderes übrig bleibe, denn: „Wir wollen Aldi”.

Für die Ansiedlung des Discounters muss mit der Änderung des Flächennutzungsplans die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans einhergehen.

Der Einleitungsbeschluss dazu sowie der Beschluss über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit standen ebenfalls auf der Tagesordnung.

Durch bereits erstellte Gutachten, u. a. eine Verkehrsuntersuchung und eine Schallimmissionsprognose, habe der Vorentwurf für das Verfahren bereits eine Qualität, die schon fast zur förmlichen Offenlage ausreiche, erklärte Andrea Kranefeld, die das Projekt städtebaulich begleitet.

Im Ausschuss diskutiert wurde insbesondere die künftige Verkehrssituation mit der bereits mit dem Landesbetrieb Straßenbau abgesprochenen Ampelanlage an der Kreuzung B 258/Faulenbruchstraße/Pilgerbornstraße.

Ein Kreisverkehr sei an dieser Stelle zwar schwierig, aber nicht unmöglich, kritisierte Claudia Ellenbeck (Grüne) den Plan und fragte nach den Einwirkungsmöglichkeiten der Gemeinde.

Durch eine bisher nicht in Erwägung gezogene finanzielle Beteiligung der Kommune an dem kostspieligeren Projekt Kreisverkehr (die Einrichtung der Ampelanlage würde zu Lasten von Aldi erfolgen) könnten neue, wenn auch wohl zähe Verhandlungen mit dem Landesbetrieb aufgenommen werden, räumte Dirk Meyer vom Bauamt ein.

Michael Seidel (CDU) schlug vor, dass eine bei diesem Stand des Verfahrens übliche Eingabe gemacht werden solle, um auf einen Kreisverkehr hinzuarbeiten.

Dem stimmten alle Fraktionen zu, Helga Schüttler (CDU) wunderte sich jedoch: Früher habe man doch für die Einrichtung von zusätzlichen Ampeln auf der B 258 gekämpft.

Der Mahnung von Dr. Dittmer, auch die Belange der Pendler aus Monschau und Simmerath zu berücksichtigen, hielt Ronald Borning (CDU) entgegen, dass man auch an die Sicherheit der eigenen Bevölkerung denken müsse.

Bürgermeister Manfred Eis erinnerte daran, dass die B258 nicht nur eine Ortsdurchfahrt, sondern auch eine innerörtliche Straße sei, an der es vor Einführung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen auch tödliche Unfälle gegeben habe.

Auch die aktuellen Unfallzahlen innerhalb des Ortsbereichs, so Michael Seidel, ließen eine starke Gefährdung der Bevölkerung erkennen. Hier müsse man, wenn nötig, auch mit einer Ampel, für mehr Sicherheit sorgen.

Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Rat einstimmig die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Zum Zeitplan erklärte Dirk Meyer vom Bauamt, dass angestrebt sei, noch in diesem Jahr Baurecht zu schaffen.

Schneller werde es nicht gehen, denn Rat und Ausschüsse werden sich noch mehrfach mit dem Projekt zu beschäftigen haben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert